Nur dünne Umsätze: Dax lässt 4 000-Punkte-Marke hinter sich

Nur dünne Umsätze
Dax lässt 4 000-Punkte-Marke hinter sich

Der Dax hat am ersten Handelstag des neuen Jahres die Marke von 4 000 Punkten geknackt. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex am 19. Juli 2002 oberhalb dieses psychologisch wichtigen Niveaus. Seit dem Jahrestief von knapp 2 200 Punkten im März hat der Dax damit um rund 82 % zugelegt, seit Anfang vergangenen Jahres immerhin um 38 %.

HB FRANKFURT/M. Nach Einschätzung von Experten wird der Dax in den kommenden Monaten weiter zulegen. „Der Markt nimmt das für 2004 erwartete Wirtschaftswachstum - besonders in den USA - vorweg“, erklärte Händler Raed Mustafa von der BW Bank die Kursgewinne zu Jahresbeginn. „Man sollte aber die Bewegung vom Freitag nicht überschätzen, die Umsätze waren noch sehr gering.“ Günstige Konjunkturdaten aus den USA stützten den Dax am Nachmittag, als dieser wieder unter die Marke von 4 000 Zählern zu fallen drohte.

Der Xetra-Dax beendete den Computer-Handel 1,4 Prozent im Plus auf 4018,50 Punkten. Am letzten Handelstag 2003 - am Dienstag - war der Dax bis auf vier Zähler an 4 000 Punkte herangekommen, hatte sich aber nicht auf dem Niveau behaupten können. Der Dow Jones lag zum Xetra-Handelsschluss 0,5 Prozent im Plus bei 10 505 Zählern, der Nasdaq Composite verzeichnete ein Plus von 0,8 Prozent auf 2 019 Stellen.

US-Einkaufsmanagerindex stützt Dax

Am Nachmittag war der Dax fast wieder unter 4 000 Zähler gefallen, als das Institute of Supply Management (ISM) mitteilte, der Einkaufsmanagerindex für die USA sei im Dezember auf 66,2 Punkte von 66,8 Zählern im November zurückgegangen. Ein Rückgang war an den Finanzmärkten jedoch erwartet worden, Analysten hatten sogar mit einem Wert von 61,0 Zählern gerechnet. Damit fiel der Indikator besser als erwartet aus, und die Börsianer honorierten dies umgehend wieder mit Käufen. „Die Zahl war überraschend gut, das hat einen positiven Effekt gegeben und den Dax gestützt“, sagte Mustafa.

Adidas peilt für 2004 Umsatzwachstum an - Aktie steigt

„Das ist ein sehr erfreulicher Start ins neue Jahr“, sagte Händler Norbert Pütz von der Postbank. „Umso erstaunlicher ist die Entwicklung bei den einzelnen Aktien.“ Fast alle im Dax gelisteten Werte legten zu. Die größten Tagesgewinne verbuchten mit plus 4,9 Prozent auf 94,71 Euro die Papiere von Adidas. Der weltweit zweitgrößte Sportartikelkonzern erwartet 2004 nach Angaben seines Sprechers Jan Runau trotz Problemen auf dem US-Markt weiteres Umsatzwachstum. „Die Nachricht ist nicht so brandheiß“, sagte Pütz. Umso positiver sei der starke Anstieg der Aktie zu bewerten. Dies zeigte anderen Marktteilnehmern zufolge, wie optimistisch die Marktstimmung zu Jahresbeginn sei.

Condomi-Papiere legen mehr als 30 Prozent zu

Die Aktien des in finanziellen Nöten steckenden Kölner Kondom-Hersteller Condomi verteuerten sich um fast ein Drittel auf 2,36 Euro. Die Papiere reagierten nach Einschätzung von Händlern auf einen von den Banken erteilten Überbrückungskredit. Der kurzfristig eingeräumte Kredit sei das erste Ergebnis der Finanzierungsverhandlungen mit den Banken, hatte Condomi Ende Dezember in einem im Internet veröffentlichten Aktionärsbrief mitgeteilt.

Turbulente Woche erwartet - Zuversicht für 2004

Angesichts der geringen Umsätze im Handel zwischen Neujahr und dem Wochenende sagten Händler, es entscheide sich erst Anfang kommender Woche, ob die Freitagsbewegungen ein Signal sind oder lediglich ein Strohfeuer: „Montag sehen wir die Wahrheit.“ Für nächste Woche sagten Händler eine größere Schwankungsanfälligkeit des Dax voraus. Bewegungen des Dax von bis zu 200 Punkten seien möglich.

Zuversichtlich äußerten sich Marktteilnehmer bezüglich der Kursentwicklung an den deutschen Aktienbörsen in diesem Jahr. Im Schnitt erwarten 13 von Reuters Mitte Dezember befragte Banken per Jahresende 2004 einen Dax-Stand von 4365 Punkten. In der Spitze prognostizieren die Experten von M.M Warburg und der WGZ Bank einen Dax-Anstieg bis auf 4 600 Punkte. Dagegen rechnen die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt mit einem Dax-Stand von 4 000 Zählern. Statistisch zähle der Januar zu den stärksten Börsenmonaten im Jahr, stellten die Experten der Helaba fest.

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