Nur kurzzeitig leichte Kurserholung
US-Börsen schließen tief im Minus

Überraschend positive US-Daten haben am Dienstag die wachsende Skepsis über einen starken US-Wirtschaftsaufschwung im zweiten Halbjahr nicht beseitigen können und die Wall Street ins Minus gedrückt.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index schloss 1,63 % im Minus bei rund 9036 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor bis zum Handelsende 1,77 % auf rund 965 Zähler. Der Index der US-Technologiebörse Nasdaq gab 2,36 % auf rund 1674 Punkte nach.

Der an den Finanzmärkten viel beachtete Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) stieg im Juli auf den Rekordwert von 65,1 (Juni 60,6) Punkten und zeigt damit ein beschleunigtes Geschäftswachstum in dem Sektor an. Volkswirte hatten im Schnitt einen Index-Rückgang auf 58,0 Punkte vorausgesagt.

„Der Service-Sektor ist wichtig, aber wenn man auf Wirtschaftswachstum wartet, muss man auf das Verarbeitende Gewerbe schauen, wo die Entwicklung bislang eher schwach war“, sagte Tim Smalls, Analyst bei S.G. Cowen. Andere Analysten sagten, angesichts nur weniger US-Konjunkturdaten, die bis nächste Woche auf dem Programm stünden, gäbe es kaum einen Katalysator, der am Markt für Impulse sorge könnte.

Analysten nannten die Dienstleistungsdaten zwar erfreulich. Diese seien aber nicht von der Art, dem Markt die erforderlichen Impulse zu geben, zumal eine merkliche Entspannung in den Problembereichen Industrie und Arbeitsmarkt weiter auf sich warten lasse. Einige Händler fürchteten, der überraschende Anstieg im Juli sei ein Zufallstreffer.

„Die Kursrückgange von heute haben mehr mit dem Gesamtbild zu tun. Es gibt zunehmenden Zweifel und steigende Skepsis über die Stärke der Erholung im zweiten Halbjahr und darüber, ob das Anziehen der Wirtschaft so hoch ausfallen wird, wie es bereits in den Kursen berücksichtigt wurde“, sagte Jeff Swensen, Chef-Händler von John Hancock Advisers.

Nachdem Hoffnungen auf eine spürbare Konjunkturerholung die US-Börsen seit Mitte März beflügelt haben, sehen v. Die Berichtssaison zum vergangenen Quartal ist weitgehend abgeschlossen, und die Handelsvolumina sind derzeit gering - wie im Sommer üblich. „Wir haben alle guten Nachrichten vorweggenommen, die die Geschäftszahlen zum zweiten Quartal liefern können“, sagte Marktstratege Paul Cherney von Standard & Poor's.

Im Blickpunkt der Anleger stand der Quartalsbericht des Netzwerkausrüsters Cisco Systems, der nach Börsenschluss veröffentlicht wurde. Die Aktien des Nasdaq-Schwergewichts beendeten den Handel mehr als zwei Prozent im Minus bei 18,86 Dollar und gaben auch nachbörslich nach. Die Titel gehörten zu den am meisten gehandelten Aktien an der Nasdaq.

An der New York Stock Exchange verzeichneten indes die Titel von General Electric (GE) mit die höchsten Umsätze. GE-Titel schlossen 2,39 % im Minus bei 27,80 Dollar, nachdem das Unternehmen einen Zukauf zur Stärkung seiner Finanz-Sparte für 5,4 Mrd. Dollar bekannt gegeben hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,31 Mrd. Aktien den Besitzer. 1020 Werte legten zu, 2234 gaben nach und 170 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,71 Mrd. Aktien 1042 im Plus, 2092 im Minus und vier unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 30/32 auf 93-25/32. Sie rentierten mit 4,414 %. Die 30-jährigen Bonds verloren 54/32 auf 100-00/32 und hatten eine Rendite von 5,374 %.

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