Palm-Kurs bricht ein
US-Börsen gehen schwächer ins Wochenende

Am Tag des „Hexensabbats" zeigten sich die Anleger an der Wall Street vorsichtig: Neben den an Verfallstagen üblichen Kursschwankungen belasten auch Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Kursrally die Indizes.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Markt 0,15 % niediger mit rund 9644 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,31 % auf etwa 1036 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq-Index ging um 0,2 % auf rund 1905 Punkte zurück. Am Vortag hatten der Dow-Jones- und der S&P-500-Index so hoch wie seit Juni 2002 nicht mehr geschlossen und der Nasdaq-Index auf dem höchsten Stand seit März 2002.

Im Wochenverlauf hat der Dow-Jones damit rund 1,5 % zugelegt, der Nasdaq etwa 2,3 % und der S&P rund 1,4 %.

„Ich denke, die Leute sind etwas vorsichtig“, sagte Michael Murphy von Wachovia Securities. „Wir sind gestern auf neue Hochs gestiegen.“ Am Donnerstag hatten erfreuliche Konjunkturdaten den Dow Jones und den S&P 500 auf die höchsten Stände seit Juni vergangenen Jahres getrieben. „Es ist Freitag, und die Leute nehmen Gewinne mit“, sagte Murphy. „Es ist ein ruhiger Tag.“ Michael Kayes vom haus Eastover Capital management fügte hinzu: „Es ist schrecklich ruhig heute. Die Leute nehmen Gewine mit, weil der Markt so etwas wie überkauft war“.

Händlern zufolge warten die Anleger nun mit Spannung auf die bevorstehende Zeit, in der Unternehmen traditionell vor Beginn der neuen Berichtssaison zum dritten Quartal ihre Prognosen für die Geschäftszahlen anpassen. Überschattet werde das Marktgeschehen zudem durch den Hurrikan „Isabel“, der in den US-Bundesstaaten an der Ostküste für rund fünf Mill. Haushalte und Betriebe die Stromversorgung unterbrach.

Das Börsengeschäft stand auch im Zeichen des Verfalls sowohl von Termingeschäften als auch von Optionen auf Börsenindizes und einzelne Aktien. An diesem so genannten vierfachen Hexensabbat ist der Handel gewöhnlich von vergleichsweise starken Kursschwankungen geprägt, weil Marktteilnehmer die Kurse von Papieren, auf die sie Derivate besitzen, in die gewünschte Richtung treiben wollen.

Der Aktienkurs des weltgrößten Taschencomputer-Herstellers Palm brach um 6,73 % auf 21,05 Dollar ein. Das Unternehmen hatte am Vorabend zwar einen unerwartet deutlich verringerten Quartalsverlust bekannt gegeben. Die Anleger zeigten sich aber enttäuscht über den lediglich geringen Umsatzanstieg, der unter den Erwartungen von Analysten geblieben war.

Die Papiere des weltgrößten Sportbekleidungsherstellers Nike reagierten dagegen mit deutlichen Kursgewinnen auf einen Quartalsgewinn, der besser ausfiel als an der Wall Street erwartet worden war. Nike-Aktien legten 7,42 % auf 61,50 Dollar zu.

An der Nasdaq sprangen die Aktien von RedHat - ein führender Vertreiber der Linux-Software - um 17,62 % auf 9,88 Dollar. Die Aktien gehörten zu den am meisten gehandelten Titeln an der Nasdaq. Am Vortag hatte RedHat für das zweite Geschäftsquartal einen Gewinn ausgewiesen, nachdem der Konkurrent des Microsoft-Betriebssystems Windows im Vorjahr noch rote Zahlen geschrieben hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,46 Mrd. Aktien den Besitzer. 1761 Werte legten zu, 1439 gaben nach und 200 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,85 Mrd. Aktien 1643 im Plus, 1543 im Minus und sieben unverändert.

An den US-Kreditmärkten verloren die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 1/32 auf 100-20/32 Punkte, womit sich eine Rendite von 4,169 % ergab. Die 30-jährigen Bonds legten dagegen 3/32 auf 104-15/32 Zähler zu. Die Rendite stellte sich auf 5,071 %.

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