Panikverkäufe an der Börse von Seoul
Nikkei schließt zwei Prozent schwächer

Weiter wachsende Ängste vor den weltweiten Folgen der US-Hypothekenkrise haben die asiatischen Börsen einbrechen lassen.

fmk TOKIO. Die japanische Notenbank pumpte am Donnerstag erneut 400 Milliarden Yen (2,5 Mrd Euro) in den Geldmarkt, um mögliche Liquiditätsengpässe zu überbrücken. In Seoul knickte der Leitindex um mehr als sieben Prozent ein. Der Markt in Singapur fiel um 3,7 Prozent. Die Börse in Taiwan büßte 3,4 Prozent ein.

Vor allem Finanzsektor wurde erneut von Hiobsbotschaften aus den USA gebeutelt. An der Wall Street hatten vor allem Spekulationen über Finanzproblemen bei der Hypothekenbank Countrywide für Kursverluste gesorgt.

Während in Korea vor allem Bankentitel verloren, waren im Japan Exportwerte betroffen. Denn der steigende Wechselkurs des japanischen Yen zu den Währungen der wichtigen Absatzmärkte bedroht Wettbewerbsfähigkeit und Gewinn der Dickschiffe im Nikkei wie Toyota, Honda, Canon oder Sony. Toyota fiel auf einen Jahrestiefststand. Der Nikkei-Index hat seit Beginn der Subprime-Krise 1 000 Punkte eingebüßt.

Mit Notierungen bis zu 115,71 Yen pro Dollar kratzte Japans Währung an der Marke, die die Finanzvorstände bei den Präsentationen der vergangenen Monate ihren Prognosen zugrunde gelegt haben. Vor wenigen Wochen galt ein Wert von 115 Yen angesichts stetig fallender Wechselkurse als konservativ – jetzt hat die Rückführung spekulativer Yen-Positionen einen neuen Hochstand in greifbare Nähe gerückt. „Hochzinswährungen sind sehr dafür anfällig, auf schlechte Nachrichten hin im Vergleich zum Yen zu fallen“, sagt Devisenexperte Shogo Nagaya von Nomura Securities. Damit verstärken sich das Yen-Hoch und das Aktien-Tief in Tokio gegenseitig. „Die Stimmung am Markt wurde dann so schlecht, dass auch sehr solide Werte wie Reedereien oder Handelshäuser stark an Boden verloren haben“, sagt Aktienexpertin Yumi Nishimuro von Daiwa Securities.

Experten sprachen von einem nervösen, emotionalen Handel. Einige Anleger verkauften mehr nach Gefühl als nach realistischer Einschätzung. „Die Kursverluste bei den Finanzwerten ist zu extrem“, sagte Analyst Tsuyoshi Nomaguchi von Daiwa Securities. Offensichtlich wollten einige Anleger auch Kasse machen.

Die Finanzbranche schlug sich etwas besser als in den vergangenen Tagen und gewann unterm Strich 0,5 Prozent – vermutlich, weil sie bereits so viel verloren hat. In Japans Banken wie der Mitsubishi UFJ Group oder Mizuho tauchten bisher zwar Milliardenrisiken aus der Subprime-Krise auf, jedoch nichts, was die stark aufgestellten Finanzhäuser nicht wegstecken können. "Vor allem starke Verkäufe von Hedge Fonds haben die Märkte in den Keller geschickt", sagt Hiroichi Nishi, Chef-Wertpapierstratege bei der Investmentbank Nikko Cordial. Die japanischen Fundamentaldaten seien jedoch weiterhin in Ordnung.

In New York war der Dow-Jones-Index der Standardwerte am Mittwoch erstmals seit April unter die Marke von 13 000 Punkten gefallen. Er schloss 1,29 Prozent im Minus bei 12 861 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 1,39 Prozent auf 1 406 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq gab 1,61 Prozent ab auf 2 458 Stellen.

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