Pharma-Aktien unter Druck
Massiver Anstieg des Ölpreises belastet US-Börsen

Ein massiver Anstieg der Ölpreise und der Bilanzskandal beim Versicherer American International haben die Aktienkurse an den US-Börsen unter Druck gesetzt.

HB NEW YORK. Am Vortag hatte die Wall Street die stärkste Kursrally seit nahezu vier Monaten erlebt. Händlern zufolge wurde die Stimmung zudem durch Vorladungen an Hersteller von Orthopädischen Geräten wie Johnson & Johnson getrübt. Der noch am Vortag vorherrschende Optimismus habe darüber hinaus einen Tag vor dem US-Arbeitsmarktbericht durch den Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe einen Dämpfer erhalten.

Der Dow Jones Index der Standardwerte verließ den Markt 0,35 Prozent ermäßigt mit rund 10 503 Punkten. Im Geschäftsverlauf hatte er sich zwischen einem Hoch von 10 542 und einem Tief von 10 490 Zählern bewegt. Der breiter gefasste S&P 500 gab um 0,07 Prozent auf etwa 1180 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,32 Prozent auf rund 1999 Zähler.

Der Preis für ein Barrel (knapp 159 Liter) Rohöl schnellte in Europa um rund 2,20 Dollar, in den USA um gut 1,40 Dollar in die Höhe. US-Öl verteuerte sich damit wieder über die psychologisch wichtige Marke von 55 Dollar. Marktteilnehmer sprachen von Spekulationen durch Investmentfonds, die weiterhin auf hohe Rohstoffpreise setzten. Zudem löste eine Marktstudie der Investmentbank Goldman Sachs weitere Käufe aus, die die Preise in die Höhe trieben. Danach könnte sich Rohöl ähnlich stark verteuern wie in den 70er Jahren und bis auf einen Preis von 105 Dollar je Barrel klettern. Diese Aussicht weckte bei den Investoren Begehrlichkeiten, an dieser Preissteigerung teilzuhaben. Sie kauften deshalb Aktien großer Energiekonzerne, wie von Exxon Mobil, die sich dadurch um gut 0,6 Prozent auf 59,60 Dollar verteuerten, oder die des Konkurrenten Conoco-Phillips, die fast 2,3 Prozent auf 107,84 Dollar gewannen.

AIG-Aktie verliert mehr als drei Prozent

Analyst Phil Flynn von Alaron Trading in Chicago sagte: „Die Erholung der Ölpreise hat einmal mehr den Enthusiasmus am Aktienmarkt ausgebremst.“ Zudem hätten einige Marktteilnehmer nach den deutlichen Kursanstiegen vom Vortag wohl Gewinne eingestrichen. Peter Boockvar, Stratege bei Miller Tabak & Co, fügte hinzu, vor den wichtigen Konjunkturdaten am Freitag seien die Anleger etwas zurückhaltender. Mike Driscoll von Bear Stearns sagte: „Wir haben morgen den Arbeitsmarktbericht, und das ist in jüngster Zeit der Großvater aller Konjunkturindikatoren.“ Zudem sei wegen des Quartalsendes mit hektischen Kursausschlägen bei geringen Umsätzen zu rechnen, fügte er hinzu.

Nach dem Eingeständnis von AIG am Vortag, die Bilanzfehler könnten bis zu 14 Jahre zurückreichen, verkauften die Anleger weiterhin die Papiere des Konzerns. Diese verloren dadurch mehr als drei Prozent auf 55,41 Dollar. Dagegen profitierten die Aktien des Einzelhandelskonzerns J. C. Penney von Übernahme-Spekulationen. Der Kurs der Papiere sprang um 8,4 Prozent auf 51,92 Dollar, nachdem Gerüchte aufgekommen waren, die private Investorengruppe Cerberus habe ein Auge auf den Einzelhändler geworfen.

Verunsichert reagierten die Anleger auf die Nachricht, wonach unter anderem Johnson & Johnson von US-Behörden Vorladungen bekommen habe. Die Papiere verloren daraufhin gut 1,3 Prozent auf 67,16 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,72 Milliarden Aktien den Besitzer. 2038 Werte legten zu, 1281 gaben nach und 166 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,79 Milliarden Aktien 1518 im Plus, 1549 im Minus und 172 unverändert. An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 16/32 auf 96-4/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,490 Prozent. Die 30-jährigen Bonds legten um 22/32 auf 109-4/32 Zähler zu. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,759 Prozent.

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