Pharmawerte im Fokus
Inflationsangst drückt Dax-Werte

Steigende Inflationssorgen und die Zurückhaltung der Anleger vor wichtigen US-Quartalszahlen haben die deutschen Aktienkurse am Dienstag belastet. Der Dax ging nach einem über weite Strecken lustlosen Handel 0,64 Prozent schwächer bei 4 947 Zählern aus dem Markt.

HB FRANKFURT. Stärker als erwartet gestiegene US-Erzeugerpreise hatten am Nachmittag die Stimmung auf dem Parkett merklich eingetrübt. „Steigende Preise sind nie gut. Das schürt die Angst vor einer stärker anziehenden Inflation“, sagte ein Händler. Bereits am Vormittag hatte ein etwas schlechter als erwartet ausgefallener ZEW-Konjunkturindikator die Anleger etwas verstimmt.

„Niemand will sich jetzt aus dem Fenster lehnen, schließlich erwarten wir heute noch eine Reihe wichtiger Unternehmensdaten“, spielte ein Börsianer auf die nach US-Börsenschluss am späten Abend erwarteten Zwischenberichte von Motorola, Yahoo und Intel an und nannte damit einen weiteren Grund für die Kaufzurückhaltung vieler Investoren.

Händler kritisierten außerdem, der politische Stillstand in Berlin habe sich auch durch die Konstituierung des neuen Bundestages nicht aufgelöst. „Vier Wochen nach der Wahl haben wir immer noch keine neue Regierung im Amt“, sagte ein Händler. „Das heißt, dass der Stillstand, der im Mai mit der Ankündigung der Neuwahlen begann, andauert.“

Größter Gewinner im Dax waren die Aktien des Pharma- und Spezialchemiekonzerns Altana mit einem Plus von in der Spitze rund drei Prozent. Der Konzern will sich einem Zeitungsbericht zufolge für sieben Milliarden Dollar von seinem Pharmageschäft trennen. Ein Altana-Sprecher lehnte einen Kommentar zu dem Bericht ab. Wie Reuters aus Branchenkreisen erfuhr, prüft der Konzern zwar derzeit strategische Optionen, ein Verkauf der Sparte sei aber noch nicht eingeleitet. Die Gewinne schmolzen gegen Abend ab. Die Aktie beendete den Handelstag bei rund 46 Euro - immer noch ein Plus von knapp 1,4 Prozent.

Die Aktien von Schering zogen in der Spitze um 1,7 Prozent an, beeendeten den Handel aber bei 50,85 Euro nur noch knapp 0,4 Prozent im Plus. Der Pharmakonzern erwirbt von der US-Pharmafirma Sonus Pharmaceuticals die weltweiten Rechte für ein Krebsmedikament und steigt mit etwa 15 Prozent bei Sonus ein.

Im MDax profitierten die Aktien des Düngemittel- und Salzherstellers K+S weiter von dem vergangene Woche angekündigten Rückkauf eigener Aktien im Gesamtwert von 70 Millionen Euro durch das Unternehmen. Die Papiere legten knapp vier Prozent auf 54,90 Euro zu und eroberten damit die Spitze des Nebenwerteindex.

Im Kleinwertesegment SDax standen erneut die Zapf-Aktien im Blickpunkt. Interims-Finanzvorstand Peter Klein hatte einen Tag nach der Ankündigung einer Sonderprüfung des Jahresabschlusses 2004 mit sofortiger Wirkung sein Amt niedergelegt. Die Aktien setzten ihre Talfahrt fort und verloren mehr als neun Prozent auf 7,90 Euro.

Im TecDax verteuerten sich die Anteilsscheine des Spezialchipherstellers Micronas nach einer Kaufempfehlung durch das Bankhaus Julius Bär um knapp drei Prozent auf 29,20 Euro. Auch Papiere der Software AG waren nach einem positiven Analystenkommentar gefragt und gingen knapp vier Prozent fester bei 35,70 Euro aus dem Handel.

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