Positive Daten begrenzen Verluste
Terror-Angst belastet Wall Street

Positive Konjunkturdaten und Unternehmensnachrichten haben am Donnerstag zumindest teilweise die Ängste der US-Anleger nach der neuen Anschlagserie in Istanbul verdrängt. Die Wall Street musste dennoch Verluste hinnehmen.

HB NEW YORK. Der Standardwerte-Index Dow Jones notierte zu Handelsschluss in New York 0,73 % schwächer mit 9619 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 0,84 % auf 1033 Zähler ab. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,93 % auf 1881 Punkte.

Zwei weitere Selbstmordattentate in Istanbul, bei denen mindestens 27 Menschen starben und mehr als 400 verletzt wurden, riefen erneut Anschlagssorgen hervor. Erst am Wochenende waren bei Anschlägen auf zwei Istanbuler Synagogen 25 Menschen ums Leben gekommen. Auch die vorübergehende Evakuierung des Weißen Hauses in Washington sorgte für zusätzliche Verunsicherung. Die US-Flugsicherheitsbehörde nannte einen Fehlalarm als Grund für die Räumung.

„Wenn sich der Markt nicht in so guter Verfassung befinden würde, würde er angesichts all der negativen Nachrichten dramatisch abrutschen“, sagte Michael Murphy von Wachovia Securities. Gestützt wurden die Kurse von Konjunkturdaten.

So ging die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche stärker als von Analysten vorausgesagt zurück. Auch der vom Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board ermittelte Index der Frühindikatoren für die wirtschaftliche Aktivität in den USA sowie der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia lagen über den Analystenprognosen. „Es gab Leute, die sich nach den neuesten Terrorattacken zum Ausstieg entschieden“, sagte Rick Meckler von LibertyView Capital Management. „Aber das wurde wettgemacht durch Käufer, die glauben, dass wir das Jahr auf einem Höchststand beenden.“

Zu den größten Verlierern gehörte der US-Pharmakonzern Schering Plough Corp., dessen Aktien mehr als vier Prozent verloren. Zuvor hatte die Rating-Agentur Fitch das Unternehmen herabgestuft. Auch die Werte von Computer-Hersteller Hewlett-Packard gaben nach nach. Sie notierten 2,62 % im Minus bei 21,59 Dollar. Das Unternehmen hatte am Vortag zwar robuste Quartalszahlen gemeldet, dennoch überwogen nach Angaben von Händlern Sorgen über die Gewinnmargen des Unternehmens und dessen Konkurrenz-Position. Auch die Aktien des US-Medienkonzerns Walt Disney gaben leicht mit 0,11 % auf 22,68 Dollar nach. Das Unternehmen legte nach Börsenschluss seine Quartalszahlen mit guten Gewinnzuwächsen vor.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,29 Mrd. Aktien den Besitzer. 1259 Werte legten zu, 2005 gaben nach und 179 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,77 Mrd. Aktien 1203 im Plus, 1935 im Minus und 180 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 22/32 auf 100-25/32. Sie rentierten mit 4,153 %. Die 30-jährigen Bonds kletterten 1-3/32 auf 105-11/32 und hatten eine Rendite von 5,012 %. Anleger zeigten sich erleichtert, dass die Konjunkturdaten nicht die optimististen Annahmen erfüllten und der November-Index für Philadelphia weniger stark als Oktober anstieg.

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