Preis für US-Öl ist leicht gefallen
US-Börsen schließen schwächer

Die Wall Street hat am Freitag mit Kursverlusten geschlossen. Verantwortlich dafür war offenbar vor allem der Bericht der der Universität Michigan zum Verbrauchervertrauen. Ein weiterer Hintergrund der Abgaben waren nach Meinung von Händlern aktuelle Äußerungen des US-Notenbankpräsidenten Alan Greenspan zum amerikanischen Immobilienmarkt.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss bei 10.397 Punkten 0,5 Prozent im Minus. Er pendelte im Verlauf zwischen 10.384 und 10.451 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 0,6 Prozent auf 1205 Punkte nach. Der Index der Technologie-Börse Nasdaq verlor 0,6 Prozent auf 2121 Stellen. Im Wochenverlauf verloren der Dow 1,5 Prozent, der S&P-500 1,2 Prozent und der Nasdaq-Index 0,7 Prozent.

Verantwortlich für die Verluste am letzten Handelstag der Woche war offenbar vor allem der Bericht der der Universität Michigan zum Verbrauchervertrauen. Der Index fiel nach Angaben aus New Yorker Finanzkreisen auf 89,1 Punkte. Analysten hatten nur mit einem Rückgang auf 92,7 gerechnet. Als Ursache galten die gestiegenen Benzinpreise.

"Die Verbraucher beginnen die Wirkung der höheren Öl-Preise in ihren Brieftaschen zu spüren", sagte Wertpapierhändler Larry Peruzzi von The Boston Co. Asset Management. "Ein niedrigeres Verbraucherertrauen bedeutet niedrigere Ausgaben und da ist es kein Wunder, dass die Kurse von Einzelhändlern und Banken ins Wanken geraten."

Tatsächlich rutschte etwa der Kurs der Damenbekleidungskette Chico's FAS um 8,34 Prozent auf 33,98 Dollar ab. "Das sagt einiges über das Vertrauen der Leute", erklärte Portfolio-Verwalter Martin Yokosawa von Oberweis Asset Management. "Chico's ist eine großartige Firma, und obwohl sie sehr gut im vergangenen Quartal abgeschnitten hat und alles super ist, kalkulieren die Leute eine nicht so schöne Zukunft ein."

Die weltgrößte Finanzgruppe, die Citigroup verlor 0,74 Prozent auf 43,10 Dollar.

Auch der Chef der US-Notenbank, Alan Greenspan, trug seinen Teil zu den Kursverlusten bei. Auslöser waren seine Äußerungen, dass die bislang gewachsene Kaufkraft durch höhere Preise für Vermögenswerte wie Aktien und Eigenheime bedroht sei. Das war einmal ein schlechtes Omen für alle Unternehmen, die vom Immobilien-Boom in den USA profitieren. Zum anderen heizten die Greenspan-Anmerkungen die Spekulation an, dass die Notenbank die Zinsen weiter erhöhen wird.

Home Depot, die größte Baumarktkette der Welt, verlor 0,92 Prozent auf 39,81 Dollar. Das war einer der gewichtigsten Kursverluste unter den Dow-Jones-Werten. Ähnlich ging es dem Konkurrenten Lowe's Companies: ein Minus von 1,57 Prozent auf 63,18 Dollar.

Hinzu kamen Kursverluste bei Dow-Schwergewichten wie dem Flugzeugbauer Boeing. Die Aktie fiel um 1,34 Prozent auf 66,31 Dollar, nachdem eine wichtige Gewerkschaft am Vortag ein Angebot des Unternehmens für einen neuen Tarifvertrag abgelehnt hatte.

Im Blickpunkt der Anleger blieb Händlern zufolge der hohe Ölpreis. Lange hielt sich der Kurs über 67 Dollar. Dazu trugen Befürchtungen bei, der Hurrikan "Katrina" könnte die Öl- und Gasfelder im Golf von Mexiko bedrohen. Am Nachmittag gaben Meteorologen Entwarnung: Der Sturm werde an den Öl-Förderanlagen vorbeiziehen. Ein Barrel (knapp 159 Liter) leichtes US-Öl zur Lieferung im Oktober verbilligte sich daraufhin um 2,02 Prozent auf 66,25 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,18 Milliarden Aktien den Besitzer. 974 Werte legten zu, 2311 gaben nach und 163 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,28 Milliarden Aktien 941 im Plus, 2050 im Minus und 183 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gaben die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel um 06/32 auf 100-17/32 Zähler nach. Sie rentierten mit 4,184 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 04/32 auf 115-07/32 Stellen und erzielten eine Rendite von 4,377 Prozent.

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