Puma steigt nach Rekordgewinn
US-Daten lassen Dax im Minus schließen

Schlechter als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten haben am Freitag unter den deutschen Anlegern für Ernüchterung gesorgt und Verkäufe ausgelöst. Der Deutsche Aktienindex beendete den Xetra-Handel nach anfänglichen Gewinnen 0,9 Prozent im Minus bei 4 058 Punkten.

HB FRANKFURT. „Die Erwartungen an die US-Konjunkturdaten sind ebenso hoch wie die an die Unternehmenszahlen“, sagte ein Händler. „Wenn die Prognosen dann nicht getroffen werden oder im Rahmen der Erwartungen bleiben, kommt es sofort zu Gewinnmitnahmen. Das Szenario einer kräftig weiterwachsenden US-Konjunktur ist aber keinesfalls gefährdet.“

Ein Londoner Händler beurteilte die Daten allerdings pessimistischer: „Dies ist ein Hinweis darauf, dass wir es nicht mit einer schnell wachsenden Wirtschaft zu tun haben, die für neue Arbeitsplätze sorgt.“ Ein Aufschwung gilt nur dann als nachhaltig, wenn er zu Beschäftigungszuwachs führt. Das Wachstum des US-Bruttoinlandsproduktes blieb im vierten Quartal mit annualisierten 4,0 Prozent hinter den prognostizierten 4,8 Prozent zurück.

Mit einem Minus von zwei Prozent auf 32,42 Euro gehörten die Aktien von RWE zu den größten Verlierern im Dax. „Es gibt Gerüchte am Markt, denen zufolge die Allianz ihre Beteiligung an RWE reduzieren und daher RWE-Aktien an der Börse platzieren will“, sagte ein Händler. Allianz und RWE wollten die Gerüchte nicht kommentieren. Aktienplatzierungen drücken üblicherweise auf die Kurse des betroffenen Unternehmens, weil sich dadurch das Angebot an den jeweiligen Dividendenpapieren erhöht.

An der Spitze der Dax-Verlierer standen allerdings die Papiere von Schering. Sie fielen um 4,3 Prozent auf 42,19 Euro. Zuvor hatte der Pharmakonzern die Einstellung der klinischen Studien für ein Angina-Präparat bekannt gegeben. Der Konzern erwarte auf Grund der Zwischenergebnisse keine ausreichenden Beweise für die Wirksamkeit des Medikamentes.

Zu den wenigen Gewinnern zählten dagegen die Titel von Infineon. Sie verteuerten sich um 1,8 Prozent auf 11,90 Euro. „Die Preise für DRAM-Speicherchips ziehen an, und der Kurs korreliert mit den Preisen“, begründete Analyst Theo Kitz vom Bankhaus Merck Finck die Entwicklung. Postbank-Händler Iredi wies noch auf einen anderen Aspekt hin: „In letzter Zeit ist viel Schlechtes über den Halbleitersektor gesagt worden, es gab viele Herunterstufungen. Ich denke, viele haben die Aktien zuletzt zu schlecht bewertet.“

Im MDax stiegen die Titel von Puma um 3,5 Prozent auf 147 Euro, nachdem der Sportartikel-Hersteller für 2003 einen Rekordgewinn gemeldet hatte. „Die Zahlen sehen sehr überzeugend aus und sind insgesamt besser als erwartet“, sagte ein Händler. „Nach den letzten Zahlen gab es die Befürchtung, dass das Umsatzwachstum nicht in dem Maße weitergeht. Aber sie haben es mal wieder geschafft.“

Die im TecDax gelisteten Papiere von SAP SI zogen nach der Vorlage ihrer Zahlen um 0,1 Prozent auf 15,22 Euro an. „Die Zahlen von SAP SI waren sehr beeindruckend“, sagte Merck-Finck-Analyst Kitz. „Weniger beeindruckend ist der Ausblick, den das Unternehmen für die operative Marge gibt. Es könnte natürlich sein, dass das Unternehmen die Messlatte absichtlich niedrig legt. Es ist aber noch zu früh, das zu beurteilen.“

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