Quartalszahlen und Hypotheken belasten
Deutliche Verluste an europäischen Börsen

dpa-afx PARIS/LONDON. Die europäischen Börsen sind am Freitag nach einem freundlichen Handelsstart in negatives Terrain abgerutscht und haben den Handelstag mit deutlichen Verlusten beendet. Neben Gewinnmitnahmen nach dem Kursplus vom Vortag verwiesen Händler auf die schwachen Quartalszahlen aus den USA von Google und Microsoft . Zudem rückten wieder die Sorgen um über die Situation zweitklassiger Kredite in den Vordergrund.

Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 fiel um 1,71 Prozent auf 4 445,23 Zähler. Der Stoxx 50 , der auch Schweizer und britische Werte umfasst, verlor 1,39 Prozent auf 3 910,00 Punkte. Der Euronext 100 stand mit 1,29 Prozent auf 1 054,60 Zähler im Minus. In Paris fiel der CAC 40 um 1,79 Prozent auf 5 957,16 Punkte. Für den Ftse 100 ging es unterdessen um 0,83 Prozent auf 6.6 585,20 Punkte nach oben.

Ericsson rutschten nach enttäuschend aufgenommenen Quartalszahlen um 5,11 Prozent auf 26,38 schwedische Kronen ab. "Die Umsätze und die Bruttomarge lagen zwar noch im Rahmen, der organische Gewinn dagegen war eine Enttäuschung", sagte ein Händler. Auch der organische Cash-Flow sei schwach ausgefallen. Ericsson hat sein Ergebnis im zweiten Quartal zwar deutlich gesteigert, mit einem Vorsteuergewinn von 9,3 Mrd. schwedischen Kronen verfehlte das Unternehmen allerdings die Analystenprognosen von 9,83 Mrd. Kronen.

In Paris übernahmen Vallourec nach einem Spartenverkauf an Arcelormittal mit minus 4,89 Prozent auf 216,18 Euro die rote Laterne. "Damit löst sich die Übernahmefantasie der vergangenen Wochen in Luft auf", sagte ein Händler. Es habe zuvor Gerüchte gegeben, dass Arcelormittal den Röhrenhersteller übernehmen will. "Nun stellt sich heraus, dass es nur ein Spartenverkauf war", so der Börsianer. Der weltgrößte Stahlkocher Arcelormittal kauft zwei Tochtergesellschaften (Autoteilebauer) von Vallourec. Aktien vor Arcelormittal gaben um 0,65 Prozent auf 47,56 Euro nach, gehörten damit aber noch zu den stärksten Werten in dem schwachen Gesamtmarkt.

In Blickpunkt standen Finanz-Titel, die von den Sorgen über die Situation zweitklassiger Kredite belastet wurden. Händler verwiesen auf einem Bericht der "Börsen-Zeitung", wonach nun auch ein australischer Hedge-Fonds schwer angeschlagen ist. Darüber hinaus kursierten Gerüchte, Lehman Brothers Holdings werde die Kreditlinie des US-Hypothekenfinanzierers American Home Mortgage Investment kürzen. Aktien von BNP Paribas gaben um 2,99 Prozent auf 84,24 Euro nach, und Papiere der Societe Generale verloren 2,29 Prozent auf 135,54 Euro.

Auf der Gegenseite gehörten Aktien von PSA Peugeot Citroen mit einem Plus von 1,36 Prozent auf 63,96 Euro zu den wenigen Kursgewinnern. Merrill Lynch hat die Gewinnschätzungen für den Autobauer angehoben. Für 2007 rechnen die Analysten mit 4,40 Euro je Aktie, im Jahr 2008 werden 6,52 Euro je Aktie erwartet.

Stärkster Kursgewinner im "Footsie" waren die Aktien von Friends Provident , die um 4,25 Prozent auf 186,40 Pence zulegten. Händler verwiesen auf anhaltende Spekulationen über ein Interesse des französischen Konkurrenten AXA an dem britischen Versicherungskonzern. Axa-Papiere gaben um 2,00 Prozent auf 31,34 Euro nach.

Actividades de Construcciones y Servicios (ACS) kamen in Madrid durch eine Platzierung unter Druck und verloren 4,95 Prozent auf 45,71 Euro. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat rund drei Prozent des ausstehenden Kapitals in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren zu 46,50 Euro vollständig platziert.

In der zweiten Reihe rutschten Tietoenator nach Quartalszahlen in Helsinki um 15,52 Prozent auf 20,08 Euro ab. Händlern zufolge waren die Ergebnisse des IT-Dienstleisters eine herbe Enttäuschung und auch der Ausblick deute auf anhaltenden Margendruck hin.

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