Quartalszahlen und Konjunkturdaten im Fokus
IBM-Zahlen drücken Wall Street ins Minus

Vor allem schwache Quartalszahlen von IBM haben den amerikanischen Anlegern die Laune verdorben. Die Wall Street ging mit kräftigen Abschlägen aus dem Handel.

HB BERLIN. Die New Yorker Börse hat sich mit deutlichen Kursverlusten in das Wochenende verabschiedet. Die Standardwerte im Dow Jones verloren 1,9 Prozent und zählten nach der Schlussglocke 10.080,34 Punkte. Die Technologiewerte an der Nasdaq lagen am Abend mit minus zwei Prozent bei 1908,15 Punkten. Vor allem IBM - und Sun-Quartalszahlen vom Vorabend drückten die Stimmung. Ausgezeichnete Quartalszahlen vom Mischkonzern General Electric oder Citigroup konnten das kaum wettmachen.

Leicht positive Impulse kamen von sinkenden Rohölpreisen an der Warenterminbörse Nymex. Das Barrel (159 Liter) der Sorte Light Sweet zur Mailieferung kostete am Abend 50,49 Dollar. Das ist ein Minus von rund einem Dollar gegenüber Vortagesschluss. Der Dollar gab etwas gegenüber dem Euro nach. Grund waren vor allem schwache Konjunkturdaten aus der New Yorker Region.

Händler sprachen von einer zunehmenden Besorgnis der Anleger, dass die Berichtssaison noch unangenehme Überraschungen bringen oder die Energiepreise der Konjunktur und den Gewinnerwartungen einen kräftigen Dämpfer verpassen könnten.

Gefragt waren am Freitag Pfizer, die mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 27,71 Dollar die Gewinner anführten. Citigroup gewannen nach Zahlen 0,8 Prozent auf 45,75 Dollar. GE-Quartalszahlen stießen auf Wohlwollen der Anleger: Die Papiere rückten 0,7 Prozent auf 35,37 Dollar vor.

IBM brechen ein

Die Liste der Verlierer liest sich am Abend deutlich länger. Vor allem Software- und High-Techwerte wurden verkauft. IBM brachen nach Zahlen ein und schlossen mit Minus 8,3 Prozent bei 76,70 Dollar. Hewlett-Packard rutschten in der Folge um 4,2 Prozent auf 20,84 Dollar ab. Microsoft verbilligten sich ebenfalls. Exxon verloren 4,4 Prozent und gingen mit 56,19 Dollar vom Parkett.

An der Technologiebörse Nasdaq standen Sun im Fokus. Die Papiere gaben nach enttäuschenden Quartalszahlen 7,6 Prozent auf 3,16 Dollar ab. Auch an der Technologiebörse standen vor allem Software- und Hightech-Papiere auf der Verkaufsliste der Anleger: EMC, Apple, Lucent Nvidia, AMD, Oracle und Dell verbuchten zum Teil kräftige Verluste von mehr als fünf Prozent. Auch Internetwerte wurden abgestoßen. Google, Ebay und Yahoo tendierten deutlich im Minus. Gefragt waren indes Delta mit einem Plus von 4,6 Prozent. Die Titel schlossen bei 3,85 Dollar.

Citigroup verdient besser

Die Citigroup hat im ersten Quartal den Gewinn gesteigert und damit die Analystenerwartungen übertroffen. Beim Ertrag verfehlte die Bank dagegen die Marktschätzungen leicht. Wie das Finanzinstitut am Freitag in New York mitteilte, stieg der Gewinn in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres verglichen mit dem Vorjahresquartal um drei Prozent auf 5,17 Milliarden Dollar oder 1,04 Dollar je Aktie. Die Erträge stiegen um sechs Prozent auf 21,5 Milliarden Dollar. Damit verfehlte die Bank die Schätzungen der Analysten, die im Schnitt mit 22,7 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Die Bank kündigte zudem an, ihr Aktienrückkaufprogramm aufstocken zu wollen.

Teuerung gestiegen

Die Exportpreise exklusive Agrarprodukte sind im März um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Das teilte das Handelsministerium am Freitag in Washington mit. Im Vormonat hatte die Teuerung noch bei 0,1 Prozent gelegen. Die Importpreise exklusive Rohöl sind im vergangenen Monat um 0,3 Prozent verglichen mit dem Vormonat gestiegen, hieß es. Einen Monat zuvor betrug die Teuerung noch 0,2 Prozent.

GE steigert Gewinn

Der US-Mischkonzern General Electric hat im ersten Quartal mehr verdient, als Analysten erwartet hatten. In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres stieg der Überschuss auf vier Milliarden Dollar, wie der Konzern am Freitag vor Eröffnung der US-Börsen in Fairfield im US-Bundesstaat Connecticut mitteilte. Das sei im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 25 Prozent.

IBM-Zahlen enttäuschen

IBM hat zwar im ersten Quartal Erlös und Gewinn gesteigert - der Zuwachs lag aber unter den eigenen Erwartungen und unterbot auch jene der Analysten. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,3 Prozent auf 22,91 Milliarden Dollar, wie der Konzern am Donnerstagabend nach US-Börsenschluss mitteilte. Analysten hatten im Schnitt auf 23,63 Milliarden Dollar getippt. Der Überschuss sei im Berichtszeitraum von 1,36 Milliarden auf 1,4 Milliarden Dollar gestiegen, hieß es weiter. Das entspreche einem Gewinn je Aktie von 85 Cent. Vor einem Jahr waren es noch 79 Cent. Analysten hatten mit einem Gewinn je Aktie in Höhe von 90 Cent gerechnet.

Sun legt schwache Zahlen vor

Der Software- und Serverhersteller Sun Microsystems hat im dritten Geschäftsquartal weniger verdient als erwartet. Der Erlös habe im Berichtszeitraum bei 2,625 Milliarden Dollar gelegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag nachbörslich in Santa Clara im US-Bundesstaat Kalifornien mit. Der Verlust je Aktie betrug zwei Cent je Aktie. Im Vorjahreszeitraum hatte der Verlust zwar noch bei 23 Cent je Anteilsschein gelegen. Analysten hatten indes mit einem Erlös in Höhe von 2,742 Milliarden Dollar bei einem ausgeglichenen Ergebnis gerechnet.

Verbrauchervertrauen gesunken

Das Verbrauchervertrauen ist im März leicht gesunken. Wie die University of Michigan am Freitag mitteilte lag der Index im vergangenen Monat bei 88,7 Punkten nach 92,6 Punkten im Vormonat. Marktexperten hatten nur mit einem Rückgang auf 91,5 Zähler gerechnet.

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