Reaktion auf Londoner Anschläge
Handel an Finanzmärkten zeitweise turbulent

An den Aktien- und Ölmärkten hat die Anschlags-Serie auf den Londoner Nahverkehr am Donnerstag zeitweise Panikverkäufe ausgelöst. Viele Anleger flüchteten in Staatsanleihen.

HB FRANKFURT. Händler sagten, die Explosionen hätten „böse Erinnerungen“ an die Attentate vom 11. September 2001 in New York und Washington sowie vom 11. März 2004 in Madrid geweckt. Nach Angaben des britischen Premierministers Tony Blair sollten die Anschläge offenkundig mit dem Beginn des G-8-Gipfels im schottischen Gleneagles zusammenfallen. Das Pfund Sterling brach auf ein 19-Monatstief ein. Als vermeintlich sichere Anlagen zogen Anleihen dagegen an. Im Handelsverlauf beruhigten sich die Märkte wieder, Aktienkurse erholten sich von ihren Tagestiefs. Nach allgemeiner Einschätzung werden die Bombenattentate mit mindestens 33 Toten der Wirtschaft keinen dauerhaften Schaden zufügen.

EZB-Chef Jean-Claude Trichet teilte am Nachmittag mit, die Zentralbanken der Euro-Zone, Großbritanniens und der USA hätten die Lage an den Finanzmärkten genau beobachtet, aber keinen unmittelbaren Handlungsbedarf erkannt. Die Anschläge hätten kaum wirtschaftliche Auswirkungen. Die Bank von England (BoE) und die Europäische Zentralbank (EZB) ließen die Zinsen auf ihren turnusmäßigen Sitzungen unverändert. Volkswirte erinnerten daran, dass auch die Anschläge von New York seinerzeit die US-Wirtschaft nur begrenzt beeinflusst hatten. Nach den Anschlägen in New York hatten Zentralbanken allerdings zur Stimulierung der verunsicherten Wirtschaft die Zinsen gesenkt.

Der Deutsche Aktienindex (Dax), der zeitweise fast vier Prozent auf 4444 Punkte verloren hatte, verringerte bis Handelsschluss seine Verluste und ging mit 4530 Zählern 1,8 % schwächer aus dem Markt. Vor allem die Aktien der großen Versicherungskonzerne Allianz und Münchener Rück waren unter Druck geraten. Bis zu sechs Prozent brachen die Kurse ein, notierten zum Handelsschluss aber nur noch etwa 2,5 % im Minus. Auch die Aktienkurse von Tui und Lufthansa erholten sich im Verlauf von ihren Verlusten von in der Spitze acht Prozent und gingen mit Abschlägen von 2,3 % aus dem Handel.

An der Wall Street gaben die Kurse moderat nach. Der Dow-Jones-Index verlor bis zum europäischen Handelsschluss nur 0,4 %. An der Londoner Börse gab der der FTSE-Index 1,4 % auf 5158 Punkte nach, womit er deutlich über dem Tagestief von 5022 Zählern schloss.

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