Rote Vorzeichen
Irland belastet Europas Börsen

Anhaltende Sorgen über die Verschuldung in Europa haben den wichtigsten europäischen Börsen auch am Donnerstag Verluste beschert. Presseberichten zufolge könnte Irland nach den Griechen als zweites hoch verschuldetes Mitglied der Eurozone eine Finanzspritze benötigen.

dpa-afx PARIS/LONDON. Zudem richteten sich die Blicke der Anleger auf Seoul, wo die Staats- und Regierungschefs der G20-Länder bis Freitag zu ihrem Gipfel zusammenkommen. Ansonsten standen einmal mehr zahlreiche Quartalsberichte im Mittelpunkt. Belastet von schwachen Finanzwerten ging der Leitindex Eurostoxx 50 , der im frühen Handel noch von positiven Vorgaben und starken Daten zur chinesischen Industrieproduktion profitiert hatte, 0,52 Prozent tiefer bei 2 831,22 Punkten aus dem Handel. In Paris sank der CAC-40-Index um 0,54 Prozent auf 3 867,35 Punkte. Gestützt von festen Minenwerten konnte sich der Londoner Ftse 100 indes etwas besser halten und verlor vergleichsweise geringe 0,03 Prozent auf 5 815,23 Punkte.

Insbesondere Bankentitel verloren angesichts der neuen Sorgen um die irischen Staatsfinanzen erneut an Boden. Der Stoxx Europe 600 Banks gehörte entsprechend mit minus 0,59 Prozent zu den schwächeren Branchenindizes in Europa. ING waren mit minus 2,72 Prozent auf 7,936 Euro schwächster Wert im Eurostoxx. Am Vorabend nach Börsenschluss veröffentlichte Zahlen von Credit Agricole gingen unter, die Papiere der französischen Bank gaben um 2,36 Prozent nach. Auch Societe Generale verloren mehr als zwei Prozent.

Beeinträchtigt vom schwachen Ausblick des als Barometer für die gesamte IT-Branche herangezogenen Netzwerkausrüsters Cisco zeigten auch Technologiewerte Schwäche. Cisco hatte auch in New York die Kurse merklich belastet und sorgte im Branchenindex Stoxx Europa 600 Technology für ein Minus von 0,99 Prozent. Im Sog dessen sackte der deutsche Technologiewerte-Index TecDax in Frankfurt um kräftige 2,84 Prozent ab.

Nach oben ging es indes für den Rohstoffe-Index Stoxx Europe 600 Basic Resources , der um kräftige 2,38 Prozent anstieg. Er profitierte von den am Vortag noch schwachen britischen Minenwerten, die dank solider Konjunkturdaten aus China und folglich steigenden Metallpreisen zulegen konnten. Antofagasta etwa schnellten in London um 4,77 Prozent in die Höhe, Xstrata gewannen 3,69 Prozent hinzu.

Zahlen gab es unterdessen vom Versicherungskonzern Generali , der seinen Gewinn fast um die Hälfte gesteigert hatte und damit die Markterwartungen erfüllte. Ungeachtet dessen kamen die im Eurostoxx notierten Papiere mit 2,58 Prozent auf 15,49 Euro unter Druck. Auch der spanische Ölkonzern Repsol hatte im dritten Quartal dank gestiegener Öl- und Gaspreise deutlich mehr verdient als vor einem Jahr, die Aktien konnten sich nach anfänglichen Verlusten noch mit 0,25 Prozent ins Plus retten.

Der spanische Telekomkonzern Telefonica hatte zwar wegen guter Geschäfte in Lateinamerika in den ersten neun Monaten des Jahres mehr umgesetzt und seinen Gewinn gesteigert, verfehlte damit aber die Erwartungen. Entsprechend büßten die Aktien 1,64 Prozent auf 18,00 Euro ein. Besser erging es den Titeln des Konkurrenten BT Group , die um 6,09 Prozent in die Höhe schnellten. Die Briten hatten für das zweite Quartal eine leichte Gewinnsteigerung ausgewiesen und die Jahresprognose aufgestockt.

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