Rubel gab deutlich nach
Panikverkäufe an russischer Börse

Die Verhaftung des Ölmilliardärs Michail Chodorkowski lässt die Kurse an den Finanzmärkten Russlands kräftig purzeln.

HB MOSKAU. Experten warnen nach der Festnahme des Chefs des größten russischen Ölkonzerns Yukos vor einer Kapitalflucht aus Russland, sollte im Zuge der Ermittlungen der Konzern vorübergehend wieder unter staatliche Kontrolle gestellt werden.

Der russische Micex-Aktienindex fiel am Morgen um 12,85 Prozent, woraufhin der Handel vorübergehend ausgesetzt wurde. Yukos-Titel brachen sogar um rund 19 Prozent ein. Zeitweise büßte das Unternehmen mehr als 6,5 Milliarden Dollar oder rund 20 Prozent seiner Marktkapitalisierung ein. Auch der Kurs der Landeswährung Rubel gab vorübergehend deutlich um einen halben Prozent nach. Nach einer Intervention der russischen Notenbank erholte er sich aber wieder. „Nachdem die Behörden Chodorkowski ins Gefängnis gesteckt haben, gehen die Menschen davon aus, dass der Abfluss an privatem Kapital den Zufluss deutlich übertreffen wird und das hat etwas Panik am Markt ausgelöst“, begründete Artem Roschtschin von Aljba Alliance Bank die Kursverluste. Fondsmanager äußerten sich zuversichtlich, dass nun ausländische Investoren auf Schnnäppchenjagd gehen und die Kurse wieder steigen, „sobald die Hysterie beendet ist“.

Die vom Umsatz her zweitrangige Wertpapier-Sektion der Moskauer Devisenbörse hatte zuvor den gesamten Handel mit Wertpapieren eingestellt. Auch der Kurs der Landeswährung Rubel gab deutlich um einen halben Prozent nach.

„Nachdem die Behörden Chodorkowski ins Gefängnis gesteckt haben, gehen die Menschen davon aus, dass der Abfluss an privatem Kapital den Zufluss deutlich übertreffen wird und das hat etwas Panik am Markt ausgelöst“, sagte Artem Roschtschin von Aljba Alliance Bank. Chodorkowski war am Samstag wegen des Verdachts des Betrugs und der Steuerhinterziehung von den russischen Behörden in einer dramatischen Aktion in seinem Privatflugzeug bei einem Zwischenstopp in Sibirien festgenommen worden.

Nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poors hat die Verhaftung Chodorkowskis keinen Einfluss auf das Rating von Yukos. In Russland blieben politische und juristische Strukturen häufig undurchschaubar und unvorhersehbar. Dieses Risiko sei bereits in die Wertung eingegangen, teilte die Agentur in Moskau mit.

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