Ruhiger Wochenausklang an der Börse
Dax schließt über 4400er-Marke

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag mit Kursgewinnen in das Wochenende verabschiedet. Nach einem ruhigen Handel schließt der Dax über der psychologisch wichtigen Marke von 4400 Punkten - erstmals seit rund einem Monat. Beflügelt wurde der Handel von einem weiteren Rückgang der Ölpreise. Einen Kursrutsch erlebten die Papiere des Logistikdienstleisters Thiel Logistik.

HB FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) beendete den elektronischen Handel auf Xetra 0,25 Prozent höher bei 4400,68 Punkten. In der Spitze war der Leitindex bis auf 4413 Zähler gestiegen. Der MDAX legte um 0,86 Prozent auf 5854,29 Zähler zu und der TecDAX um 0,87 Prozent auf 536,04 Punkte. „Lustlos, langweilig, Wochenendhandel“, fasste Jörg Hüffer, Leiter Aktienhandel bei MM Warburg, das Marktgeschehen zusammen. Lediglich der nachlassende Ölpreis habe den Dax über die 4400-Punkte-Marke gehievt.

Allerdings ließen Kursverluste an den US-Börsen zum Wochenschluss die Gewinne des Dax wieder zusammenschmelzen. Sowohl der Standardwerteindex Dow Jones als auch der technologielastige Nasdaq-Index lagen zum Handelsschluss in Deutschland im Minus. Für ein Barrel (159 Liter) leichtes US-Öl mussten am Terminmarkt zum Wochenschluss 53,60 Dollar bezahlt werden. Zu Wochenbeginn hatte der Preis ein Rekordhoch bei 58,28 Dollar markiert. Auf Xetra wechselten am Freitag insgesamt 81 (Vortag knapp 100) Millionen Dax-Werte den Besitzer.

Gefragt waren bei den Anlegern vor allem die Titel der Deutschen Börse, die sich mit einem Plus von rund drei Prozent auf 59,41 Euro an die Spitze der Dax-Gewinner setzten. „Zum einen hat (Credit Suisse First Boston) CSFB das Kursziel für die Börse-Aktie auf 65 Euro angehoben, zum anderen steht das Aktienrückkaufprogramm vor der Tür“, sagte ein Händler.

Auch die Metro-Aktie legte deutlich um 1,89 Prozent auf 44,20 Euro zu. Händler verwiesen auf Aussagen von Konzernchef Hans-Joachim Körber zum Heimatmarkt, die von Börsianern positiv aufgenommen wurden. Offenbar wurden auch Karstadt-Quelle- Aktien in Metro-Titel umgeschichtet, vermuten Marktteilnehmer. Die Papiere des angeschlagenen Traditionsunternehmens Karstadt-Quelle büßten im MDax 2,76 Prozent auf 7,75 Euro ein.

Spekulationen über einen bevorstehenden Verkauf der defizitären Handy-Sparte trieben die Aktien des Industriekonzerns Siemens um 1,2 Prozent auf 61,96 Euro nach oben. „Es gibt Gerüchte am Markt, dass Siemens einen Käufer für die Handy-Sparte gefunden hat“, sagte ein Händler. Siemens wollte dies nicht kommentieren.

Zu den Verlierern zählten die schwergewichtigen Versorger. Die Aktien von RWE und Eon gaben jeweils rund 0,3 Prozent nach. Händler begründeten die Kursverluste mit Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktien von RWE und Eon in den vergangenen Tagen zugelegt hatten. Größter Dax-Verlierer waren mit einem Abschlag von 0,9 Prozent auf 34,78 Euro die Titel des Autobauers BMW.

Mit massiven Aktienverkäufen reagierten die Anleger auf die Prognosesenkung von Thiel. Die im Nebenwerteindex MDax notierten Aktien gaben zeitweise um mehr als 14 Prozent auf ein Jahrestief von 3,68 Euro nach. „Ich bin enttäuscht, dass Thiel nicht schon früher die Prognose gesenkt hat. Nach dem schwachen vierten Quartal war eine Ebit-Prognose von 50 Millionen Euro für 2005 doch sehr ambitioniert“, sagte ein Analyst.

Gefragt waren hingegen erneut die Papiere von Pfleiderer. Mit einem Plus von 5,5 Prozent auf 14,25 Euro waren die Titel des Holzverarbeiters größter MDax-Gewinner. „Die Aktie profitiert erneut vom optimistischen Ausblick und der Aussicht auf eine Dividende“, sagte ein Händler. „Außerdem ist sie nach dem Sprung über die Marke von 14 Euro auch charttechnisch attraktiv.“

Bei den Kleinwerten im SDax heizte der Maschinenbauer Klöckner-Werke mit der Ankündigung einer Dividendenausschüttung nach einer Gewinnverdoppelung 2004 die Nachfrage nach seinen Aktien an. „Die angekündigte Dividende von einem Euro sowie der Aktienrückkauf hat die Klöckner-Aktie bei großen Umsätzen nach oben gezogen“, sagte Hüffer. Klöckner-Aktien legten zeitweise um über 18 Prozent auf 11,99 Euro zu.

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