Russland: Fitch-Abstufung belastet Börse Moskau

Russland
Fitch-Abstufung belastet Börse Moskau

Die Ratingagentur Fitch misstraut Russlands Kreditwürdigkeit – und die Anleger misstrauen mit. Die Börsen gingen auf Talfahrt. Zudem wurde bekannt, dass Russland Milliarden ausgibt, um den Rubel zu stützen.
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MoskauDie Senkung der Bonitätsnote Russlands und der anhaltende Ölpreisverfall haben den Moskauer Aktienmarkt am Montag belastet. Der Leitindex fiel um bis zu 3,2 Prozent. Auch für den Rubel ging es bergab. Der Dollar legte in der Spitze knapp drei Prozent auf 63,06 Rubel zu. Die Ratingagentur Fitch bewertet die Kreditwürdigkeit Russlands nun nur noch mit "BBB minus" nach bislang "BBB". Eine weitere Herabstufung ist möglich, der Ausblick ist negativ. Fitch begründete das schwächere Rating mit verschlechterten Aussichten für die russische Wirtschaft.

Mit "BBB minus" liegt die Bewertung russischer Staatsanleihen bei Fitch nur noch knapp über Ramsch-Status. Dies sind Schuldpapiere, die Bonitätsprüfer als riskante, spekulative Anlagen ansehen und nicht mehr als solide Engagements (Investment Grade). „Unserer Ansicht nach wird die mögliche Herabstufung auf unterhalb von Investment-Grade von den Friedensverhandlungen in der Ostukraine abhängen“, schreibt Commerzbank-Analyst Simon Quijano-Evans in einem Kommentar. „Ohne Frieden in der Ukraine ist ein Abbau der Sanktionen gegen Russland wenig wahrscheinlich.“

Die westlichen Sanktionen in Folge der Ukraine-Krise wie auch der Preisrutsch beim Öl machen der russischen Wirtschaft derzeit zu schaffen. Der Ölpreis hat seit Mitte vergangenen Jahres rund die Hälfte an Wert eingebüßt, der Rubel kam 2014 auf ein Minus von 72 Prozent zum Dollar.

Ebenfalls wurde bekannt, dass die russische Zentralbank im vergangenen Jahr Milliardensummen investiert hat, um den Wertverfall des Rubel zu bremsen. Zur Stützung der Währung stellte sie 76,1 Milliarden Dollar und 5,4 Milliarden Euro bereit, wie am Montag aus statistischen Daten der Zentralbank hervorging. Mit einer Kapitalspritze von 22,3 Milliarden Dollar stützte die Zentralbank den Rubel demnach im März, als Russland die zur Ukraine gehörende Halbinsel Krim annektierte. Wegen des dramatischen Falls des Ölpreises sprang sie dem Rubel im Oktober mit 27,2 Milliarden Dollar bei, im Dezember mit weiteren 11,9 Milliarden Dollar.

Der Rubel hat im Laufe des vergangenen Jahres gegenüber dem Dollar 41 Prozent seines Wertes verloren, gegenüber dem Euro 34 Prozent. Der Verfall der russischen Währung hatte sich in den letzten Wochen des Jahres 2014 beschleunigt und für Panik in der Bevölkerung gesorgt. Viele Russen tauschten ihr Erspartes in ausländische Währungen um oder gaben in aller Schnelle Geld aus. Seither hat sich der Rubel stabilisiert, verharrt aber weiter auf niedrigem Niveau.

Gründe für den Wertverlust der russischen Währung sind die wegen der Ukraine-Krise verhängten Wirtschaftssanktionen des Westens gegen Moskau und der Verfall des Ölpreises. Der russische Staatshaushalt hängt stark von den Einnahmen aus dem Ölgeschäft ab. Im Gesamtjahr 2014 stiegen die Preise in Russland um 11,4 Prozent an. Die Inflation wurde auch vom Embargo befeuert, das Russland als Reaktion auf die Sanktionen gegen westliche Lebensmittel verhängt hatte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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