Saddam-Ergreifung gibt zeitweise Auftrieb
Ernüchterung nach neuem Dax-Jahreshoch

Die Ergreifung des irakischen Ex-Diktators Saddam Hussein hat den Börsen zeitweise deutlichen Auftrieb verliehen. Der Deutsche Aktienindex markierte im Handelsverlauf ein neues Jahreshoch. Zum Handelsschluss belastete jedoch der wieder steigende Euro-Kurs.

HB FRANKFURT. Die Gefangennahme des irakischen Ex-Präsidenten hat Hoffnungen auf eine Beruhigung der Lage im Irak genährt. Weniger Einfluss auf die Kurse habe angesichts dieser Nachricht die Einigung im Vermittlungsausschuss über Reformvorhaben in Deutschland gehabt, sagten Börsianer.

"Die Festnahme Saddams hat kurzfristig einen positiven Effekt auf die Aktienmärkte, da sie Hoffnungen auf eine schnellere Befriedung des Irak und einen möglicherweise deutlich sinkenden Ölpreis nährt", sagte Carsten Klude, Aktienstratege bei M.M. Warburg. "Aber ich habe meine Zweifel, ob dies die Aktienmärkte nachhaltig beflügeln kann." Saddam war mit dem Irak-Krieg im Frühjahr von britischen und amerikanischen Truppen gestürzt worden.

Am Nachmittag büßte der Dax einen Teil seiner Gewinne allerdings wieder ein. "Die US-Börsen liegen nicht so deutlich im Plus, wie sich das einige vielleicht erhofft haben und das belastet auch den Dax. Außerdem legt der Euro wieder etwas zu", sagte ein Händler. Der Euro lag am Abend bei 1,2289 Dollar.

Der Xetra-Dax ging mit einem Plus von 0,4 % bei 3875,5 Punkten aus dem Handel, nachdem er am Morgen zeitweise sogar auf ein Jahreshoch bei 3930 Punkten geklettert war. Der L-Dax beendete den Parketthandel etwas tiefer bei 3869,5 Punkten.

Positiv wirkte die Festnahme Saddams nach Einschätzung von Händlern auf Luftfahrt- und Touristikwerte, die nach Anschlägen immer überproportional betroffen seien. Mit einem Plus von 2,4 % auf 13,02 ? setzten sich die Lufthansa-Aktien an die Spitze der Dax-Gewinner. Die Titel von TUI legten um 0,8 % auf 16,26 ? zu.

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