Scan Energy
Wird die Neuemission ein Flop?

Der Gang des dänischen Energieunternehmens an die deutsche Börse könnte ein für Anleger ein Flop werden. Das Unternehmen senkte den Preis pro Aktie deutlich und verlängerte die Zeichnungsfrist. Die Investoren zögern.
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dpa-afx HAMBURG. Der geplante Gang des dänischen Energieunternehmens Scan Energy an die Frankfurter Börse startet nicht durch. Das Unternehmen senkte seinen Angebotspreis am Sonntag auf acht Euro je Aktie und verlängerte die Zeichnungsfrist um zwei Tage bis Mittwoch. Ursprünglich lag die Preisspanne bei neun bis 13 Euro. Um zumindest das untere Ende des geplanten Bruttoerlöses von 158 Mio. Euro zu erreichen, will das Unternehmen mehr Aktien ausgeben. Statt 17,5 Mio. sollen nun bis zu 19,7 Mio. Anteilsscheine gehandelt werden.

Knapp drei Mio. Aktien wollen die Altaktionäre im Rahmen einer eventuellen Mehrzuteilung ("Greenshoe") zur Verfügung stellen. Sollten alle Aktien platziert werden, würde der Streubesitz auf knapp 52 Prozent steigen. Ursprünglich war ein Wert von 48,6 Prozent angestrebt worden. Ein Sprecher betonte, dass das Unternehmen den Börsengang in jedem Fall durchziehen wolle: "Das ist unser letztes Wort. Wir haben mit dem Festpreis einen weiteren Anreiz gesetzt."

Zögerliche Investoren

Das Unternehmen habe sich angesichts der derzeit schwierigen Rahmenbedingungen für Börsengänge in Deutschland zu dieser Anpassung der Angebotsbedingungen entschlossen, hieß es in der Mitteilung. Erst am Donnerstagabend hatte der Baukonzern Hochtief den Börsengang seiner Infrastrukturtochter Concessions wegen mangelnder Nachfrage kurzfristig abgesagt. Wie Hochtief verwies auch Scan Energy auf Auswirkungen der Dubai-Krise: Diese habe die Investoren zögern lassen, erklärte Scan Energy.

Scan Energy wurde 2003 in Dänemark gegründet. Die operative Zentrale ist in Hamburg angesiedelt. Das Unternehmen entwickelt und betreibt Wind- und Solarparks. Derzeit verfügt es über ein Bruttoproduktionsvolumen von 514 Megawatt, 457 davon sind Windkraft und 57 Solarenergie. Im Bau sind Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 283 Megawatt. Die Entwicklungspipeline hat ein Volumen von rund 1,6 Gigawatt. Der Konzernumsatz belief sich in den ersten neun Monaten 2009 auf 71,2 Mio. Euro. Unterm Strich verbuchte das Unternehmen in diesem Zeitraum einen Fehlbetrag von 8,9 Mio. Euro.

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