Schlussbericht Börse Europa versetzt Dax in Krisenmodus

Aus der Euro-Zone kommt eine negative Schlagzeile nach der anderen. Einige spielen bereits den Austritt Griechenlands aus dem Euro durch, andere hofften auf eine Lösung. Facebooks Börsengang konnte dem Dax nicht helfen.
Update: 18.05.2012 - 17:59 Uhr 88 Kommentare

Börse Frankfurt am Abend

FrankfurtEuropas Börsen haben am letzten Wochenhandelstag eine Berg- und Talfahrt erlebt. Unterschiedliche Nachrichten aus der Euro-Zone ließen die Kurse steigen und fallen. Dank aufkeimender Hoffnungen auf eine Bewältigung der Schuldenkrise ging es kurz aufwärts. Allerdings überwogen zu Handelsschluss die Zweifel. Der Dax ging um 0,6 Prozent tiefer mit 6.271 Punkten aus dem Handel, der Euro-Stoxx büßte 0,2 Prozent ein. Auf Wochensicht hat der Dax 4,7 Prozent verloren.

Die Nachrichtenlage war durchwachsen: Die Herabstufung 16 spanischer Banken schmeckte den Anlegern überhaupt nicht. Außerdem wurde Griechenland von Fitch herabgestuft. Ein Austritt aus der Euro-Zone werde „wahrscheinlich“, begründete die Ratingagentur den Schritt.

Angesichts der politischen Wirren in Athen kursieren in der Euro-Zone Planspiele für eine Zukunft ohne Griechenland. Die EU-Kommission und die EZB arbeiten EU-Handelskommissar Karel De Gucht zufolge an entsprechenden Notfall-Szenarien. "Vor eineinhalb Jahren mag die Gefahr eines Domino-Effekts bestanden haben", sagte De Gucht einem am Freitag veröffentlichten Interview der belgischen Zeitung "De Standaard" zufolge. Aber nun stellten sich Stäbe der EZB und der EU-Kommission auch darauf ein, "dass es Griechenland nicht schafft".

Allerdings gab es auch positive Impulse. Die Aussicht eines Wahlsieges der Sparpaket-Befürworter in Griechenland sorgte für verhaltenen Optimismus. Einer Umfrage zufolge könnten die konservative Neue Demokratie und die sozialistische Pasok bei dem Urnengang im Juni eine Mehrheit erringen. "Wenn die Wähler weiter zu den etablierten Parteien tendieren, wird Griechenland sicher nicht die Euro-Zone verlassen", sagte Mike Lenhoff, Chef-Stratege des Anlageberaters Brewin Dolphin. Außerdem erhalte das hoch verschuldete Land eine Führung, die anerkenne, was getan werden müsse. Dies könnte eine deutliche Erleichterungsrally auslösen.

Nach Aussage des Hedgefonds-Managers Lex van Dam, der bei Hamstead Capital ein Vermögen von 500 Millionen Dollar verwaltet, kann die Stimmung schnell wieder kippen. Schließlich sei die Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit Griechenlands oder einer Ansteckung anderer europäischen Schulden-Staaten noch lange nicht gebannt.

Am Nachmittag machten noch Gerüchte über neue Aktionen der Fed und der europäischen Notenbank die Runde und sorgten für ein kurzes Plus. Einige Investoren scheinen auf Liquiditätsspritzen zu hoffen.

Kommt ein Leerverkaufsverbot für Bankenwerte?
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88 Kommentare zu "Schlussbericht Börse: Europa versetzt Dax in Krisenmodus"

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  • @daytrader-wave: Unser Blog ist einstimmig für eine Einladung an Dich. trady als registrierter Nutzer wird so freundlich sein, seine Email hier zu posten, um in die Umsetzung zu gehen. Schönes WE für Dich, und Glückwunsch zu 90 Daxpunkten heute.

  • So ein Dax-Haus hat sehr viele Böden.
    Bisher waren aber alle brüchig.

  • Die 6 300 Punkte scheinen nun doch energisch verteidigt zu werden. Womöglich eine erste Bodenbildung.

  • FB 1. Indikation: 57 - 67 $. Breit aber echt!

  • ich weiß zwar nicht, wie man tief denkt,
    das überlasse ich lieber Ihnen,
    aber auch Ihre ausführlichen Erklärungen werden nichts
    beim Hahn auf dem Mist ändern.
    Die einzigen, die immer gewinnen, sind die Broker.

  • Ich würde die aktuelle Situation als kontrollierte Flucht aus Aktien beschreiben. Es handelt sich hier möglicherweise um Lehmann 2.0. Die Banken haben definitiv Angst und versuchen soviel Cash wie möglich zu halten. Selbiges gilt für Versicherer und Rückversicherer die traditionell viele Staatsanleihen in ihren Portfolios halten. Auch hier wird man sich auf alle Eventualitäten vorbereiten und die Cash Reserven erhöhen. Wie ? In dem man sich seiner Aktien entledigt und zwar peu a peu um nicht zu grosse Preisrutsche zu riskieren. Die Tendenz ist aber wohl eindeutig.

  • Kostolany sagt:

    "@WennDasWoertchenKannNichtWaer

    wenn ich diese Kommentare mal zusammenfassen darf:

    wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist."

    Ein wenig despektierlich, ihre Äußerung. Möglicherweise sollten Sie erst tiefer denken und dann schreiben. Vielleicht erschließt sich Ihnen dann der Sinn meiner Aussage.

    Es ist mir aber zu blöd, hier noch jemals ausführliche Erklärungen abzuliefern.

  • der Verleich von Ihnen ist falsch. Es ist nämlich, als wenn sie in der Urlaub fahren und freie Wahl der Forbewegungsmittel haben.

    Um in Ihrer Metapher zu bleiben: Wir debattieren hier viel zu oft über das Fortbewegungsmittel, anstatt uns über das Reiseziel zu unterhalten. Und es geht - da werden Sie mir freilich zustimmen - bei Ihrer Urlaubsreise doch selten um die Art, wie man da hinkommt? Also wir zu Hause reden nur über das Ziel ;-)

  • EU gibt Notfallpläne zu

    Seit Tagen wird über den Verbleib Griechenlands in der Eurozone debattiert. Nun gibt mit Karel De Gucht erstmals ein EU-Kommissar zu, dass man sich in Brüssel und bei der EZB in Frankfurt auf einen etwaigen Ausstieg Athens vorbereitet. "Das Endspiel hat begonnen", sagt der Belgier. Er wisse nicht, wie dieses ausgeht.

  • "Optimisten gewinnen die Oberhand"

    bei was sind sie denn optimistisch? Das Griechenland doch nicht pleite geht? Oder Spanien sich fängt?

    Ist doch holes Geschwätz. Das war doch bloß die Reaktion auf den kleinen Verfall.

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