Schlussbericht Börse Frankfurt
Anleger fassen neuen Mut

Entspannung am deutschen Aktienmarkt. Der Dax ist zum Wochenbeginn um zwei Prozent gestiegen. Vor allem der Ölpreisrückgang sorgte für eine deutliche Stimmungsaufhellung.

HB FRANKFURT. Mit kräftigen Zugewinnen sind die deutschen Aktienindizes in die neue Handelswoche gestartet. Der Deutsche Aktienindex (Dax) legte am Montag 2,15 Prozent auf 6.407,28 Punkte zu. Der MDax gewann 1,34 Prozent auf 8.593,61 Zähler und der TecDax 2,7 Prozent auf 754,07 Punkte.

"Der Rückgang des Ölpreises hat den Anlegern die Angst vor einer davon galoppierenden Inflation etwas genommen", sagte ein Händler. Das Fass US-Leichtöl kostete zeitweise mit rund 140 Dollar mehr als fünf Dollar weniger als am Freitag.

Die meisten Börsianer blieben allerdings skeptisch, da die Handelsumsätze moderat waren. Viele Anleger hielten sich vor Beginn der Bilanzsaison in den USA zurück, die der Aluminiumhersteller Alcoa am Dienstag einläuten wird. Börsianer befürchten, dass die Unternehmensprognosen für das dritte Quartal schwach ausfallen werden.

Größte Gewinner im Dax waren die Bayer-Aktien. Ein Forschungsrückschlag des israelischen Generika-Herstellers Teva sei für das Bayer-Konkurrenz-Produkt Betaferon positiv, erklärte WestLB-Analyst Andreas Theisen. Die Bayer-Aktien stiegen um vier Prozent auf 54,97 Euro. Mit einem Plus von 3,5 Prozent auf 70,81 Euro waren die Siemens-Aktien einer der größten Gewinner. "Da ist ein Fantasie drin", sagte ein Händler mit Blick auf die zum Monatsende erwarteten Quartalszahlen.

Unterstützung bekam der Dax auch von den Versorgerwerten. Eon stiegen um 3,6 Prozent, RWE um gut drei Prozent. Händler begründeten dies mit einer europaweiten Hausse des Sektors. Die Aktien der spanischen Iberdrola zogen in Madrid um 7,8 Prozent an, nachdem der zweitgrößte Aktionär des Energiekonzerns erklärt hatte, es gebe keine Alternative zur Fusion mit Gas Natural.

Postbank zu teuer?

Spekulationen über den von der Post geforderten Preis für die Postbank drückten die Aktien beider Konzerne, die im Dax als einzige im Minus schlossen. Händler warnten, die Post könnte zu viel fordern. Postbank-Aktien büßten zwei Prozent auf 51,42 Euro ein, Post-Aktien 0,5 Prozent auf 16,37 Euro.

Im MDax brachen die Aktien von Fresenius um bis zu elf Prozent ein, nachdem der Konzern die Anleger mit der Ankündigung einer Kapitalerhöhung zur Finanzierung einer milliardenschweren Übernahme in den USA verschreckt hatte.

Die Einkaufstour von Fresenius in den USA wurde zwar als strategisch sinnvoll beschrieben. Für Unmut bei den Anlegern sorgte aber, dass die Fresenius-Tochter Kabi die Übernahme für 3,7 Milliarden Dollar teilweise mit einer Kapitalerhöhung finanzieren will. Die Fresenius-Aktie fiel zeitweise auf das niedrigste Niveau seit November 2006 und ging mit einem Minus von 9,3 Prozent auf 49,44 Euro aus dem Handel.

Schlusslicht im MDax waren ProSiebenSat.1, die nach einer Verkaufsempfehlung der Analysten der Deutschen Bank um fast zwölf Prozent auf ein Fünf-Jahres-Tief von 4,85 Euro abstürzten.

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