Schlussbericht: Börse Frankfurt
Anleger machen Kasse – Dax schließt leichter

Die Anleger wissen im Moment nicht so recht, woran sie sind. Der Dax pendelt zwischen Gewinn- und Verlustzone, fällt im Handelsverlauf dann aber zurück und schließt im Minus. Gute Unternehmenszahlen können die Anleger nicht beeindrucken. Solarwerte stehen im Fokus.

HB FRANKFURT. Nach Kursgewinnen zu Wochenbeginn hat der Dax am Dienstag eine Verschnaufpause eingelegt. Der Index pendelte lange Zeit um sein Vortagesniveau und ging mit 5811,77 Prozent 0,7 Prozent im Minus aus dem Handel. Selbst überwiegend positiv beurteilte Quartalszahlen von großen US-Konzernen wie Apple, DuPont, Caterpillar oder Pfizer konnten die Investoren nicht aus der Reserve locken. "Die Luft hier oben wird einfach dünn, da stellen viele ihre Gewinne erst einmal sicher", sagte ein Händler.

"Viele warten jetzt erst einmal die weiteren Quartalszahlen ab", sagte ein anderer Börsianer. "Mittlerweile müssen diese auch schon deutlich besser als erwartet ausfallen, um Schub zu geben, nur "gute' Zahlen reichen nicht mehr". In den kommenden Tagen lassen sich unter anderem eBay, Amazon, McDonalds und Microsoft in die Bücher blicken. Für Druck sorgten zudem US-Konjunkturdaten, die schlechter als erwartet ausgefallen waren und die US-Börsen belasteten.

Als Stütze für den Dax erwiesen sich vor allem die Versorger: E.ON und RWE gingen über ein Prozent höher aus dem Handel. "Die Titel sind dem Markt zuletzt hinterhergehinkt, das holen sie nun wieder etwas auf", sagte ein Marktteilnehmer. Dax-Spitzenreiter K+S profitierte von Übernahmegerüchten, wie Händler erklärten. Der Kasseler Düngemittelspezialist verteuerte sich um 1,6 Prozent. Auch Infineon standen mit Hilfe der gut aufgenommenen Apple-Zahlen mit einem Plus von 1,2 Prozent auf der Gewinnerseite. Apple selbst kletterten im US-Handel um über fünf Prozent, nachdem die Titel schon am Vorabend in Reaktion auf den Quartalsbericht um sieben Prozent gestiegen waren.

Doch half das nicht, den gesamten US-Markt im Plus zu halten: Zu Handelsschluss in Europa notierte der Dow-Jones 0,4 Prozent niedriger bei 10 048 Punkten, der Nasdaq-Composite fiel um 0,4 Prozent auf 2168 Punkte. Marktteilnehmern zufolge wurde der positive Einfluss guter Quartalsberichte von schwachen Konjunkturdaten zunichtegemacht. "Viele Börsianer haben aber auch nur einen Vorwand gesucht, um Gewinne zu realisieren", sagte ein Marktteilnehmer.

Auch der europäische Stoxx50 pendelte um das Niveau des Vortages. Zu Handelsschluss notierte der Index mit 2504 Punkten 0,4 Prozent niedriger. Vor allem die Aktien der Banken erwiesen sich als Belastung, allen voran Barclays: Die Aktie des britischen Instituts sackte um 4,8 Prozent ab, nachdem der Großaktionär Katar mitteilte, 379 Mio. Barclays-Aktien abzustoßen. Das wiederum entfachte Spekulationen, Katar werde das eingenommene Geld in Aktien der Supermarktkette Sainsbury stecken, an der Katar bereits 26 Prozent hält. Der Kurs der britischen Supermarktkette stieg um 5,4 Prozent.

Daimler - die großen Gewinner von Wochenbeginn - notierten am Abend 1,7 Prozent tiefer bei 36,985 Euro. Einige Analysten lobten die am Montag überraschend veröffentlichten Eckdaten der Quartalsbilanz. "Das war genau das, auf was wir gehofft hatten, und wir sind mit den Ergebnissen sehr zufrieden", schrieben die Analysten von Unicredit. Andere blieben zurückhaltender: "Für eine abschließende Würdigung muss jedoch die Veröffentlichung des kompletten Abschlusses abgewartet werden", schrieb DZ-Bank-Analyst Michael Punzet. Am Montag hatten Daimler-Papiere sieben Prozent höher geschlossen.

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