Schlussbericht Börse Frankfurt: Dax-Anlegern fehlt der Mut zum Rekord

Schlussbericht Börse Frankfurt
Dax-Anlegern fehlt der Mut zum Rekord

Nur noch knapp 100 Punkte trennen den Dax von seinem Rekordhoch. Am Mittwoch taten sich Anleger mit Zukäufen allerdings noch schwer. Für Unsicherheit sorgte die instabile Lage in der Ukraine. Bergab ging es für den Euro.
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FrankfurtDer Wille ist da, allein der Mut fehlt: Von seinem Rekordhoch ist der Dax nur noch knapp 100 Prozent entfernt, doch am Mittwoch taten sich die Investoren mit Zukäufen noch schwer. Das lag Händlern zufolge zum Teil auch an der Unsicherheit über die Lage in der Ukraine. „Angesichts dieser Nachrichten fehlt einfach das Vertrauen für weitere massive Aktienkäufe", fasste ein Händler zusammen. So ging der deutsche Leitindex mit einem Verlust von 0,39 Prozent auf 9661 Punkte aus dem Handel. Auch der Euro Stoxx 50 gab leicht nach.

Nach Agenturberichten hat der russische Präsident Wladimir Putin Teile der Streitkräfte in Westrussland in Alarmbereitschaft versetzt. „Ich halte das für ziemlich unwahrscheinlich, dass Putin in die Ukraine einmarschiert", sagte ein Händler. Andere stimmten zu, sprachen aber auch von einer allgemeinen Verunsicherung. „Die letzten Konjunkturdaten und einige Unternehmensbilanzen waren auch nicht überzeugend genug, um den Dax weiter hochzujagen", erklärte ein Börsianer. „Und wenn dann solche politischen Sachen dazu kommen, ist man lieber vorsichtig."


Zu den größten Verlierern im Dax zählten die Aktien von Lanxess mit einem Verlust von 2,63 Prozent auf 53,39 Euro. Zeitweise lagen die Papiere allerdings mehr als sechs Prozent im Minus. Der Chemiekonzern fuhr wegen hoher Abschreibungen 2013 einen Verlust von 159 Millionen Euro ein, nachdem 2012 noch ein Überschuss von gut 500 Millionen Euro in den Büchern stand. DZ-Bank-Analyst Peter Spengler reduzierte die Gewinnschätzungen für 2014 und 2015 und kassierte seine Kaufempfehlung. Das Kursziel senkte er um zehn auf 50 Euro.

Auf den Verkaufszetteln standen auch die Aktien von RWE und E.ON, die 4,23 und 3,01 Prozent einbüßten. Nach den Kursgewinnen der vergangenen Wochen machten einige Anleger Kasse, erklärten Händler. Fresenius und die Aktien der Dialysetochter FMC setzten die Talfahrt vom Vortag im Sog der Enttäuschung über den Ausblick des Gesundheitskonzerns fort: Fresenius verloren 2,24 Prozent, FMC 1,21 Prozent.

Auf der Gewinnerseite ganz oben standen Infineon. Händler erklärten, das Überspringen der Acht-Euro-Marke habe Kaufsignale ausgelöst. Die Titel stiegen um 1,42 Prozent auf 8,12 Euro und notierten damit so hoch wie seit Juli 2011 nicht mehr.

Größter Gewinner im Dax waren die Aktien von K+S mit einem Plus von 1,57 Prozent. Der kanadische Kali-Rivale Potash hält eine Wiederannäherung der beiden osteuropäischen Branchengrößen Uralkali und Belaruskali für möglich, deren Streit im Sommer vorigen Jahres eine Preisverfall beim Kali und damit einen Kurssturz bei K+S ausgelöst hatte.

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  • Mein Beitrag war sehr sachlich und analytisch auch korrekt. Er kritisierte, dass HB jeden Tag einen steigenden Dax konstatiert, selbiger aber seit Anfang Januar auf der Stelle tritt. Was ist daran unsachlich?????

  • @farmer

    Nur mal angenommen es gäbe wirklich eine Art Bereinigung zum Mittelwert. Den "Draghi-Put" gibts doch seit knapp unter 6000 Punkten, oder?

    Irgendwo zwischen dort und der 10000 wird wohl die "Wahrheit" liegen bis neue, positive Impulse - und das wird früher oder später passieren, wenn der Kapitalismus nicht ersetzt wird - wieder weit höhere Kurse bedeuten werden.

  • Ich denke mit Limits eingeben fährt man gar nicht schlecht zur Zeit. Die Kurse werden so schnell gestellt, kaum will man kaufen ist der Kurs schon wieder weg. Mal abwarten was morgen passiert, Draghi spricht. Evtl. gibt es noch Calls die bereits verfallen sind nachbörslich aber nicht ausgenockt werden können.

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