Schlussbericht Börse Frankfurt
Dax beendet Verlustserie

Der dreitägige Abwärtstrend ist gestoppt. Positive Daten vom US-Arbeitsmarkt verpassten dem Dax heute einen kräftigen Schub. Neue Sorgen um die Konjunktur in der Euro-Zone gerieten dagegen in den Hintergrund.
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DüsseldorfDie Herunterstufung der Bonität Spaniens hat am Donnerstag bei europäischen Aktienlegern neue Hoffnungen auf einen baldigen Hilfsantrag des hoch verschuldeten Landes geweckt. Am Nachmittag verhalfen dann überraschend gute US-Arbeitsmarktdaten den Börsen zu einem Zusatzschub. Der Dax ging am Ende mit einem Plus von 1,06 Prozent auf 7281 Punkte aus dem Handel.

Spanien wird nach Ansicht von Nomura-Volkswirt Nick Matthews unter den Rettungsschirm schlüpfen. "Die einzige Unsicherheit besteht darin, wann dieses Ereignis eintritt." Der Hilfsantrag könne sich zwar noch etwas verzögern, er gehe aber davon aus, dass es spätestens Ende Oktober so weit sein wird. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hatte am Vorabend die Kreditwürdigkeit des Staates auf "BBB-" gesenkt - damit rangiert das Euro-Land nur noch eine Stufe über dem Ramschstatus.

Spanien scheut sich, unter den Rettungsschirm zu schlüpfen. Das ist allerdings die Vorbedingung für unterstützende Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB). Damit sollen die Zinsen gedrückt werden. Bislang hat Spanien lediglich Geld zur Stützung seines maroden Bankensektors erbeten. Anleger trennten sich auch von spanischen Staatsanleihen. So stieg die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Titel auf 5,914 Prozent.
Unterstützung gab es von positiven Konjunkturdaten: Die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe ging auf 339.000 von revidierten 369.000 in der Vorwoche zurück. Das ist der niedrigste Stand seit viereinhalb Jahren. Analysten hatten mit einem leichten Anstieg auf 370.000 gerechnet.

Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens durch die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat am Donnerstag Euro- und Rentenanleger kaum beeindruckt. Der Euro zog auf 1,2925 Dollar an und notierte damit rund einen halben US-Cent höher als am Vorabend in New York. Am Morgen war er noch bis auf 1,2826 Dollar abgerutscht, als Anleger in der Entscheidung vor allem eine Eskalation der Schuldenkrise witterten. Dies hatte zunächst auch die Renditen der spanischen und italienischen Staatsanleihen in die Höhe getrieben. Doch auch am Rentenmarkt drehte der Wind, so dass die Renditen am Nachmittag wieder in etwa das Vortagesniveau erreichten.

Am Rentenmarkt grenzten die spanischen Anleihen denn auch ihre anfänglichen Verluste deutlich ein, so dass die Rendite mit 5,86 Prozent wieder fast das Vortagesniveau von 5,83 Prozent erreichten. Zuvor waren sie zeitweise auf 5,96 Prozent geklettert.

Unterstützt wurde die Stimmung vom guten Verlauf einer italienischen Anleihe-Auktion. Italien musste zwar für die Anleihen mit einer Laufzeit von drei Jahren wieder mit 2,86 (zuvor 1,75) Prozent eine höhere Rendite bieten. Doch war dies vor allem auf den Anstieg der Renditen am Sekundärmarkt in den vergangenen Tagen zurückzuführen - und der Zins lag noch deutlich unter dem Niveau vom Juni, als Italien den Anlegern für ähnliche Kredite mehr als fünf Prozent zahlen musste. Zudem konnte die Regierung mit 3,75 Milliarden Euro so viel Geld wie maximal geplant einnehmen. Auch die Überzeichnung war mit dem 1,67-Fachen höher als zuletzt. "Das war eine sehr starke Auktion mit einer guten Nachfrage und einer sehr guten Prämie", erklärte Artis Frankovics, Stratege bei Nomura in London.

Die Kurse der zehnjährigen italienischen Anleihen drehten ins Plus, so dass die Rendite auf 5,09 von 5,11 Prozent am Vorabend fiel. Am Morgen war die Rendite zeitweise noch bis auf 5,19 Prozent geklettert.

Während die Anleger bei den italienischen Anleihen wieder zugriffen, ließ der Appetit auf deutsche Papiere - sie gelten als sicherer Hafen - nach. Der Bund-Future grenzte seine Gewinne deutlich ein und lag am späten Nachmittag mit 141,47 Zählern nur noch 24 Ticks im Plus. Am Morgen hatte er in der Spitze 67 Ticks auf 141,30 Punkte zugelegt. Die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihen lag mit 1,48 Prozent leicht unter dem Vortagesniveau von 1,50 Prozent, aber über dem im frühen Handel erreichten Tagestief von 1,45 Prozent.

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  • Das Schneebrett beginnt zu Rutschen ...

  • Wann werden die Anleger mit den niedrig verzinsten
    Anleihen wohl nervös ?
    Wenn die Zinsen in USA leicht steigen ?
    Mal sehen, wer zuerst die Nerven verliert.

  • fjv2

    Die Sparkassen, Voksbanken und anderen Banken sprechen Omi und Opi nicht an. Nimmer und nimmer wird eine Kommunalanleihe von Bayern oder BW bis September 2013 im Kurs verlieren

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