Schlussbericht: Börse Frankfurt
Dax: bester Monat seit sechs Jahren

Der Höhenflug des Dax geht auch heute weiter. Freundliche Wirtschaftsdaten und gute Quartalszahlen treiben den Dax am letzten Handelstag des Monats. Seit März konnte der Index knapp 17 Prozent zulegen. Die Gewinner und Verlierer auf einen Blick.

HB FRANKFURT. Erfreuliche Wirtschaftsdaten aus den USA und überraschend starke Quartalszahlen von großen Dax-Konzernen wie BASF und MAN haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt zu Käufen ermutigt. Der Dax lag am Donnerstagmittag 1,38 Prozent im Plus bei 4 769Punkten. Zwischenzeitlich knackte der Dax die Marke von 4800 Punkten. „Jeder denkt, wir haben eine Hausse, und alle machen mit“, stellte ein Händler fest. Ein anderer Börsianer sagte, die Befürchtungen des Marktes hätten sich bei vielen Unternehmen nicht bewahrheitet, so dass die Investoren oft auch trotz Gewinnrückgängen bei den Aktien zugriffen. „Viele Anleger sind noch nicht investiert und müssen jetzt einsteigen, um die Aufwärtsbewegung nicht zu verpassen“, ergänzte er.

Nicht nur der Wochenabschuss lief gut. Im abgelaufenen Monat April ist der Dax so stark gestiegen wie seit sechs Jahren nicht. Mit einem Plus von 16,8 Prozent verbuchte er sein viertbestes Monatsergebnis überhaupt. Im Vergleich zu seinem Fünfeinhalb-Jahres-Tief von Anfang März hat der Index gut ein Drittel an Wert zugelegt und liegt damit wieder auf dem Niveau zu Anfang des Jahres. MAN und Daimler legten im April um rund 43 Prozent zu, die Deutsche Bank um 34 Prozent. Einzige Verlierer waren die Papiere der Deutschen Telekom mit - 2,2 Prozent und Beiersdorf mit - 7,8 Prozent.

"Obwohl wir noch mitten in der Finanzkrise stecken, sieht es derzeit ganz gut aus", sagte Fidel Helmer, Chefhändler bei Hauck & Aufhäuser. "Wir haben einen sehr freundlichen Börsenmonat hinter uns und die Nachrichtenlage von Unternehmens- und Konjunkturseite verbessert sich." So seien etwa die jüngsten Zahlen der Deutschen Bank ebenso erfreulich ausgefallen wie Industrieproduktionsdaten aus Japan und ein gestiegenes US-Verbrauchervertrauen. Auch die Aussagen der US-Notenbank (Fed) vom Vorabend, denen zufolge sich die Konjunkturaussichten in den USA seit März aufhellen, stützten die gute Stimmung.

Nächste Woche könnte die Rally weitergehen. „Ich rechne ab Montag mit Anschlusskäufen und einem Spurt in Richtung 5000 Punkte“, sagte Marktstratege Mirko Pillep von der Helaba. Strategische Investoren hätten, so begründete er seine Einschätzung, bislang überwiegend am Seitenrand gestanden und der Marktentwicklung nur zugeschaut. „Wer sich also bislang noch nicht positioniert hat, gerät unter Zugzwang.“

Schwache, aber dennoch besser als erwartete Quartalszahlen katapultierten die Aktie des Chemieunternehmens BASF an die Spitze im DAX. Sie stiegen um 7,37 Prozent auf 28,57 Euro, obwohl BASF aufgrund der Wirtschaftskrise einen schlechten Start in das neue Jahr meldete und auch für den Rest des Jahres wenig Positives erwartet. Der Nutzfahrzeug- und Motorenhersteller MAN konnte trotz deutlicher Umsatz- und Ergebnisrückgänge im ersten Quartal ebenfalls positiv überraschen, was den Titeln einen Aufschlag von 2,37 Prozent auf 46,99 Euro bescherte.

Das Management der Lufthansa gab nach der Zahlenvorlage am Mittwoch vor Handelsschluss weitere Details bekannt und will unter anderem das Flugangebot weiter reduzieren. Die Aktie profitierte von den Aussagen und legte um weitere 3,04 Prozent auf 9,665 Euro zu, nachdem sie bereits tags zuvor um mehr als sieben Prozent gestiegen war.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise belastete den Halbleiter- Zulieferer und Chemiekonzern Wacker Chemie nicht ganz so stark wie befürchtet. Die Aktie sprang mit plus 18,65 Prozent auf 78,38 Euro an die MDAX-Spitze.

Mit Blick auf Europa legte der EuroSTOXX 50 um 1,75 Prozent auf 2375,34 Zähler zu. Auch die Börsen in London und Paris schlossen fest. In den USA legten die wichtigsten Indizes zum europäischen Börsenschluss weiter zu.

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