Schlussbericht Börse Frankfurt
Dax bleibt in Lauerstellung

Dank eines fulminanten Schlussspurts ist der Dax auch am Donnerstag nahezu unverändert aus dem Handel gegangen.Die wichtige 7000er Marke bleibt somit in greifbarer Nähe.Die Aktien der Commerzbank rauschten in den Keller.
  • 53

FrankfurtDank eines fulminanten Schlussspurts ist der Dax am Donnerstag nahezu unverändert aus dem Handel gegangen. Der deutsche Leitindex sank lediglich um 0,02 Prozent auf 6964 Punkte. Die psychologisch wichtige Marke von 7000 Punkten ist somit weiter zum Greifen nahe.

Am Nachmittag sorgten positive Daten vom US-Arbeitsmarkt für Auftrieb. Zudem spekulierten einige Anleger weiter auf neue geldpolitische Maßnahmen seitens der großen Notenbanken.

Nach seinem knapp zehnprozentigen Anstieg in den vergangenen beiden Wochen stellen sich immer mehr Investoren die Frage, ob dieses Plus gerechtfertigt ist. "Wenn man eine weitere Lockerung der Geldpolitik erwartet und realistische Chancen auf ein moderates Gewinnwachstum sieht, sind Aktien nicht besonders teuer", sagte Investment-Stratege Richard Batty von Standard Life Investments. "Man sollte sich aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen."

Für einige Aktienhändler könnte sich der Kursanstieg zum Selbstläufer entwickeln. "Wer bislang nicht im Dax investiert ist, muss entweder nervenstark auf einen Rückfall warten, oder doch noch auf den fahrenden Zug aufspringen", sagte ein Händler. Sollte der Dax die 7000er-Marke knacken - zuletzt hat er Anfang April darüber notiert - könnten viele entgegen ihrer Überzeugung zum Einstieg gezwungen sein, fügte er hinzu.

Aus Sicht institutioneller Kunden ergebe die Kursentwicklung in der derzeitigen Krisenlage aber nur wenig Sinn, erklärte Marktanalyst Gianni Hirschmüller von Cognitrend. Nach deren am Vorabend veröffentlichten Umfrage in Zusammenarbeit mit der Deutschen Börse ist in den vergangenen sechs Handelstagen denn auch die Zahl der Pessimisten auf 46 (44) Prozent gewachsen, während die Optimisten mit 35 (36) Prozent weniger Zulauf bekamen.

Kommen die langersehnten Anleihenkäufe der EZB oder kommen sie nicht? Am Devisenmarkt wächst die Angst vor einer wochenlangen Hängepartie, bis klar ist, ob und in welchem Umfang die EZB im Kampf gegen die Euro-Krise am Markt aktiv wird. Die Gemeinschaftswährung, die zu Wochenbeginn noch auf ein Ein-Monats-Hoch von 1,2443 Dollar gestiegen war, rutschte am Donnerstag kurzzeitig unter die 1,23-Dollar-Marke. "Je länger Spanien damit wartet, den EFSF um Hilfe zu bitten, desto größer werden die Sorgen", sagte Kit Juckes, Stratege bei der Societe Generale.

Der französische Notenbankchef Christian Noyer versicherte unterdessen, dass die EZB bei einer Intervention am Anleihenmarkt klotzen, nicht kleckern werde. "Unsere Operationen werden einen ausreichenden Umfang haben, um starke Wirkung auf die Märkte auszuüben", sagte das EZB-Ratsmitglied dem Magazin "Le Point" in einem Interview. Insbesondere Spanien und Italien ächzen seit Monaten unter hohen Renditen am Kapitalmarkt, die die Refinanzierung beträchtlich verteuern.

Rainer Sartoris, Volkswirt bei HSBC Trinkaus, rechnet damit, dass die Hoffnung auf ein baldiges Eingreifen der EZB den Euro noch eine Weile tragen dürfte. "Auch wenn wir von einer Lösung der Schuldenkrise weit entfernt sind, sorgt die von der EZB signalisierte Bereitschaft insgesamt doch für Beruhigung."

Seite 1:

Dax bleibt in Lauerstellung

Seite 2:

Telekom und Commerzbank auf Talfahrt

Kommentare zu " Schlussbericht Börse Frankfurt: Dax bleibt in Lauerstellung"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Mit dem DAX gehts erst nach Olympia abwärts.

  • @ Heidelberger

    So hatte ich das gestern aber nicht gemeint. Sie können nicht mit ihren gefühlen umgehen und kennen keine Grenzen;

    Aufgabe:

    1. Lesen Sie "Vom Gemeinschaftssinn zur Sinngemeinschaft" und beobachten Sie dabei nicht die Schuldenkrise,jedoch sich selbst

    2. Lesen Sie "Ursachen der Wirtschaftskrise" von Mises

    3. Sie bitten "Deltaone" um Verzeihung, oder Sie nehmen besser in einem politischen Forum Platz. Dort gibt es gut und böse oder auch nicht.

    So geht das nicht, Heidelberger! Sie verhindern dauern, daß daß Forum im eigenen Interesse und im Interesse anderer auf den September angeessen reagieren kann.

    Tschüss

  • [+++Beitrag von der Redaktion gelöscht+++]

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%