Schlussbericht Börse Frankfurt
Dax bleibt in Rekord-Reichweite

Der Dax geht nahezu unverändert aus dem Handel. Spekulationen rund um die EZB sorgten aber zeitweiße für kräftige Turbulenzen. Richtig spannend wird für Anleger erst nach Handelsschluss. Im Fokus steht erneut die Fed.
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FrankfurtDer Dax ist am Mittwoch nahezu unverändert aus dem Handel gegangen. Am Ende stand ein kleinen Plus von 0,1 Prozent bei 9202 Punkten zu Buche. Zwischenzeitlich sorgten Spekulationen über einen negativen EZB-Einlagezins für Turbulenzen auf Europas Finanzmärkten. Der Dax legte innerhalb von wenigen Minuten um knapp 80 Punkte zu, musste aber kurze Zeit später wieder alle Gewinne abgeben. Händler begründeten die Bewegung mit einem Bloomberg-Bericht, wonach die EZB darüber nachdenke, den Einlagenzins auf minus 0,1 Prozent zu senken. Bisher liegt der Satz bei 0,0 Prozent. Die EZB war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Der Euro fiel am Abend auf ein Tagestief von 1,3453 Dollar, nachdem er vor den Spekulationen über 1,35 Dollar notiert hatte. Der Bund-Future stieg dagegen um bis zu 17 Ticks auf 141,58 Zähler, nachdem er im bisherigen Handelsverlauf im Minus gelegen hatte.

Bis zum frühen Nachmittag trat der Dax über weite Strecken nur auf der Stelle. Selbst überraschend positive US-Konjunkturdaten beeindruckten an der Börse kaum. Die Zurückhaltung der Anleger erklärten Börsianer auch mit der am Abend anstehenden Veröffentlichung des Fed-Sitzungsprotokolls nach Börsenschluss. Die ultralockere Geldpolitik in der weltgrößten Volkswirtschaft ist wichtiger Treiber für die Börsen. Anleger reagieren deshalb sehr sensibel auf jeden Hinweis darauf, wann eine Drosselung der milliardenschweren Konjunkturhilfen zu erwarten ist.


Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Thyssen-Krupp im Fokus, die 1,62 Prozent auf 19,085 Euro verloren. Händler zeigten sich enttäuscht darüber, dass der Stahlkonzern wohl nur eins seiner beiden Problemwerke in Übersee losschlagen kann. Für das lukrativere Werk in den USA kommen die Verkaufsverhandlungen offenbar voran. Für das brasilianische zeichnet sich auch nach anderthalb Jahren noch keine Lösung ab. Laut Insidern strebt der Konzern auch eine Kapitalerhöhung an und hat die Banken aufgefordert, ihre Konditionen für eine zehnprozentige Aufstockung vorzulegen. „Zum einen schwebt eine Kapitalerhöhung über dem Kurs, zum anderen ist der Verkauf des US-Werkes nicht in trockenen Tüchern", sagte ein Händler. Da die Aktien trotz all der Probleme zuletzt zugelegt hatten, machten einige Anleger Kasse. ThyssenKrupp zählten zu den am stärksten gehandelten Werten am deutschen Markt.

Im MDax gehörten Metro mit plus 2,39 Prozent zu den größten Gewinnern. Analysten zeigten sich über die Börsenpläne für die russische Cash&Carry-Tochter sehr zufrieden. Barclays empfahl die Aktien zum Kauf, Citigroup erhöhte das Kursziel. Schon am Dienstag hatten Metro um fast acht Prozent zugelegt. Der Düsseldorfer Konzern erwägt, sich über eine Aktienplatzierung von einem Viertel seines russischen Großhandelsgeschäfts zu trennen Um Medienwerte machten Anleger in Reaktion auf einen skeptischen Kommentar von BofA/Merrill Lynch einen Bogen. RTL , Sky Deutschland, Axel Springer und ProSieben verloren zwischen 3,2 und 1,2 Prozent.

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Hummels drück BVB-Aktien tief ins Minus

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  • 20 Uhr jetzt läuft der "Dax" gerade wieder im "Schnelldurchlauf", 10 Sekunden 10 Punkte....nur gut das der Aktienmarkt geschlossen hat

  • Das Gleiche wurde mit dem (gestern) viel zu früh verstorbenen Dieter Hildebrandt im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gemacht.

    Lieber Pocher im TV, Müller im Handelsblatt und den X_Trader halt hier. Gib dem (dummen) Affen Zucker.

  • Ohhh

    da hat aber einer die bösen Gewinnmaschinen falsch programmiert, es geht doch immer bergauf, das sieht doch ein Blinder mit Krückstock, oder haben die wenigen Mächtigen ein ganz böses Spiel im Casino gezockt.

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