Schlussbericht Börse Frankfurt
Dax geht die Puste aus

Der Dax startet mit Verlusten in die neue Woche. Kurz vor Beginn der heißen Phase der Bilanzsaison ziehen sich die Anleger vorsichtshalber zurück. Viele Experten sehen aber weiter Chancen für die 8.000-Punkte-Marke.
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FrankfurtEuropäische Aktieninvestoren sind zurückhaltend in die neue Woche gestartet. Hatten sie zuletzt bei Dividendentiteln ordentlich zugegriffen, warteten sie nun auf neue Belege dafür, dass die europäische Schuldenkrise tatsächlich abklingt und die Wirtschaft allmählich wieder in Schwung kommt, sagten Händler.

Der Dax ging am Montag mit einem Verlust von 0,32 Prozent auf 7833 Punkte aus dem Handel. Am Vormittag hatte der Leitindex kurz ein neues Fünf-Jahres-Hoch bei 7871 Zählern markiert. Dass ihm dann die Puste ausging, erklärten Händler auch mit Daten der EZB. Demnach haben die Banken der Euro-Zone im Dezember den achten Monat in Folge weniger Kredite vergeben. "Auf der Kreditseite sind noch keine Anzeichen einer Trendwende nach oben zu beobachten. Solange das so bleibt, wird die von uns erwartete konjunkturelle Belebung keine Dynamik entwickeln können", kommentierte Heinrich Bayer von der Postbank.

Unter besonderen Abgabedruck gerieten E.ON mit einem Minus von 1,65 Prozent. Händlern zufolge lastete eine auf "Underweight" gesenkte Anlageempfehlung von JP Morgan auf den Titeln. Zu den Gewinnern zählten VW mit einem Plus von knapp 0,5 Prozent. Hier folgten Investoren einer Kaufempfehlung von Kepler.

Der EuroStoxx50 notierte 0,1 Prozent höher bei 2746 Zählern. Versorger-, Chemie- und Rohstoffwerte waren europaweit die größten Verlierer. Finanz- und Technologiewerte verbuchten dagegen Zuschläge. So legten zum Beispiel Deutsche Bank um knapp einen Prozent zu, Commerzbank 0,2 Prozent.

Strategisch gesehen gebe es nach der jüngsten Rally keinen allzu großen Druck, Aktien nachzukaufen, sagte Aktienstratege Ian Williams vom britischen Finanzdienstleister Peel Hunt. Technisch sei der Markt überkauft. "Aber aus Sicht des 'Big Picture' geht es um die Frage der Bewertung, und da kommt man an Aktien nicht vorbei." Während europäische Dividendentitel derzeit im Schnitt vier Prozent Rendite abwerfen, sind es bei den als sicher geltenden Anleihen um die zwei Prozent.

Einen neuen konjunkturellen Hoffnungsschimmer brachten die Auftragseingänge für langlebige Güter in den USA, die im Dezember um 4,6 (Prognose: 1,8) Prozent anzogen - deutlich stärker als erwartet. Dies spreche für eine "aufgehellte Investitionsstimmung" in der weltgrößten Volkswirtschaft, sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg.

Am Devisenmarkt blieb der Euro gut nachgefragt. Händler sagten, die Marke von 1,34 Dollar - die für die Gemeinschaftswährung auf dem Weg nach oben so hart zu knacken gewesen war - sei inzwischen eine verlässliche Basis. Wann immer der Kurs falle, setzten auf diesem Level neue Käufe ein. Der Euro kostete 1,3450 Dollar und hielt sich damit knapp unter dem am Freitag erreichten Elf-Monats-Hochs bei 1,3479 Dollar.

Recht schwach lief dagegen der Yen, der zur US-Währung auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren fiel: Ein Dollar kostete zeitweise mehr als 91 Yen. Zu Monatsbeginn war er noch vier Yen günstiger. Hauptgrund ist die Politik von Ministerpräsident Shinzo Abe, die zur Ankurbelung der exportabhängigen Wirtschaft eine schwache heimische Währung anstrebt.

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  • @ Neandertaler

    Nee, nicht an Bord. Er hat sich schon verabschiedet. Aber er möchte Ihnen die aktuelle Schlagzeile der FAZ nicht vorenthalten. Als ehemaliger Bundesbanker kan. ich mich mit dem Inhalt des Artikels sehr gut idendifizieren; um nicht zu sagen: Das hätte von mir sein können:

    "Die Krise ist noch nicht vorbei. Sie hat sich nur gewandelt. Es drohen quälende Jahre ohne Wachstum und ohne vernünftige Zinsen. Wie in Japan."

    (Toleranz ist das Akzepieren der Meinung Anderer.)

  • Danke!
    Ich für meinen Teil gehe aber jetzt wieder meiner normalen Beschäftigung nach und überlasse das Feld hier wieder den wahren Experten, ein alter Bekannter (Realist) ist ja seit heute auch wieder an Bord.

  • ... Danke - nur keine Panik, kommt Zeit kommt Rat kommt <6800 ;-). Dieses Jahr wird noch die eine oder andere Bombe platzen, nur wann und weshalb??? - vielleicht über einen Anleihecrash.

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