Schlussbericht Börse Frankfurt
Dax geht mit Verlusten aus dem Handel

Der Dax findet weiter keinen Halt. Schwache US-Konjunkturdaten und die Angst vor einer Eskalation der Schuldenkrise stürzten den deutschen Leitindex am Donnerstag kräftig ins Minus.
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FrankfurtSorgen um Griechenlands Verbleib in der Eurozone, Gerüchte über eine Ratingabstufung spanischer Banken sowie enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA haben dem Dax am Donnerstag zugesetzt. Der deutsche Leitindex beschleunigte im relativ umsatzarmen Feiertagshandel seine am Montag begonnene Talfahrt und ging mit einem Minus von 1,18 Prozent auf 6.308 Punkte aus dem Handel.

Der MDax verlor 1,08 Prozent auf 10.220 Punkte. Der TecDax sank um 0,5 Prozent auf 755 Punkte.

Im späten Handel gaben die Indizes nur noch geringfügig nach. Der L-Dax stand bei 6308,08 Punkten. Der L-MDax schloss bei 10.194,76 Punkten. Der Index mittelgroßer Werte war zuvor um 1,22 Prozent auf 10.205,89 Punkte gesunken. Der L-TecDax ging bei 752,50 Punkten über die Ziellinie. Der Index der Technologiewerte hatte im Hauptgeschäft 0,63 Prozent auf 754,81 Punkte verloren.

Die neuen Sorgen um das ohnehin kriselnde spanische Bankensystem erhöhten die Angst vor den Folgen der politischen Krise in Griechenland. Nach der gescheiterten Regierungsbildung fürchten Anleger ein politisches Chaos, das in einer Pleite und in einem Austritt Griechenlands aus dem Euro münden könnte.

„Die größte Angst ist nicht, dass Griechenland den Euro aufgeben könnte, sondern, welche Dominoeffekte daraus resultieren können“, sagte John Bearman, der für die britische Thomas Miller Investment die Anlagestrategie verantwortet

Am Vormittag noch hatte eine wichtige spanische Anleihe-Auktion die wenigen Marktteilnehmer in Atem gehalten. Die Staatsanleihen waren zwar stark gefragt, doch ziehen die Zinsen, die Madrid bieten muss, immer weiter an. Die Auktion sei als Indikator für eine befürchtete Ansteckungsgefahr gesehen worden, hieß es am Markt.

Bevor schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt die Stimmung zusätzlich drückten, kursierten Gerüchte, dass die Ratingagentur Moody's die spanischen Banken abstufen könnte. „Nachdem die italienischen Banken von Moody's vor wenigen Tagen herabgestuft wurden, wäre es keine Überraschung, wenn die spanischen heute oder in den nächsten Tagen dran wären“, sagte Händler Markus Huber von ETX Capital. Er sprach von einer insgesamt „sehr negativen Marktstimmung“. Die geringen Volumina hätten die Bewegung nach unten zudem noch verstärkt. „Was dem Markt aber vor allem kräftig zusetzte, ist die Ungewissheit bis wohl mindestens zum 17. Juni, wenn die nächsten Wahlen in Griechenland stattfinden.“

Für die US-Konjunktur ist derweil keine Entwarnung in Sicht. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe verharrten in der abgelaufenen Woche bei 370.000, wie das Arbeitsministerium am frühen Nachmittag mitteilte. Volkswirte hatten aber auf einen leichten Rückgang auf 365.000 gesetzt. Die Zahlen für die Vorwoche wurden indes auf 370.000 nach oben korrigiert von zuvor 367.000. In den vergangenen drei Monaten hat sich das Jobwachstum stetig abgeschwächt.

Der Philadelpia Fed Index ist im Mai auf minus 5,8 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit September 2011 gefallen. Die Job-Komponente des Index lag sogar so niedrig wie seit Juni 2010 nicht mehr. Die vom Conference Board erfassten Frühindikatoren fielen im April um 0,1 Prozent; von Reuters befragte Analysten hatten ein Plus von 0,1 Prozent vorhergesagt

Angesichts der anhaltenden Sorgen um eine Verschärfung der Euro-Krise blieb die Gemeinschaftswährung weiter unter Druck. Der Euro fiel am Mittag auf ein neues Vier-Monats-Tief von 1,2669 Dollar konnte aber am späten Nachmittag wieder auf 1,2730 Dollar zulegen.

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  • Wow, endlich mal wieder Kaufkurse wie im Dezember! Super!

  • Ich frage mich, ob es vor der Erfindung des Internet auch schon so viele Idioten gab. Zumindest konnte man solchen Schwachsinn höchstens an Toilettenwänden lesen.

  • Yoski:
    Nicht mit Verlaub sondern mit voller Absicht:
    Wer mit dem Totalzusammenbruch der Wirtschaft kokketiert, glaubt mit einem Zusammenbruch des Euros wird alles gut der ist ein VOLLPFOSTEN oder hat die Intelligenz einer DACHPLATTE, dessen Meinung kann geradewegs in den Orkus gespült werden.
    Argumente?
    Ein Zusammenbruch der Wirtschaft würde zum Zusammenbruch des internationalen Handels, der Wirtschaft, der Nahrungsmittelversorgung und jeglichen Wohlstandes führen. Die Vollidoten mit ihren Goldbeständen, die glauben, sie hätten für die Krise vorgesorgt, müssen dann womöglich erkennen, dass ein Goldhandelsverbot ihre Rechnung durchkreuzt, ein Sack Mehl dann 1 Unze Gold kostet und damit ihr Vorrat schnell abnimmt. Außerdem gibt es in totalen Krisen auch Menschen mit Argumenten in Kaliber 9mm, dann tauscht man gerne den Tresorinhalt gegen sein Leben. Beim Tausch gewinnt jeder! Und in großen Krisen verliert die Masse der Bürger massiv und wenige Reiche profitieren extrem, denn erstens haben die Vermögenden Grundbesitz, Nahrung, und die Mittel um sich Schutz zu beschaffen und zweitens können sie dann profitable Geschäfte sicher abwickeln. Der Rest schaut in die leere Röhre.

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