Schlussbericht: Börse Frankfurt
Dax hält sich über 5 000 Punkten

Der deutsche Aktienmarkt rettet seine Gewinne mit Mühe und Not ins Ziel, nachdem er zwischenzeitlich etwas zurückgefallen war.Gefragt sind die Aktien der Stahlkonzerne. Im MDax geht es bei Premiere turbulent zu.

HB FRANKFURT. Der Dax hat am Mittwoch knapp den Sprung über die Marke von 5 000 Punkten geschafft. Der Leitindex schloss 0,3 Prozent höher bei 5000,77 Punkten. Gestützt wurde der Aktienmarkt von der Hoffnung auf eine bevorstehende Konjunkturerholung.

Größter Dax-Gewinner waren nach etwas zuversichtlicheren Aussagen zum laufenden Jahr Salzgitter mit einem Plus von 4,5 Prozent auf 66,84 Euro. Die Verliererliste führten Volkswagen mit einem Minus von 3,7 Prozent auf 213,90 Euro an.

Der Umsatz fiel im Vergleich zum Dienstag. Auf Xetra wurden 98 (100) Mio. Dax-Aktien im Volumen von 2,7 (2,8) Mrd. Euro umgesetzt.

Die US-Börsen notierten bei Handelsschluss in Deutschland uneinheitlich. Während der Dow-Jones-Index 0,4 Prozent auf 8443 Punkte abgab, notierte der breiter gefasst S&P-500 nahezu unverändert bei 909 Zählern. Der Technologie-Index Nasdaq-Composite legte 0,7 Prozent auf 1761 Stellen zu.

Vorsichtiger Optimismus

"Es ist eine vorsichtige Schlussfolgerung, dass wir eine Depression verhindert haben. Und während wir zugegebenermaßen in einer tiefen Rezession stecken, hat sich das Terrain, auf dem wir uns bewegen, stabilisiert", sagte Stratege Franz Wenzel von Axa Investment Managers.

<<p>Der Optimismus der Anleger spiegelt Börsianern zufolge noch den bereits am Dienstag veröffentlichten überraschend starken Anstieg des US-Verbrauchervertrauens wider. "Die Stimmung hat sich aufgehellt", sagte ein Händler. Marktteilnehmern zufolge würden sowohl das Säbelrasseln Nordkoreas wie auch ein möglicher Antrag des einst weltgrößten Autoherstellers GM auf Gläubigerschutz ausgeblendet. "Bei GM ist das Kind schon in den Brunnen gefallen, da würde ein Insolvenzantrag auch nicht mehr viel ändern", kommentierte ein Händler. Verbliebene Aktionäre trennten sich dennoch von den Papieren: In Frankfurt brachen GM-Aktien auf dem Parkett 23 Prozent ein.

Gefragt waren Konsumwerte und Aktien von Unternehmen, die wie Stahlkonzerne mutmaßlich als erste von einem Anspringen der Konjunktur profitieren würden. Im MDax stiegen die Papiere von Praktiker und Arcandor um sechs beziehungsweise fast 19 Prozent. Die Aktien des Karstadt- und Quelle-Mutterkonzerns Arcandor profitierten von Spekulationen auf Staatshilfen, nachdem Bundesfinanzminister Peer Steinbrück im ARD-Morgenmagazin Hilfen des Staates für den angeschlagenen Touristik- und Einzelhandelskonzern nicht mehr ausgeschlossen hatte.

Premiere schießt nach oben

Praktiker-Titel waren Händlern zufolge gefragt nach positiven Aussagen zur Geschäftsentwicklung. Nach Angaben der Baumarktkette hat sich das Geschäft in den vergangenen zwei Monaten im Vergleich zum ersten Quartal verbessert. Neben Konsumwerten griffen Anleger bei Stahl- und Autoaktien zu. Salzgitter gewannen 4,5 Prozent, nachdem der Konzern sich etwas zuversichtlicher für das laufende Jahr äußerte. Thyssen-Krupp verbuchten ein Plus von 2,37 Prozent.

Im MDax ragten nach einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs die Aktien von Premiere mit einem Kursgewinn von über 20 Prozent heraus.

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