Schlussbericht Börse Frankfurt
Dax holt Freitagsverluste wieder auf

Im Schlepptau der Wall Street hat der Dax am Montag seine Freitagsverluste wieder weitgehend aufgeholt. Der Leitindex kletterte um 0,9 Prozent auf 6 295 Zähler. "Das ist nur wegen der Wall Street", begründete ein Börsianer die Kursgewinne.

HB FRANKFURT. An den US-Märkten sei der Rückschlag von Pfizer bei einem Medikament besser als erwartet weggesteckt worden. "Das macht Mut." Pfizer hatte die Entwicklung des Cholesterin-Mittels Torcetrapib wegen Sicherheitsbedenken eingestellt. "Pfizer ist eher eine unternehmensspezifische Sache und daher nicht so dramatisch für unseren Markt", erklärte ein Händler.

Die Dax-Umsätze seien verglichen zur vorigen Woche gering, so dass man das Gefühl habe, viele Investoren hätten ihre Bücher für das Jahr schon geschlossen. Nach Einschätzung von Börsianern sind die Anleger auch mit Blick auf die anstehenden Konjunkturdaten sehr vorsichtig. Am Freitag hatten jüngste Wirtschaftsdaten überraschend eine Abkühlung der US-Konjunktur signalisiert und die Börsen rund um den Globus belastet. In dieser Woche stehen zum Wochenschluss die Zahlen zum US-Arbeitsmarkt an. Zudem wird am Donnerstag die Europäische Zentralbank (EZB) Analysten zufolge die Zinsen in der Euro-Zone um 25 Basispunkte auf 3,5 Prozent anheben.

An die Spitze der Dax-Gewinner setzten sich im späten Geschäft die RWE-Titel mit einem Plus von 2,7 Prozent auf 87,90 Euro. Damit näherten sich die Aktien wieder dem Allzeithoch von 90,81 Euro. Lufthansa setzten ihren Höhenflug vom Freitag fort und stiegen um 2,4 Prozent auf 19,95 Euro und erreichten damit das Niveau vom Sommer 2001.

Nach der Bilanzvorlage am Freitag zogen die Aktien von Thyssen-Krupp um zwei Prozent an. "Die Zahlen am Freitag waren einfach gut", sagte ein Händler. Auf der Gewinnerseite standen auch die Aktien von Daimler-Chrysler mit einem Plus von 1,2 Prozent ganz weit oben. Händler verweisen auf den Anstieg des US-Absatzes im November um fünf Prozent. Auch die Aktien anderer Autobauer zogen an, obwohl der Euro mit 1,33 Dollar weiter fest notierte. Der hohe Wechselkurs ist für die exportorientierten Autokonzerne ein Wettbewerbsnachteil auf dem heiß umkämpften US-Markt.

Im MDax führten die Aktien des Finanzdienstleisters MLP die Gewinnerliste mit einem Plus von vier Prozent an. Händler verwiesen auf technische Faktoren.

Im Kleinwerte-Index SDax legten Arques 17,2 Prozent zu. Die Beteiligungsgesellschaft hatte ihre Prognosen für dieses und das kommende Jahr deutlich nach oben geschraubt und für 2006 eine höhere Dividende angekündigt.

Spekulationen über eine Aufnahme in den MDax trieben die Aktien des Börsenneulings Gagfah um 3,4 Prozent auf 24 Euro hoch. "Gagfah könnte es ganz knapp in den MDax schaffen. Darauf setzen einige Anleger", sagte eine Börsianerin. Gagfah werde aber auf jeden Fall in den Kleinwerteindex SDax aufsteigen, wenn am Dienstagabend die Deutsche Börse über die Zusammensetzung des Kleinwerteindex berät. Bei den übrigen Indizes wird nur überprüft, ob ein Wert per Schnellaufnahme aufrücken kann. Damit dieser Aufstieg in den MDax für den erst seit dem 19. Oktober an der Börse notierte Immobilienkonzern möglich ist, muss er beim Streubesitz und Börsenumsatz die Nummer 40 auf der MDax-Rangliste schlagen.

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