Schlussbericht Börse Frankfurt: Dax im Krisen-Modus

Schlussbericht Börse Frankfurt
Dax im Krisen-Modus

Zwischen Erholung und Schock liegen gerade einmal 24 Stunden. Am Mittwoch rutschte der Dax erneut tief ins Minus. Neben der Krim-Krise sorgte die chinesische Wirtschaft für Nervosität. Einzige Gewinner: Gold und Silber.
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FrankfurtSorgen um einen Einbruch der chinesischen Wirtschaft und der Streit um die Krim-Halbinsel haben am Mittwoch die Aktienmärkte europaweit belastet. Der Dax fiel um 1,28 Prozent auf 9188 Punkte.

Auch die Börsen in Südeuropa - ihnen hatte die Krise in der Ukraine bislang wenig anhaben können - gaben nach. „Die Anleger schauen auf jede Nachricht aus China und der Ukraine", sagte Christian Henke von IG Markets. Das sei eine im Augenblick äußerst schlechte Nachrichtenlage für die Kapitalmärkte.

Chinas Wirtschaft läuft bereits seit einiger Zeit nicht mehr so rund. Die Zentralbank in Peking will Insidern zufolge bei einer weiteren Abschwächung der Konjunktur zwar massiv gegensteuern und den Banken mehr Spielraum für Kredite geben. Doch an den Kapitalmärkten blieb die Skepsis - vor allem am Rohstoffmarkt. Zeitweise fiel an der Londoner Metallbörse der Kupferpreis um 1,5 Prozent auf 6376,25 Dollar je Tonne und notierte damit so niedrig wie seit Juli 2010 nicht mehr. Schon am Dienstag war der Preis eingebrochen, nachdem der hohe Verlust eines chinesischen Solarmodul-Herstellers Angst vor Zahlungsausfällen geschürt hatte. Denn das vor allem im Bau benötigte Industriemetall kann in China als Sicherheit für Kredite hinterlegt werden. Viele fürchteten, dass die Gläubiger nun ihre Bestände verkaufen, um an ihre Geld zu kommen.

Daneben geht das Säbelrasseln in der Krim-Krise weiter. Im Schwarzen Meer begann ein gemeinsames Marinemanöver der USA mit Bulgarien und Rumänien. In Polen finden Luftwaffenmanöver statt. Am Sonntag wollen die meist russisch-stämmigen Bewohner auf der Halbinsel über einen Anschluss an Russland abstimmen, was der Westen für illegal und Russland für legal hält. Die Anleger machten vor diesem Hintergrund weiter einen Bogen um die Moskauer Börse. Die Leitindizes fielen dort um je zwei Prozent.

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  • @Schaarschmidt: Völlig korrekte Feststellung. Was ständig als Verdoppler und Outperformer gefeiert wird, ist noch lange nicht auf den alten Kursen. Infineon und Telekom sind doch die besten Beispiele. Alles Hochgerede nützt eigentlich nichts. Die Märkte stolpern von einer Krise in die nächste, wobei mir die Zeitabstände immer kürzer vorkommen.

  • Zusammen gebastelte Statistik:Wenn ich sehe,Infineon ist auf der eins.Mann oh Mann,Infineon emittierte zu 70,stieg bis 95 und dümpelt heute unter 10.
    Wissen Sie,ich bin ja für kreative Buchführung,aber bitte immer die ganze Wahrheit sagen.
    Alles andere ist "Nemax- Politik".Da verloren Aktien erst 98% an Wert ,verdoppelten sich dann und wurden als "Verdoppler" gefeiert,aber unter Strich bleibt trotzdem ein Verlust.
    Übrigens,Kursverluste von über 90%, bei mehr als 10 Jahren Haltedauer, gelten in der Branche als Totalverlust.

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Infineon-Emission-haelt-Boerse-und-Banken-in-Atem-20891.html

    Es gibt ja gute Werte,Google,Apple,Microsoft,Amazon.Wer da beim Börsengang oder zeitnah dabei war,hat auch jetzt noch eine gute Rendite.
    Microsoft kam splitbereinigt übrigens zu 6 US Cent im März 86 an die Börse und steht heuer bei über 38 US Dollar.

  • Wenn ich dir jetzt eine direkte Antwort gebe, wird man meinen Beitrag wohl auch wegzensieren;)

    Ich vermute ganz stark bei Palladium und etwas weniger stark bei Weizen einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Krise und Preis. Das ist meiner Meinung nach allerdings nicht der einzige Zusammenhang: Bei Palladium spielen anscheinend noch ein paar Streiks eine Rolle usw.

    Wenn die Krise demnächst entschärft wird, dann vermute ich auch das sich das bei diesen Rohstoffen entsprechend des Stärke des Zusammenhangs im Preis widerspiegelt. Ob man long oder short geht hängt unter anderem vom Anlagehorizont und der erwarteten Krisendauer ab ;)

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