Schlussbericht Börse Frankfurt
Dax legt nach US-Daten kräftig zu

Gleich ein ganzes Bündel guter Konjunkturdaten sorgte am Donnerstag für Kauflaune unter den Anlegern. Das Kursplus sollte aber angesichts des umsatzschwachen Feiertagshandel nicht überbewertet werden.
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FrankfurtVon guten chinesischen und amerikanischen Konjunkturdaten haben sich Anleger am Donnerstag an die europäischen Aktienmärkte locken lassen. Der Dax ging am Ende mit einem Plus von 1,03 Prozent auf 7335 Punkte aus dem Handel.

Allerdings waren die Umsätze wegen des Allerheiligen-Feiertages in einigen deutschen Bundesländern und mehreren europäischen Staaten sehr gering. Auch sei fraglich, wie nachhaltig die Kursentwicklung vor dem Hintergrund der Folgen des Wirbelsturms "Sandy" für die USA sei, sagten Händler.


Die am Donnerstag veröffentlichten Daten vom US-Arbeitsmarkt fielen etwas besser als erwartet aus. Positiv wurde vor allem der Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosigkeit gewertet. Auch die Produktivität im dritten Quartal war mit vorläufig 1,9 Prozent höher als prognostiziert. Zudem war in China der offizielle chinesische Einkaufsmanagerindex für Oktober um 0,4 auf 50,2 Punkte geklettert, womit er erstmals seit Juli wieder ein Wachstum signalisiert.

Mit Spannung schauten viele Börsianer weiter über den Atlantik. Zum einen fürchten Experten inzwischen, dass das Wirtschaftswachstum der USA durch "Sandy" im vierten Quartal um einen halben Prozentpunkt gedrückt werden könnte. Zum anderen ist das Geschäft an der Weltleitbörse noch nicht zur Normalität zurückgekehrt. Die Börse liegt an der Südspitze von Manhattan, die zum Teil überschwemmt worden und wo der Strom ausgefallen war.

Händler vermuten, dass alle Marktteilnehmer erst am Montag wieder voll arbeiten können - einen Tag vor der US-Präsidenten- und Kongresswahl. Die Unsicherheit über deren Ausgang könnte auch die am Freitag anstehenden monatlichen US-Arbeitsmarktbericht überschatten, warnte ein Börsianer. "Da will sich kaum einer neu positionieren, egal wie die Daten ausfallen."


Die aktuellen Tagesbewegungen verdecken allerdings den Blick auf die längerfristigen Perspektiven. Hier melden sich die Strategen zu Wort, die in negativen Ausblicken oft mit einer erwarteten Rezession und dann sinkenden Unternehmensgewinnen und weiteren Risiken wie dem US-Haushalt oder der Euro- Krise argumentieren. Die Optimisten rechnen dagegen nicht mit konjunkturellen Einbrüchen oder einer weiteren Euro-Krisen-Runde, sie vertrauen auf die Unterstützung der Wirtschaft durch die Maßnahmen der Notenbanken.

"Aktien sind weltweit die einzige Asset-Klasse, die unter ihrem langjährigen Bewertungsdurchschnitt notiert", urteilt beispielsweise Christian Heger, Chef-Anlagestratege bei HSBC Global Asset Management in Deutschland im Börsenausblick für das kommende Jahr.

Der HSBC-Optimist findet manche Kaufargumente, etwa die laufenden Einnahmen: "Die Dividendenrenditen zahlreicher Unternehmen liegen derzeit höher als die Zinsen langlaufender Anleihen, die genau diese Unternehmen begeben haben." Laut HSBC gibt es für den optimistischen Ausblick einige Voraussetzungen, an die auch die Strategen des Hauses glauben: Der Euro hält, Zinsen und Inflation in Europa bleiben niedrig, eine Weltrezession wird es nicht geben.

Für die Experten der Fondsgesellschaft Henderson Global Investors macht Europa mit der Banken- und Fiskalunion sowie den Maßnahmen der EZB einen Schritt in die richtige Richtung. Bei weiter schwachem Wachstum blieben qualitätsstarke Firmen gefragt. Heute seien europäische Aktien "ähnlich bewertet wie vor drei Jahrzehnten". Damals startete die große Hausse. Aber es gebe noch ein Kaufargument: Die Firmen würden heute viel besser geführt.

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  • Die neue Methode wurde in Zusammenarbeit mit Moody´s Analytics entwickelt.

    Schönen Abend noch, beim Nicht-Verstehen von Märkten.

  • Ps: Hinzu kam der Hinweis, dass die ADP-Daten für Oktober auf Grund von "Sandy" erst heute veröffentlicht werden, statt ursprünglich immer am Mittwoch.

  • Und warum werden gerade jetzt Methoden geändert?

    Gleiches gilt für die wöchentliche Revidierung der Erstanträge ... ähnliches Schema.

    Ist aber OK, wieder einer, der einem Leid tun muß.

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