Schlussbericht: Börse Frankfurt
Dax-Rally ist beendet

Eine Serie von Hiobsbotschaften aus der Automobilindustrie hat die Rally am deutschen Aktienmarkt beendet. Daimler schockierte die Anleger mit einer Gewinnwarnung. Auch der Ifo-Index drückte auf die Stimmung.

HB FRANKFURT. Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag zahlreiche negative Nachrichten verdauen müssen und mit Verlusten geschlossen. Nachdem der Dax an den sechs Handelstagen zuvor um rund 500 Punkte zugelegt hatte, schloss er mit einem Minus von 1,46 Prozent auf 6440,70 Punkte. Spürbar belastete dabei der hohe Kursverlust der Daimler-Aktie.

Der MDax sank um 3,00 Prozent auf 8309,39 Zähler. Der TecDax büßte 3,36 Prozent auf 721,58 Punkte ein.

"Schon der ifo-Index war nicht positiv und hat die Stimmung im DAX belastet, die Gewinnwarnung bei Daimler hat den Anlegern dann den Rest gegeben", sagte Händler Ascan Iredi von der Postbank. Nach Ansicht der UniCredit etwa signalisiert der Einbruch des Ifo--Geschäftsklima-Index, der als wichtigster Frühindikator für Deutschland gilt, ein recht hohes Rezessionsrisiko. Außerdem waren die Hausverkaufsdaten aus den USA im Juni schlechter als erwartet ausgefallen.

Der Stuttgarter Autobauer Daimler senkte trotz besser als erwarteter Halbjahreszahlen sein Ziel für den Überschuss im laufenden Jahr deutlich. Händler sagten, dass die Gewinnwarnung ein weiteres Anzeichen sei für eine sich abschwächende Konjunktur. Die Aktien von Daimler brachen in der Spitze mehr als elf Prozent ein und schlossen 9,6 Prozent im Minus bei 38,47 Euro. Damit verlor der Autobauer innerhalb eines Tages 4,4 Milliarden Euro an Börsenwert. Dies entspricht der gesamten Marktkapitalisierung des ebenfalls im Dax gelisteten Konsumgüter-Herstellers Henkel. Im Sog von Daimler rutschten die Titel von BMW um 4,4 Prozent auf 30,48 Euro ab.

Die Post-Aktien drehten nach anfänglichen Kursgewinnen ins Minus und gaben trotz positiv bewerteter Eckzahlen zum zweiten Quartal um 0,38 Prozent auf 15,94 Euro nach. Der Logistikkonzern hatte am Mittwochabend überraschend Zahlen vorgelegt und im abgelaufenen Jahresviertel trotz eines schwächeren Wachstums in der Luftfrachtsparte und im Expressgeschäft den operativen Gewinn zweistellig gesteigert. Commerzbank-Analyst Frank Skodzik bezeichnete die Zahlen als "sehr solide".

Die Telekom-Aktien hielten sich mit 1,03 Prozent auf 10,760 Euro im Plus. Laut Analysten gab die während einer Pressekonferenz zum Verkauf der Tochter DeTeImmobilien bestätigte Jahresprognose Auftrieb sowie Aussagen über ein Aktienrückkaufprogramm, das beim Bonner Telekommunikationskonzern derzeit intern diskutiert wird. Die Anteilsscheine von Merck, die am Vortag um mehr als sieben Prozent eingebrochen waren, erholten sich etwas und stiegen an der Dax-Spitze um 4,55 Prozent auf 78,52 Euro.

Größere Gewinnmitnahmen suchten am Abend auch die Finanztitel heim. Deutsche Bank gaben 0,3 Prozent auf 60,20 Euro und Commerzbank um 1,2 Prozent auf 22,14 Euro nach.

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