Schlussbericht Börse Frankfurt
Dax rettet die Wochenbilanz

Die Konjunktur in den USA springt an und der Euro steigt und steigt. Am letzten Handelstag der Woche legt der Dax wieder kräftig zu, vor allem bei BASF griffen die Anleger zu. Und nächste Woche könnte die Rally weitergehen.
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DüsseldorfAm letzten Handelstag der Woche holte der Dax die Verluste der Vortage auf. Nachdem der Leitindex die letzten drei Tage schwächer geschlossen hatte, konnte er heute die Bilanz noch retten. Auf Wochensicht schafft der Dax ein moderates Plus von 0,1 Prozent. Den Freitagshandel beendete der Deutsche Leitindex insgesamt 0,81 Prozent höher bei 6.864 Punkten.

Für Kauflaune sorgte wohl der optimistische Ausblick des größten Chemiekonzerns der Welt, BASF. Mit einer kräftigen Dividendenerhöhung hat das Dax-Schwergewicht die Anleger ebenfalls angelockt. Außerdem sorgte am Nachmittag das gestiegene US-Verbrauchervertrauen für Zukäufe.

Die Verbraucherstimmung der USA wurde um 15:55 Uhr (MEZ) veröffentlicht. Der Index von Thomson Reuters und der Universität Michigan stieg im Februar nach endgültigen Berechnungen vom Freitag leicht auf 75,3 (erste Schätzung 72,5) Punkte von 75,0 Zählern im Vormonat. Dies ist der höchste Stand seit Februar 2011. Experten hatten im Schnitt nur mit 73,0 Punkten gerechnet.

BASF-Papiere waren mit einem Plus von bis zu 2,9 Prozent auf 66,48 Euro zeitweise so teuer wie seit sieben Monaten nicht mehr. Den Handel beendeten die Titel jedoch nur noch 0,2 Prozent höher. „Wenn BASF 2012 noch mehr Umsatz und Gewinn anpeilt, kann es um die Konjunktur so schlecht nicht bestellt sein“, sagte ein Händler. „Das macht Hoffnung.“ Den Aktionären stellt der Chemiekonzern für das vergangene Jahr eine auf 2,50 von 2,20 Euro angehobene Dividende in Aussicht. „Das lag über den Markterwartungen“, schrieb DZ-Bank-Analyst Peter Spengler in einem Kommentar.

Die auch nach dem zweiten Rettungspakt für Griechenland anhaltenden Zweifel, ob das Land wieder auf die Beine kommt, schoben die Investoren in Europa vorerst beiseite. Der EuroStoxx50 legte um 0,9 Prozent zu. „Die Anleger schauen schon auf die nächste Woche, wenn die neue Geldspritze der EZB kommt“, sagte ein Börsianer. Am Mittwoch können sich die Finanzinstitute bei der Europäischen Zentralbank für drei Jahre zum historisch niedrigen Leitzins von derzeit einem Prozent mit Geld eindecken.

Bei der Reuters-Umfrage unter 60 Analysten reichen die Prognosen von 200 Milliarden bis zu einer Billion Euro. Bei dem ersten längerfristigen Geldgeschäft (LTRO) dieser Art im Dezember hatten sich die Banken mit rund einer halben Billion Euro vollgesaugt. Wenn die Rechnung der EZB aufgeht, wird der Geldsegen das Kreditgeschäft und auch den Anleihemarkt beleben. Der europäische Bankenindex notierte am Freitag 1,4 Prozent fester.

Deutsche Bank an Dax-Spitze

Aktien der Deutschen Bank führten heute den Dax an und schlossen 4,5 Prozent fester. Dazu trug auch ein positiver Analystenkommentar von Bank of America/Merrill Lynch bei, die die Aktie auf die "Europe 1 List" setzten. Die Deutsche Bank sei im aktuellen Marktumfeld sowohl im Investment- als auch im deutschen Geschäft gut positioniert. Commerzbank schlossen 0,36 Prozent fester, nachdem sie am Vortag im Zuge einer Kapitalerhöhung 6,6 Prozent eingebüßt hatten.

Bei SAP griffen die Investoren in Erwartung einer höheren Dividende zu. Der Softwarekonzern hatte am Vorabend angekündigt, die Ausschüttung an die Aktionäre um 83 Prozent auf 1,10 Euro je Aktie zu erhöhen. Die Papiere beendeten den Handel 1,4 Prozent höher. Im Tagesverlauf stiegen die Werte auf ein Elf-Jahres-Hoch. „SAP ist keine Aktie, bei der die Dividende im Vordergrund der Anlageentscheidung stehen sollte“, schrieb LBBW-Analyst Mirko Maier. Die deutliche Aufstockung der Ausschüttung erfreue die Aktionäre natürlich trotzdem.

VW erhöhte Divende - Aktie knickte ein

Nicht punkten konnte Volkswagen, obwohl der Autobauer seinen Gewinn im abgelaufenen Jahr mehr als verdoppelt und die Dividende stark angehoben hat. „Die Anleger nutzen die Gelegenheit und nehmen ihre Gewinne mit, schließlich sind die Titel in diesem Jahr schon sehr gut gelaufen“, sagte ein Händler. Die Aktie hat seit Anfang Januar mehr als 20 Prozent zugelegt. Den Freitagshandel beendete die Aktie nur 0,1 Prozent fester.

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  • Der bärenstarke Euro spricht auch für eine Fortsetzung des Trends im Dax.

  • Wie beruhigend, daß es Google gibt.

  • Labertaschen!!! Ich bin bei 600 USD pro Unze in Gold eingestiegen und habe bei 1.000 nochmal kräftig nachgekauft. Was glaubst Du wieviele Leute sich einen eindeutigen Reim darauf machen konnten, ob Gold bei 1.000 viel zu teuer ist oder nicht. Ich denke, ich habe einen gewissen Sachverstand, aber den fairen Preis einer Unze Gold kann ich nicht so einfach bestimmen. Zumal der nicht von mir sondern vom Markt bestimmt wird...erinnern wir uns an die Tulpenzwiebeln, die zum Preis eines Häuschchens den Besizter wechselten.

    Also diese Knalltüten, die einen DAX mit 7.000 für zu teuer halten, haben absolut keine Ahnung. Davon abgesehen, auch wenn ich nicht so wahnsinnig viel von dieser Zahl halte, aber der eine oder andere sollte sich mal einige KGVs der DAX 30 Unternehmen anschauen...Schmarrn....ich bin seit 5.500 dabei und bleibe es auch.

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