Schlussbericht Börse Frankfurt: Dax schließt fast 200 Punkte im Plus

Schlussbericht Börse Frankfurt
Dax schließt fast 200 Punkte im Plus

Die Euphorie am deutschen Aktienmarkt ist wieder zurück. Angetrieben von der Hoffnung auf eine Zinssenkung kletterte der Dax heute gleich über zwei psychologisch wichtige Marken. Der Euro stürzte dagegen tief ins Minus.
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Spekulationen auf eine baldige Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank haben den Dax am Dienstag nach oben getrieben und den Euro gedrückt. Auslöser war der unerwartet schlecht ausgefallenen Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft in Deutschland, der erstmals seit November unter die Wachstumsmarke von 50 Punkten sank. Damit fiel Deutschland auch als Zugpferd für die gesamte Euro-Zone aus, wo die Privatwirtschaft ihre Talfahrt ungebremst fortsetzte.

Zugleich verlor die Industrie in China an Tempo. Dass die EZB bei einer Eintrübung der Lage zu einer Zinssenkung bereit wäre, daran hätten die jüngsten Äußerungen etlicher Ratsmitglieder keinen Zweifel gelassen, schreibt Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz in einem Kommentar. Die Botschaft sei immer dieselbe: "Die Datenlage entscheidet".

Der Dax ging am Ende mit einem Plus von 2,41 Prozent auf 7658 Punkte aus dem Handel. Der EuroStoxx50 legte sogar um 2,6 Prozent auf 2645 Zähler zu. Dagegen geriet der Euro unter Druck und fiel knapp unter die Marke von 1,30 Dollar nach 1,3065 Dollar am Vorabend in New York. Fallende Zinsen belasten eine Währung, weil sie dann weniger stark verzinst wird, während die Aktienmärkte unter anderem von der Annahme profitieren, dass die Unternehmen billiger an Kredite kommen und stärker investieren. Die nächste EZB-Ratssitzung ist für den 2. Mai in Bratislava angesetzt.

Am Rentenmarkt sorgte die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Regierungskrise in Italien für Entspannung. Anleger griffen bei den zehnjährigen Staatsanleihen des Landes zu, die Rendite fiel erstmals seit November 2010 unter die Vier-Prozent-Marke. Investoren setzten darauf, dass mit der Wiederwahl Giorgio Napolitanos zum Staatspräsidenten der politische Stillstand in der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone überwunden wird. Gleichwohl waren auch die als sicherer Anlagehafen geltenden Bundesanleihen gefragt. Der Bund-Future gewann zwölf Ticks auf 146,47 Zähler.

Zu den Dax-Spitzenwerten zählten die Anteilsscheine der Lufthansa mit einem Aufschlag von 3,86 Prozent auf 14,65 Euro. Händler verwiesen auf eine Kurszielanhebung durch Morgan Stanley auf 18,15 Euro. Die Airline vermeldete nach dem Verdi-Warnstreik vom Vortag wieder Normalbetrieb im Flugverkehr. Mit einem Kursplus von 5,13 Prozent waren die Anteilscheine der Deutschen Bank am heutigen Handelstag Dax-Spitzenreiter.

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Commerzbank setzt Talfahrt fort

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  • Der Dax ist grandios überbewertet.
    Rezession in ganz Europa, auch in Deutschland.
    Die Chinesen treten langsamer. USA auch nicht so toll.
    Die erwartete Zinssenkung bei EZB wird zu neuen Tulpenzwiebel-Käufen führen.
    Dax wird steigen, weil auch die Verschuldung steigt.
    National-Ökonomie heute.
    Kein Problem, Frischgeld-Draghi hat schon neue Druckaufträge erteilt. Zinsen auf Null.
    Nobelpreis-verdächtig!
    Ihre statesman-Bank.

  • Sie können short gehen.
    Meine Analysten sehen den Kurs bei 150 $ bis Jahresende.
    Game over bei Apple.
    Ihre statesman-Bank.

  • Das war wohl nichts mit shortonly overnight: Apple kommt gut an, trotz des Ausblicks. Nuja, so ist das eben.

    Apple hat den Handel fortgesetzt und notiert aktuell +4,30% bei $423,60.
    Apple Inc. 21:32:10 407,34 $ 2,17%
    vor 2 Min (22:50) - Echtzeitnachricht

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