Schlussbericht: Börse Frankfurt
Dax schließt im Minus

Die Schweinegrippe sowie schwache Unternehmenszahlen machen dem deutschen Aktienmarkt zu schaffen. Der Dax schließt im Minus. Besonders tutbulent ging es bei der Aktie der Deutschen Bank zu. Positive Konjunkturdaten aus den USA sorgten dagegen für etwas Erleichterung.

HB FRANKFURT. Kursverluste nach Quartalszahlen von Deutscher Bank und Daimler haben am Dienstag den Dax belastet. Zudem verunsicherte die Schweinegrippe die Investoren. Der Leitindex konnte jedoch nach überraschend starken Daten zum US-Verbrauchervertrauen die 4 600 Punkte-Marke wieder überspringen und ging mit einem Abschlag von 1,85 Prozent auf 4 607,42 Zähler aus dem Handel. Sein Tagestief hatte bei 4 548 Punkten gelegen. Der MDax verlor 2,23 Prozent auf 5 303,12 Punkte. Der TecDax büßte 2,14 Prozent auf 549,37 Zähler ein.

"Auslöser für die Erholung im Dax am Nachmittag war die Wall Street", sagte Händler Christoph Schmidt von der N.M.F. AG in Frankfurt. "Die US-Konsumenten feierten indirekt die Aktienmarktrally, denn das Konsumentenvertrauen ist kräftig gestiegen. Die Anleger feierten im Gegenzug die US-Konsumenten." Laut Händler Stefan Söllner von der Postbank befürchten die Anleger insgesamt aber weiterhin eine Ausweitung der Schweinegrippe, wodurch die Stimmung allgemein getrübt gewesen sei. Zudem hielten sich die Investoren besonders bei Finanztiteln zurück. Hier werde mit Spannung auf die in der kommenden Woche anstehende Bekanntgabe des "Stress-Tests" der großen US-Banken gewartet. Zudem hatte das "Wall Street Journal" berichtet, Citigroup und Bank of America könnten neues Kapital benötigen.

"Wir müssen zügig wieder die 4 700 Punkte erreichen, damit die Rally der vergangenen Wochen weitergehen kann", sagte eine Händler. "Sollte der Dax unter 4 400 Punkte fallen, ist die Party erst einmal vorüber." Seit Anfang März hat der Leitindex rund 1000 Punkte zugelegt.

Deutsche Bank unter Druck

Trotz eines Milliardengewinns bildeten die Aktien der Deutschen Bank das Schlusslicht im Dax. Sie verloren 6,9 Prozent auf 40,26 Euro. "Wir denken nicht, dass die sehr starke Entwicklung des Anleihegeschäfts der Deutschen Bank sich in den kommenden Quartalen wiederholt", erklärte LBBW-Analyst Olaf Kayser. Sein Kollege Michael Dunst Commerzbank betonte, dass abgesehen vom Investmentbanking und Anleihegeschäft die Ergebnisse hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien. Einige Börsianer machten zudem Gewinnmitnahmen für das starke Minus verantwortlich. Am Vortag hatten die Papiere 5,3 Prozent zugelegt.

Verstärkt wurde die trübe Stimmung in der Finanzbranche von der Furcht vor Finanzierungslücken bei den US-Banken. Dem "Wall Street Journal" zufolge haben die Stresstests ergeben, dass die Bank of America eine weitere Milliarden-Spritze benötigt. Außerdem diskutierten nach Aussagen einer mit dem Vorgang vertrauten Person die US-Behörden mit der Citigroup über die Kapitaldecke des ehemals weltgrößten Finanzinstitutes. Im frühen US-Geschäft brachen die Titel der beiden Institute um jeweils rund fünf Prozent ein. Der US-Standardwerteindex Dow Jones drehte aber dank eines überraschend starken Anstiegs des US-Verbrauchervertrauens zeitweise ins Plus und notierte bei Börsenschluss in Deutschland fast unverändert bei 8 020 Punkten.

Daimler war im abgelaufenen Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht als befürchtet. Außerdem erwartet der Autobauer auch für das zweite Quartal Verluste. "Wir sehen die Absatzaussichten für Premium-Hersteller weiter skeptisch", betonte DZ Bank-Analyst Michael Punzet. Daimler-Papiere rutschten um 3,7 Prozent auf 26,38 Euro ab. BMW verloren 4,4 Prozent auf 25,99 Euro.

Escada-Aktien brechen ein

Im Kleinwerte-Index SDax sorgte Escada für Aufsehen. Firmenchef Bruno Sälzer warnte vor einer Insolvenz, falls die Sanierung des des Luxusmode-Herstellers scheitere. Die Aktien brachen daraufhin um gut 18 Prozent auf 2,45 Euro ein und verbuchten damit den zweitgrößten Tagesverlust der Unternehmensgeschichte.

Zu den wenigen Gewinnern am deutschen Aktienmarkt zählten IDS Scheer und Morphosys. Das Software-Haus und die Biotechfirma überzeugten die Anleger mit ihren Geschäftszahlen. IDS stiegen 4,5 Prozent auf 8,45 Euro, die ebenfalls im Technologie-Index TecDax gelisteten Titel von Morphosys zogen um 1,4 Prozent auf 14,01 Euro an.

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