Schlussbericht Börse Frankfurt
Dax schließt knapp unter 8100 Punkten

Ein kräftiger Schlussspurt bewahrte den Dax am Donnerstag vor größeren Verlusten. Doch nach dem kurzzeitigen Rutsch unter die 8000 Punkte wächst die Angst vor weiteren Rücksetzern.
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FrankfurtEin Kursrutsch an der Tokioter Börse hat die Anleger am Donnerstag von den europäischen Aktienmärkten vertrieben. Der Dax fiel erstmals seit Anfang Mai zeitweise unter die Marke von 8000 Punkten. Einer starker Schlussspurt am Nachmittag verhinderte allerdings schlimmeres. Am Ende ging der deutsche Leitindex mit einem Verlust von 0,59 Prozent auf 8095 Punkte aus dem Handel. Der Volatilitätsindex VDax, der die Nervosität der Dax-Anleger misst, stieg im Gegenzug um bis zu 9,4 Prozent auf 22,02 Punkte.

Die japanische Börse traf es noch härter, der Nikkei rauschte um 6,4 Prozent in den Keller und schloss mit 12445 Zählern auf dem niedrigsten Stand seit Anfang April. Die Anleger nutzten die Spekulationen auf eine Drosselung der US-Anleihenkäufe dazu, ordentlich Kasse zu machen, sagt Oliver Wallin von Octopus Investments. Bis Ende Mai hatte der Nikkei - angetrieben durch die ultralockere Geldpolitik der Fed und der Bank of Japan - noch 40 Prozent im Plus gelegen. Inzwischen kommt er seit Januar nur noch auf einen Aufschlag von rund 20 Prozent. Auch beim Dax sind die Gewinne in diesem Zeitraum von zeitweise zwölf auf fünf Prozent zusammengeschmolzen.

US-Konjunkturdaten konnten den Märkten am Nachmittag keinen neuen Auftrieb geben, obwohl die Einzelhandelsumsätze im Mai höher ausfielen als gedacht und sich in der Vorwoche überraschend wenige US-Amerikaner erstmals arbeitslos meldeten.

Zu den größten Verlierern im Dax gehörten die Titel von Thyssen-Krupp, die sich um 2,39 Prozent verbilligten. Neue Probleme mit dem verlustreichen Stahlwerk in Brasilien belasteten die Titel. Wegen "Prozessinstabilität" ist einer von zwei Hochöfen vor rund einem Monat außer Betrieb genommen worden. Anleger fürchten, dass dies die laufenden Verhandlungen über einen Verkauf des Werks erschweren könnte.

Gekauft wurden dagegen die Aktien von HeidelbergCement, die 0,58 Prozent nachgaben. Am Mittwoch hatten sie noch um rund fünf Prozent verloren, nachdem Morgan Stanley die Titel auf "Equal-Weight" heruntergestuft hatte. Die negative Einschätzung wirke noch nach, sagte ein Händler. Auf der Gewinnerseite standen zudem die Versorgeraktien, die Händlern zufolge von ihrem Image als weniger konjunkturabhängige Titel profitierten. Eon legten 1,43 Prozent zu, RWE 0,34 Prozent.

Im MDax trieben Übernahmespekulationen Rhön-Klinikum trotz eines Dividendenabschlags um bis zu um 5,35 Prozent nach oben. Bei dem Aktionärstreffen am Mittwoch, auf dem die Anteilseigener die Streichung der Übernahmehürde von 90 Prozent aus der Firmen-Satzung durchsetzten, wurden Stimmen von Großaktionär B.Braun nicht berücksichtigt. Dadurch kam es zu einer denkbar knappen Entscheidung. Rhön teilte mit, dass B. Braun eine Anfechtungsklage gegen die Beschlüsse der Hauptversammlung angekündigt habe. Mit dem Wegfall der 90-Prozent-Klausel könnte der Gesundheitskonzern Fresenius einen zweiten Anlauf zur Übernahme von Rhön starten.


Agentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • ...............hallo Werlauer. Möchte Ihnen kurz ein paar Takte zu Ihrer Frage geben. Untergangsstimmung? Nein. Nur die Erkenntnis, daß das Spielchen bald ein Ende haben wird. Warum? Nun, was sich momentan abzeichnet, kann so nicht weiter gehen. Das billige Geld kann nicht weiter in den Markt gepumpt werden. In der kommenden Woche werden die Weichen für eine Rücknahme gestellt. Denn der Arbeitsmarkt erholt sich. Auch die Wirtschaft in den USA. Also, wird vermutlich in Asien in den kommenden Tagen der Weg nach unten eingeläutet. Und dann, naja auch hier. Und es wird so kommen. Kann ja auch nicht anders sein, weil billiges Geld immer auch zurückliegend begrenzt war.......

  • Vor lauter Kanonendonner bei Ihren US-REITs und High Yield-Energiewerten müssten Sie doch längst Ohrensausen haben, oder?

  • Was ist denn bitte schön heute groß passiert? Mal eben 150 Punkte runter und wieder hoch auf aktuell über 8100.

    Und dafür wird hier so ein Wind gemacht? Wenn wir mal wieder nachhaltig unter die 8000er-Marke fallen ok. Aber das ist nur Programmhandel von wenigen Marktteilnehmern.

    Keine Spur von Panikverkäufen. Im Gegenteil zumindest in den USA scheint "buy the dip" immer noch den Takt anzugeben.

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