Schlussbericht Börse Frankfurt
Dax schließt nach Achterbahnfahrt im Minus

Der Dax schließt den zweiten Tag in Folge im Minus. Schwache US-Daten haben den Dax auf eine zwischenzeitliche Talfahrt geschickt. Zuvor reagierten viele Anleger enttäuscht auf die Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi.
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FrankfurtNegativ aufgenommene Konjunkturdaten aus den USA und enttäuschende Aussagen von EZB-Chef Draghi haben dem Dax am Donnerstag zu schafften gemacht. Der deutsche Leitindex ging mit einem Minus von 0,24 Prozent auf 6694 Punkte aus dem Handel. Die zweite Reihe präsentierte sich etwas fester. Der MDax stieg um 0,2 Prozent auf 10 850 Punkte, der TecDax legte um 0,1 Prozent auf 795 Punkte zu.

Nach einem freundlichen Start ging es für den Dax nach der Veröffentlichung wichtiger US-Daten auf Talfahrt. Der in Finanzkreisen viel beachtete ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe ist im April stärker als erwartet gefallen . "Für den morgigen Arbeitsmarktbericht heißt dies, dass nicht zu hohe Erwartungen an den Stellenaufbau gestellt werden sollten", schrieb Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA bleibe aber festzuhalten, dass sich das moderate Wachstum fortsetze und auch die Arbeitsmarkterholung fortschreite.

Enttäuschte Hoffnungen auf eine Lockerung der Geldpolitik durch die EZB hatten den Dax bereits am Mittag stark belastet. EZB-Chef Draghi hatte erklärt, Zinsänderungen seien auf der Ratssitzung nicht diskutiert worden. Die Währungshüter beließen den Leitzins für die Euro-Zone unverändert bei einem Prozent. Die Zentralbank sei derzeit im Abwarte-Modus, sagte Sartoris. Sie setze auf die haushaltspolitische Konsolidierung der klammen Euro-Länder, statt selbst einzugreifen. „Insgeheim haben einige ein bisschen darauf spekuliert, dass die EZB vielleicht schon jetzt die Notwendigkeit sieht, mit einer Zinssenkung dem Wirtschaftswachstum etwas unter die Arme zu greifen“, sagte Händler Markus Huber von ETX Capital. Diese Hoffnungen wurden aber auf der Pressekonferenz zur Zinsentscheidung etwas gedämpft. Positiv kam indes die unerwartet geringe Anzahl von Erstanträgen auf US-Arbeitslosenhilfe an.

Am Vormittag hatten eine Reihe guter Unternehmensergebnisse noch für Auftrieb gesorgt. Markus Huber, Händler von ETX Capital, sieht insgesamt gute Unternehmensergebnisse als Stütze für den Markt. „Noch wichtiger ist aber, dass die Jahresziele nicht gesenkt wurden“, so der Experte. Auch die europäische Schuldenkrise lieferte keinen neuen Zündstoff. Frankreich konnte sich bei einer Anleiheauktion am Kapitalmarkt etwas günstiger refinanzieren als zuletzt. Spanien sammelte derweil zwar zu deutlich erhöhten Konditionen frisches Geld ein, die Nachfrage übertraf jedoch das Maximalziel

Derweil bleibt der Arbeitsmarkt in den USA auf dem Weg der Erholung. In der vergangenen Woche stellten deutlich weniger US-Bürger einen neuen Antrag auf Arbeitslosenhilfe als erwartet. Ihre Zahl ging saisonbereinigt um 27.000 auf 365.000 zurück, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten einen Rückgang auf lediglich 380.000 erwartet. In der Woche davor waren es 392.000, revidiert von 388.000. Der Vier-Wochen-Schnitt erhöhte sich leicht um 750 auf 383.500 Anträge. Die Zahl gilt wegen des längeren Zeitraums als zuverlässigerer Hinweis auf die Gesamtentwicklung.

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  • @totereinstein

    ich bin schwer beeindruckt,
    alle realen Werte, Immobilien, Firmen und deren Know-how,
    Produktionsstätten, Maschinen,
    sogar die Arbeitskraft und der Wille zu schaffen, sind dahin,
    Die Apokalypse 'totereinstein' sucht uns heim.

  • Die Billionen von Euro an Liquidität dürften aber nicht auf dem Tagesgeldkonto landen und der Hyperinflation zum opfer fallen, die mit dem Zusammenbruch des Euros und des Finanzsystems einhergeht, sondern in Gold und Tulpenzwiebeln investiert werden, und man weiß ja wenn alles durch ein nadelöhr wird, was dann passiert...
    Unter den Aktien dürften einzig Goldkonzerne mit negativer Nettoverschuldung gefragt sein. Ohne diese würder der S&P 500 gar einstellig notieren.

  • Also 6500 Punkte werden wir, einmal unterschritten in diesem jahrzehnt nie wieder sehen. Die Deutsche Bank wird noch dieses Jahr verstaatlicht werden müssen und auf 2 Euro fallen, mit denen die aktionäre zwangsenteignet werden müssen. Versicherer werden ohnehin ihr gesamtes Eigenkapital verlieren, da sie ja nur Staatsanleihen und aktien halten. Der DAX dürfte bei so einer Konstellation bis auf das 0,1-fache des aktuell in den Bilanzen stehenden Buchwert zurückfallen und es dürften nur DAX-Werte mit mehr als 50 % Eigenkapital die enormen Abschreibungen überleben. Dividenden wird man lange nicht mehr sehen, aber selbst Adidas wird 20 % Cupon zahlen dürfen, um überhaupt liquide zu bleiben, denn die verstaatlichten Banken dürften kein Geld mehr für Investitionen in Bonds, Kapitalerhöhung oder gar Bankkredite über haben sondern noch jahrzehnte als sogenannte Bad bank abgewickelt werden. Ich gehe davon aus, dass höchstens 7 der aktuell im DAX notierten Unternehmen überleben dürften, wenn auch sie in dieser Form wie jetzt nicht mehr bestehen dürften, sondern sogar von den Chinesen selbst für wenige hundert Millionen in letzter Minute aufgekauft werden dürften.
    Ja, sogar die Stromversorgung wird in deutschland vollkommen zusammenbrechen, da unsere energieversorger auf grund der extremen Verschuldung ziemlich bald zusammenbrechen werden, noch vor den Banken und Versicherungen.

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