Schlussbericht Börse Frankfurt
Dax setzt Verlustserie fort

Der Dax findet weiter keinen Halt. Am heutigen Handelstag ging es bereits den dritten Tag in Folge nach unten. Eine Bodenbildung ist nicht in Sicht. Mangels neuer Impulse könnte die Talfahrt bereits Morgen weitergehen.
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FrankfurtEuropäische Aktienanleger haben sich am Dienstag weiter von ihrer Konjunkturskepsis leiten lassen und ihre Depots bereinigt. Nach heftigen Verkäufen an der Wall Street in Reaktion auf einen Bombenanschlag in Boston sowie neuerlichen Verlusten an den asiatischen Aktienmärkten gab auch der Dax nochmals nach. Am Ende ging der deutsche Leitindex mit einem Verlust von 0,39 Prozent auf 7682 Punkte aus dem Handel.

„Wir gehen in die Verlängerung", sagte Robert Halver, der die Kapitalmarktanalyse der Baader Bank verantwortet. "Ausschlaggebend ist weiterhin die Angst vor einer globalen konjunkturellen Abschwächung."

Am Mittag gesellte sich ein enttäuschender ZEW-Index für Deutschland in eine Reihe von zuletzt schwachen Konjunkturdaten aus China: Deutsche Börsenprofis äußerten sich in einer Umfrage pessimistischer zu den Aussichten für die deutsche Wirtschaft: Der vom Mannheimer Zentrum für Wirtschaftsforschung erfasste Index zu den Konjunkturerwartungen fiel im April um 12,2 auf 36,3 Punkte. Das war der erste Rückgang des Barometers nach vier Anstiegen in Folge, und er fiel deutlicher als von Analysten prognostiziert.

Am Nachmittag sorgte ein überraschend hoher Quartalsgewinn von Goldman Sachs für einen kurzen Aufschwung an den europäischen Aktienmärkten. In Europa kletterten nach Veröffentlichung der Goldman-Zahlen vor allem Bankaktien nach oben. Der Branchenindex für Geldhäuser der Euro-Zone gewann 0,6 Prozent. Im Dax stiegen die Titel der Deutschen Bank um 0,5 Prozent.
Anders als an den europäischen Aktienmärkten legte der Euro bis zum Abend kräftig zu. Die Gemeinschaftswährung verteuerte sich um rund einen US-Cent auf 1,3134 Dollar. Händler verwiesen auf Äußerungen des New Yorker Fed-Präsidenten William Dudley: Der Notenbanker sagte, dass ihn die enttäuschenden Arbeitsmarktzahlen vom März mit Blick auf die Entwicklung der US-Wirtschaft vorsichtiger gestimmt hätten. Die Anleihenkäufe der Fed seien aus seiner Sicht weiter angemessen, der Nutzen übersteige die Kosten.


An den Rohstoffmärkten war eine gewisse Beruhigung zu beobachten. Die Talfahrt bei den Edelmetallen wurde zunächst gestoppt. Die Feinunze Gold kostete 1394 Dollar, nachdem sie in der Nacht noch bis auf 1321,35 Dollar und damit den niedrigsten Stand seit Januar 2011 abgerutscht war. Die Preise für Gold und Silber waren in den vergangenen beiden Handelstagen so stark unter Druck geraten wie seit den Achtziger Jahren nicht mehr. Der Goldpreis war um mehr als 13 Prozent gefallen. Auch die Preise für Industriemetalle erholten sich etwas. Der Preis für die Ölsorte Brent fiel am Dienstag allerdings erstmals seit neun Monaten unter 100 Dollar je Fass.


Einer der größten Gewinner im Dax waren die Verlierer vom Vortag: Thyssen-Krupp legten um 1,58 Prozent zu. Auf den Verkaufslisten standen indes die Versorgertitel, die sich im April bisher robust präsentiert hatten. Die Anteilsscheine von Eon gaben um knapp fünf Prozent nach, die von RWE sackten um 2,24 Prozent ab. Die beiden Titel bauten ihre Verluste aus, nachdem das Europäische Parlament gegen den Gesetzentwurf der EU-Kommission gestimmt hatte, der einen zeitlich begrenzten Entzug von Verschmutzungsrechten aus dem Markt vorsieht. Zugleich fiel der Strompreis an der Börse EEX auf den niedrigsten Stand seit acht Jahren, was Händlern zufolge die Versorger zusätzlich belastete.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Serkan Dizbay
Serkan Dizbay
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

Kommentare zu " Schlussbericht Börse Frankfurt: Dax setzt Verlustserie fort"

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  • Buy and Hold forever - JNJ, MCD, PG, Nestle, Novartis, BASF, Daimler.

  • "Konjunktursorgen belasten den Dax"

    Wo denn?
    Wir sind doch wieder schön im Plus.

    Hat wohl jemand bei Big Ben oder Super Mario angerufen und schwupps ist China Wachstum, Terror, Nord-Korea, Weltwirtschaft, etc. kein Thema mehr ...

  • Wo ist bei dem Thema der Bezug zu dem sog. AfD?

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