Schlussbericht Börse Frankfurt
Dax stürzt um mehr als zwei Prozent ab

Die Angst vor einem Militärschlag in Syrien drückte heute die Börsen weltweit tief ins Minus. Zuflucht suchten Anleger in den „sicheren" Häfen. Ein Dax-Wert schaffte am Ende trotzdem den Sprung ins Plus.
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FrankfurtDer eskalierende Konflikt um Syrien hat am Dienstag die internationalen Aktienbörsen tief ins Minus gedrückt. Für den Dax ging es um satte 2,28 Prozent auf 8242 Punkte nach unten. Der Euro Stoxx 50 verlor 2,23 Prozent auf 2758 Punkte. Im Gegenzug schossen die Volatilitätsindizes VDax und VStoxx, die die Nervosität der Anleger messen, um jeweils etwa 15 Prozent in die Höhe. Daran änderte auch der besser als erwartet ausgefallene Ifo-Geschäftsklimaindex nichts.

"Die Äußerungen der USA sind mehr als eindeutig, an den Märkten stellt man sich jetzt auf das Schlimmste ein", sagte ein Händler. Unter Verkaufsdruck gerieten zudem zahlreiche Währungen, vor allem aus Schwellenländern. Öl und Gold verteuerten sich dagegen.

Marktstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. mahnte allerdings zur Besonnenheit. "Kritisch wird es erst, wenn Iran und Russland mit wirtschaftlichen Konsequenzen auf ein Eingreifen der USA in Syrien reagieren würden." Global-Equities-Analyst David Thebault geht davon aus, dass die Anleger die Unsicherheit für Gewinnmitnahmen nutzen. Zurzeit sei das ganze Ausmaß der Krise noch schwer vorherzusagen, daher machten viele Investoren jetzt Kasse, sagt der Experte.


Die "Washington Post" berichtete am Dienstag über Details einer möglichen militärischen Intervention der USA. Diese könnte nur ein bis zwei Tage dauern, hieß es unter Berufung auf hochrangige Regierungskreise. Eine internationale Friedenskonferenz zu Syrien verschoben die USA unter Berufung auf "andauernde Beratungen" über die Frage, wer für den mutmaßlichen Giftgasangriff verantwortlich ist. Nach Informationen von Reuters stellten westliche Staaten gegenüber der syrischen Opposition einen Militärschlag binnen Tagen in Aussicht, um einen weiteren Chemiewaffeneinsatz der syrischen Regierung zu verhindern. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hatte berichtet, dass am Mittwoch mehrere Tausend Menschen mit Symptomen einer Nervengasvergiftung in Krankenhäuser eingeliefert worden seien, Hunderte starben.

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Anleger suchen Zuflucht in „sicheren Häfen"

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  • Ab 8200 wurde nachbörslich wieder gekauft. Mal abwarten wie morgen eröffnet wird.

  • Hm, 8205 und Amis noch n Stück tiefer gegangen seit Dax-Schluss. Denke eher morgen sehen wir die 8100.

  • "Traders have 'fundamental' disagreement on Syria".

    Wieder mal ein Beispiel dafür, dass diese Randgruppierung sich einfach zu wichtig nimmt. Wen interessiert es, was Trader über Syrien denken.

    Es ist sehr traurig, was da passiert & wohl noch passieren wird und hier hüpfen irgendwelche "Spieler" durchs Forum und machen sich um Calls Gedanken.

    Aber klar, was sind Menschenleben schon im Vergleich zu ein paar Ticks im Dax.

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