Schlussbericht Börse Frankfurt
Deutsche Aktien verbuchen kräftige Gewinne

Der Dax hat am Dienstag kräftig zugelegt und auf dem höchsten Stand seit dem 9. Juni geschlossen. Der Sprung über die 6.800er Marke misslang am Ende nur knapp.

HB FRANKFURT. Solide Quartalszahlen der Investmentbank Goldman Sachs, ein nachgebender Ölpreis und Aktienrückkaufprogramm von Daimler und der Deutschen Börse sorgten für breit gestreute Kursgewinne. Der Dax schloss bei 6.796 Punkten, ein Plus von 1 Prozent bzw 66 Punkte.

Der MDax legte 1,21 Prozent auf 9.763,91 Zähler zu, der TecDax notierte 2,03 Prozent stärker bei 841,96 Punkten. Beste Werte im Dax waren Volkswagen mit fast 4 Prozent, Daimler mit über 3 Prozent Plus. Infineon und Continental gewannen über 2,5 Prozent. Zu den Verlierern zählten Tui mit einem Minus von über 1,5 Prozent, Fresenius Medical Care mit über 1 Prozent und Metro mit unter 1 Prozent.

Ein Analyst sprach angesichts eines Dax-Anstiegs von fast 150 Punkten in den vergangenen vier Handelstagen von einem "Mini-Trend", der sich fortsetzen und den Dax an das nächste Kursziel von 6.900 Punkten führen könne. Die schwachen ZEW-Konjunkturerwartungen im Juni konnten die Erholung ebenso wenig bremsen wie stark gestiegene Erzeugerpreise und eine schwache Baukonjunktur in den USA im Mai.

"Im Moment steht und fällt am Aktienmarkt alles mit dem Ölpreis", sagte Aktienhändler Fidel Helmer von der Privatbank Hauck und Aufhäuser. Dass der US-Ölpreis unter seinem am Montag erreichten Rekordstand von fast 140 US-Dollar geblieben sei, habe dem Markt etwas auf die Sprünge geholfen.

Die Aktien von Daimler und der Deutschen Börse zogen dank der angekündigten Aktienrückkaufprogramme deutlich an. Deutsche-Börse- Titel kletterten um 1,89 Prozent auf 85,17 Euro. Der Frankfurter Börsenbetreiber will vom 1. Juli an wieder eigene Aktien für bis zu 400 Millionen Euro zurückkaufen. Die Titel des Stuttgarter Autobauers legten um 3,21 Prozent auf 45,08 Euro zu. Daimler will bis April 2009 zehn Prozent der eigenen Aktien im Wert von bis zu sechs Milliarden Euro über die Börse erwerben. Über das Programm war seit Tagen am Markt spekuliert worden. Aktien anderer Unternehmen der Branche seien mit nach oben gezogen worden, sagten Händler.

Aktien der Deutschen Bank gewannen 1,36 Prozent auf 62,78 Euro hinzu, Commerzbank-Papiere legten um 1,09 Prozent auf 21,40 Euro zu. Die US Goldman Sachs-Investmentbank hatte Zahlen vorgelegt und mit einem deutlich höheren Gewinn als erwartet positiv überrascht.

Tui-Papiere verloren am Dax-Ende 1,62 Prozent auf 15,80 Euro. Händler verwiesen auf Aussagen der Bielefelder Oetker-Gruppe, kein Interesse an einer Beteiligung an der zum Verkauf angebotenen Hapag Lloyd - zu haben. "Damit ist ein möglicher Bieter schon raus, bevor der Verkaufsprozess richtig angefangen hat", sagte ein Börsianer.

Im MDax schlossen Aktien des TV-Unternehmens ProSiebenSat.1 mit einem Minus von 3,25 Prozent auf 7,44 Euro. Konzernchef Guillaume de Posch geht zum 31. Dezember 2008. "Der Wechsel an der Führungsspitze ist an sich ein positives Signal", sagte ein Börsianer. Dass es noch keinen Nachfolger gebe, werde allerdings negativ aufgenommen.

Im TecDAX kletterten Solon-Aktien um 10,90 Prozent auf 61,04 Euro. Bereits am Vortag hatte der Solarmodule-Hersteller den Einstieg beim US-Zulieferer SpectraWatt bekanntgegeben. Händler und Analysten bewerteten die Nachricht sehr positiv.

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