Schlussbericht Börse Frankfurt

Europas Börsen feiern Monsignore Draghi

EZB-Chef Draghi entpuppt sich erneut als der Fels in der Brandung. Die Festlegung auf eine langfristig lockere Geldpolitik befeuerte heute Europas Börsen. Dax und Euro Stoxx legten mächtig zu - nur der Euro stürzte ab.
Update: 04.07.2013 - 17:45 Uhr 46 Kommentare

Dax beflügelt: EZB verspricht noch lange niedrige Zinsen

FrankfurtNach den dramatischen Kursverlusten in den vergangenen Wochen ist die Euphorie an den Märkten wieder zurück. Die Festlegung der EZB auf eine langfristig lockere Geldpolitik sorgte am Donnerstag für Begeisterung unter Europas Anlegern. Der Dax legte um 2,11 Prozent auf 7994 Punkte zu. Am Nachmittag stieg das Börsenbarometer sogar kurzeitig wieder über die Marke von 8000 Punkten. Der EuroStoxx50 gewann sogar 2,88 Prozent auf 2644 Stellen. Die Börsen der beiden hoch verschuldeten Euro-Staaten Spanien und Italien gewannen jeweils etwa 3,07 Prozent und der Lissaboner Leitindex sogar 3,6 Prozent.

Am Rentenmarkt spiegelte sich die Entspannung in einem Rückgang der Renditen wider. Der Euro geriet dagegen wegen der Spekulationen auf weitere Zinssenkungen unter Druck und fiel zeitweise auf ein Fünf-Wochen-Tief von 1,2884 Dollar.

Mit dem Satz: „Die Zinsen werden für eine längere Zeit auf dem gegenwärtigen Niveau oder darunter liegen", löste EZB-Chef Draghi am Nachmittag ein regelrechtes Kursfeuerwerk aus. "Das Wesentliche ist dieser 'längere Zeitraum' und die Abwärtstendenz bei den Zinsen, von denen Draghi spricht", sagte Commerzbank-Analyst Michael Schubert. "Ich glaube, er will mit diesen Aussagen erst einmal das Marktzins-Niveau stabilisieren, und das hat er sicherlich erreicht. Ob die Zinsen tatsächlich noch einmal gesenkt werden oder ob wir sehr lange auf dem gegenwärtigen Niveau bleiben, ist meiner Einschätzung nach noch offen." Sein Kollege Christian Lips von der NordLB resümierte: "Die EZB hat genau den Mittelweg gefunden zwischen hektischem Aktionismus und einer Beruhigung der Märkte." 

Zuvor hatten die Börsen bereits in der Hoffnung auf eine schnelle Lösung der Regierungskrise in Portugal zugelegt. Staatspräsident Anibal Cavaco Silva suchte unter anderem das Gespräch mit der Opposition und dem Ministerpräsidenten Pedro Passos Coelho. Am Dienstag hatte der Rücktritt zweier Minister dessen Regierung ins Wanken gebracht und die Furcht der Anleger vor einem Wiederaufflammen der Schuldenkrise geschürt. 

Die wieder etwas bessere Stimmung an den Märkten gab den Autowerten europaweit Auftrieb. Der entsprechende Branchenindex gewann 1,1 Prozent. Im Dax rückten Continental, Daimler und Volkswagen jeweils rund vier Prozent vor. Größter Gewinner im Dax waren die Titel der Commerzbank. Die Aktie stieg um 6,61 Prozent auf 6,21 Euro.

Auch die Börse in Ägypten erlebte am Donnerstag ein regelrechtes Kursfeuerwerk - allerdings aus anderen Gründen. Mit Käufen ägyptischer Aktien reagierten Anleger auf die Absetzung des Präsidenten Mohammed Mursi. Portfoliomanager Sebastien Henin von The National Investor in Abu Dhabi wertete es positiv, dass es einen detaillierten Plan der Armee für die Rückkehr des Landes zur Demokratie gebe.

Der Leitindex der Kairoer Aktienbörse stieg um bis zu 7,4 Prozent auf ein Viereinhalb-Wochen-Hoch von 5339,64 Punkten. Im Gegenzug verbilligten sich am Markt für Credit Default Swaps (CDS) die Prämien zur Absicherung ägyptischer Staatsanleihen gegen Zahlungsausfall.

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46 Kommentare zu "Schlussbericht Börse Frankfurt: Europas Börsen feiern Monsignore Draghi"

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  • Wenn Furbo Draghis Instrumente die Renten sichert und die Sparer nicht enteignet, dann hätte Draghi meinen Respekt. Aber er nur ein Quaquaraqua, Signor Draghi, mi ha sentito? Seine Toiletten sind aus Marmor das jemand anderem gehört.

  • "Monsignore" ist die Anrede für einen römisch-katholischen Priester, dem ein Bischofsamt verliehen worden ist.

    Wer ist denn der Papst? Merkel?

    Börsenjunkies sind schlimmer als Kokainsüchtige. Morgen quälen sie die Seite wieder mit ihrer Depression.
    Würden die mal drüber nachdenken, was sie in den letzten 10 Jahren gemacht haben, dann ist da ein Urlaub in der Pinte auf Teneriffe und eine Frau, die sie im Internet kennen gelernt haben und nicht gekriegt haben.

    (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Und irgendwann merken auch die Börsianer, dass ein reeller, werthinterlegter Dax von über 5.000 Euro nur bedrucktes Papier ist.

  • Schön, dass es wieder beim Weltmarktführer Heidelberger Druckmaschinen trotz gestriger Meldung ( Auflegung einer 60 Millionen€ Wandelanleihe) aufwärts geht. Vor einem Jahr habe
    ich hier im Blog das Jahrhundertschnäppchen bei einem Euro auch Herrn Rösler empfohlen( schöne Performence). Der Run ist noch lange nicht zu Ende. Viele die bei 8 und mehr Euros gekauft haben, werden nicht so dumm sein und in den nächsten Jahren zu verkaufen. Die Instutionellen müssen rein und die Kleinanleger verkaufen nicht. Das treibt den Kurs! Siehe Schuler,Elexis und
    Infineon. Das Kursziel schätze ich auf ca.6 Euro in 2 Jahren. Irgenwann in 5 Jahren wird voraussichtlich wieder eine Dividente bezahlt, das den Kurs weiterhin beflügelt. Schön zu sehen, wie schnell sich Heidelberg binnen binnen 3 Stunden auf dem Kapitalmarkt Geld besorgt hat,um sich somit irgendwann unabhängig von Banken zu machen( hoher Vertrauensvorschuss) Und Druckerzeugnisse wird es immer geben! Auf jeder zweiten Maschine auf der Welt steht Heidelberg drauf. Das soll mal ein dt. Maschinebauer vormachen! Viel Erfolg beim Liegenlasen über Jahre oder bis zur Rente!
    MfG
    Walter Schmid

  • Ganz ruhig, es wird gleich besser.
    Da ist dem Alpha-Tierchen die Messlatte durchgeknallt.

  • Was ist das denn für eine komische Frage ? Wenn man in ausländischen Aktien investiert, sichert man entweder die Devisenseite vollständig ab oder man bilanziert in der FW über ein FW-Konto.

  • @Trader
    Was erlauben Sie sich?
    Ich habe das alleinige Recht die Welt von der Verschwörung der Marktmanipulierer zu warnen.
    Ich habe hier immer wieder vor den Hochfrequenzrechnern und diesen gefährlichen , seelenlosen und vollautomatischen Handelssystemen gewarnt.
    Ich bin der ware Aufklärer, ich allein sehe wie sich wenige die Taschen vollmachen, und das alles mit System.
    Es kann nur einen Enthüller geben, und der bin ich!

  • Mal eine laienhafte Frage in dem Zusammenhang: Wenn Amerikaner europäische Aktien halten, und der Euro zum Dollar fällt, kaufen die dann noch mehr davon, weil die ja billiger geworden sind, oder wäre das eher ein Verkaufsargument?

  • @Trader
    der erste vernünftige Satz von Ihnen : "Habe wirklich
    keine Ahnung von der Börse!"
    Da gebe stimme ich Ihnen zu.

  • USA gehts morgen bergab

    gute Arbeitsmarktdaten werden kommen und damit die Angst vor einer einer Abschwächung des Anleihenkaufprogrammes der FED

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