Schlussbericht Börse Frankfurt
Mit Vorsicht in die Woche der Entscheidung

An einem ruhigen Freitag blieb der Dax seinem Minus treu. Zurückhaltende Anleger sorgten für moderate Abschläge. Sie fürchteten sich vor kommenden Donnerstag, denn dann könnte die Fed die Zinswende einläuten.

FrankfurtVor der absehbar wichtigsten Woche des zweiten Halbjahres haben sich die Anleger für die Sicherheit entschieden. Die maue Nachrichtenlage sorgte von Anfang an für wenig Schwung im Freitaghandel, in dem die Zurückhaltung der Anleger deutlich zu spüren war. Der Deutsche Aktienindex schloss letztlich mit 10.123 Zählern 0,9 Prozent leichter. Auf Wochensicht bleibt dennoch ein Anstieg von knapp 0,8 Prozent. Das als Tageshöhepunkt gehandelte US-Verbrauchervertrauen der Uni Michigan fiel deutlich schlechter aus als erwartet. Doch die Märkte reagierten gar nicht erst.

Eigentlich hatten sich die Börsianer vom frischen Input weitere Hinweise auf den Zinsentscheid der Federal Reserve erhofft. Denn schon am kommenden Donnerstag heißt es dann entweder Ja oder Nein zum ersten Anstieg der Leitzinsen seit der Finanzkrise. Intuitiv hätten die Märkte erleichtert auf den sich überraschend stark eingetrübten Index aus Michigan reagieren können. Dieser kommt im vorläufigen September nur noch auf 85,7 statt erwarteter 91 Zähler.

Doch anstatt, dass die Daten in den Augen den Spielraum der Fed für weiterhin lockere Zügel erhöhten, blieben sie auf dem Parkett nahezu ignoriert. Zu groß schätzen die Börsianer nun die Wahrscheinlichkeit einer Zinswende, so kurz vor der Fed-Sitzung am Donnerstag. Wenn Notenbank-Chefin Janet Yellen und ihre Riege der obersten Währungshüter im monatlich tagenden Offenmarktausschuss zusammen kommen und über das Für und Wider der Zinswende sprechen, hängen die Marktakteure global in der Luft.

War der geldpolitische Kurs der Amerikaner schon seit Quartalen ein Thema, drängte er sich in den vergangenen Monaten wie kein zweites Sujet auf – mal abgesehen von den überraschend heftig aufgetretenen, sommerlichen Unkenrufen aus China. Dass die Fed die Zügel noch im Laufe des Jahres straffen wird, galt unter den Anleger lange Zeit als ausgemachte Sache. Doch dann kam die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft und mit ihr ein globaler Konjunkturpessimismus, wie er seine Indizien vor allem in den Schwellenländern suchte – und wohl fand.

Der leichtere Dax beschloss den Reigen schwächelnder europäische Marktplätze. So lief der Euro-Stoxx-50, Leitindex des Euro-Raums, 0,8 Prozent tiefer bei 3195 Punkten. Auch die zweite Frankfurter Reihe hielt sich vor dem Wochenende zurück. Der Nebenwerte-Index MDax beendete den Handel 0,9 Prozent niedriger bei 19.582 Stellen, der TecDax verlor 0,8 Hundertstel auf 1716 Punkte. Auch die Wall Street wollte vor dem Wochenende kein unnötiges Risiko mehr eingehen. Der Dow-Jones-Index kam zum Frankfurter Börsenschluss mit 16,318 Punkten auf ein leichtes Minus von 16.315 Zählern.

Die Vorgaben ließen eine gemächlichere Gangart zum Wochenausklang erwarten. So verwies Analyst Ric Spooner vom Wertpapierhändler CMC Markets verwies auf die Börsen in Asien. Vor der wichtigen, nächsten Woche haben diese einen Gang runter geschaltet bestritten ihren Freitag aber vorwiegend positiv. Im unter Beobachtung stehenden China stabilisierten sich die Kurse weiter, wenn auch nur minimal. Die Leitbörse Shanghai schloss nahezu unverändert bei 3200 Punkten.

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Die Versorger kommen nicht zur Ruhe

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