Schlussbericht Börse Frankfurt

Neuer Risikoappetit belebt Dax

Der Dax schließt den zweiten Tag in Folge im Plus. Für Auftrieb sorgten positive Konjunkturdaten aus den USA. Auch eine Entspannung in der Krim-Krise stimmte die Börsianer positiv. Abwärts ging es dagegen für den Euro.
Update: 26.03.2014 - 17:45 Uhr Kommentieren

Börsenausblick: Ein Tag der Bilanzen und Konjunkturdaten

FrankfurtPositive US-Konjunkturdaten haben am Mittwoch erneut für Optimismus an Europas Aktienbörsen gesorgt. Der Dax legte um 1,18 Prozent auf 9448 Punkte zu. Viele Börsianer hofften darauf, dass der globale Aufschwung an Fahrt gewinne, sagte Markus Huber, Analyst bei Peregrine & Black. „Zudem scheine sich die Situation zwischen Russland und dem Westen etwas zu entspannen, so dass sich die Investoren auch wieder verstärkt auf Konjunktur- und Unternehmensdaten konzentrieren können."

Genährt wurde die Kauflaune vor allem von der deutlich besseren Stimmung der US-Verbraucher. Sie war im März so gut wie zuletzt vor über sechs Jahren. Da der Konsum rund 70 Prozent der US-Wirtschaftsleistung ausmacht, gilt die Stimmung der Verbraucher als wichtiger Gradmesser für die Konjunktur in den USA. Positiv überraschte zudem der US-Auftragseingang für langlebige Güter - die Bestellungen zogen im Februar um 2,2 Prozent an. Analysten hatten nur mit einem Plus von einem Prozent gerechnet.

Dies gab den konjunkturabhängigen Werten in Deutschland Auftrieb. Der Stahlkonzern Thyssen-Krupp, der Düngemittel-Hersteller K+S und der Autobauer Daimler gehörten mit Kurgewinnen zwischen 2,9 und 2,2 Prozent zu den stärksten Werten der ersten deutschen Börsenliga.

Der wieder erwachte Risikoappetit vieler Anleger drückte den Goldpreis am Mittwoch dagegen deutlich nach unten. Das Edelmetall verbilligte sich in der Spitze um 0,7 Prozent auf 1300,09 Dollar je Feinunze - der Preis notierte damit so niedrig wie seit Mitte Februar nicht mehr.

Wie die Dax-Konzerne ihre Anleger verwöhnen
K+S
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Die Erholung der Düngemittelpreise haben dem Salz- und Düngemittelhersteller K+S zu einem kräftigen Gewinnanstieg verholfen. Seinen Aktionären stellte der Konzern nun eine höhere Dividende von 90 Cent (Vorjahr: 25 Cent) je Aktie in Aussicht.

Dividendenrendite: 2,6 Prozent
Dividende: 0,90 Euro pro Aktie

Deutsche Post
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Trotz eines boomenden Expressgeschäfts und einer Paketflut zu Weihnachten blieb der Gewinnanstieg des Konzerns im vierten Quartal 2014 deutlich unter den Markterwartungen. Der operative Gewinn kletterte dennoch auf 2,965 (Vorjahr: 2,865) Milliarden Euro, die Dividende soll um fünf Cent auf 0,85 Euro je Aktie steigen.

Dividendenrendite: 3,0 Prozent
Dividende: 0,85 Euro pro Aktie

Eon
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Der Energiekonzern hat im vergangenen Jahr den höchsten Verlust eines börsennotierten Versorgers in der Geschichte der Bundesrepublik geschrieben. Der Fehlbetrag belaufe sich auf 3,2 Milliarden Euro, teilte Eon mit. Der vor der Aufspaltung stehende Energieriese gab als Gründe hohe Abschreibungen auf seine Kraftwerke, die gefallenen Strom-Großhandelspreise und Wechselkurseffekte an.

Dividendenrendite: 3,5 Prozent
Dividende: 0,50 Euro pro Aktie

Continental
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Bereits im vergangenen Jahr verwöhnte Continental seine Anleger mit einer kräftigen Dividendensteigerung – und auch in diesem Jahr steigt die Dividende von 2,50 Euro auf 3,25 Euro.

Dividendenrendite: 1,3 Prozent
Dividende: 3,25 Euro pro Aktie

RWE
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Vergangenes Jahr war für RWE-Aktionäre wenig erfreulich. Die Aktie lief schlecht und die Dividende wurde gekürzt. Für die diesjährige Dividende will RWE die Berechnungsmethode ändern. Künftig wird der Konzern sich der Konzern hinsichtlich der Ausschüttung an operativen Mittelzuflüssen, der Verschuldung und der Ertragslage orientieren.

Dividendenrendite: 3,2 Prozent
Dividende: 0,80 Euro pro Aktie

Merck
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Trotz des skeptischen Ausblicks der Chemiebranche auf das Jahr 2015 zeigen sich die Aktien von Merck seit Jahresanfang in blendender Verfassung. Um rund 15,5 Prozent verteuerten sich die Papiere und entwickeln sich damit besser als der Dax. Der Pharmakonzern will an seine Aktionäre daher fünf Cent je Aktie mehr ausschütten.

Dividendenrendite: 1,2 Prozent
Dividende: 1,00 Euro pro Aktie

Aktionäre dürfen sich auf Rekordausschüttungen freuen
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Die Dax-Konzerne haben jetzt schon rekordverdächtige 138 Milliarden Euro auf der hohen Kante und sie wissen nicht wohin mit dem vielen Geld. Niedrige Zinsen sind kein Anreiz zum Sparen und einige Banken drohen bereits mit Negativzinsen. Die Dax-Konzerne werden deshalb 2015 wohl einen Rekordwert von 30 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten. Das ergaben Berechnungen des Handelsblatts und der Commerzbank, die die Neun-Monats-Bilanzen und die Aussagen der Konzernchefs auswerteten.

Quelle: Handelsblatt, Commerzbank, Handelsblatt Research Institute

Derweil nahm auch die Furcht der Investoren vor Beeinträchtigungen der Weltwirtschaft durch die Krim-Krise ab. Schärfere Sanktionen gegen Russland will der Westen nur ergreifen, wenn der russische Präsident Wladimir Putin nach der Eingliederung der Krim in sein Land weiter in der Ukraine vorgeht. Auch ein Treffen des russischen Außenministers Sergej Lawrow mit seinem ukrainischen Kollegen Andrej Deschtschizia werteten Börsianer positiv.

Die beiden Leitindizes der Moskauer Börse legten jeweils mehr als zwei Prozent zu. Die russische Währung zog ebenfalls an. Dollar und Euro verloren jeweils etwa 0,4 Prozent auf 35,45 beziehungsweise 48,93 Rubel.


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