Schlussbericht Börse Frankfurt
Notenbank-Diskussionen belasten Dax

Der Deutsche Leitindex hat einen schwachen Monatsstart hingelegt. Anleger rätselten über den Kurs der Notenbank Fed und wurden von durchwachsenen Konjunkturdaten verunsichert. Der Sommer dürfte turbulent werden.
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FrankfurtVerunsicherung bei den Marktteilnehmern: Dax-Anleger bangten am Montag um die Strategie der US-Notenbank Fed. Sollte der Geldregen in Zukunft gedrosselt werden, könnte es an den Börsen schnell bergab gehen. Doch wie es mit der Geldpolitik weiter geht, entscheidet die Wirtschaft der USA. Anleger achteten deshalb besonders auf Konjunkturdaten.

An diesen mangelte es den Akteuren nicht. Durchwachsene Wirtschaftszahlen bescherten dem Dax eine Berg- und Talfahrt. Der Leitindex schloss schließlich 0,8 Prozent tiefer bei 8.286 Punkten.

Enttäuschende Konjunkturdaten kamen aus China, erfreulichere dagegen aus Deutschland und Europa. Der Einkaufsmanagerindex der deutschen Industrie stieg im Mai um 1,3 auf 49,4 Punkte. Ab 50 Punkten signalisiert der Index Wachstum. Einen Lichtblick gab es auch von der krisengeschüttelten Wirtschaft der Euro-Zone. Der Markit-Einkaufsmanagerindex stieg zum April um 1,6 auf 48,3 Punkte.

Alle Augen auf die USA

Doch die Konjunkturdaten aus den USA sind den Anlegern aktuell wichtiger, schließlich orientiert sich daran auch die US-Notenbank Fed. Der US-Einkaufsmanagerindex (ISM) war im Mai überraschend auf 49,0 Punkte gefallen und notierte damit so niedrig wie seit Juli vorigen Jahres nicht mehr. Zudem signalisierte die Umfrage ein Schrumpfen der Industrietätigkeit. Analysten hatten im Schnitt mit einem Stand von 50,7 Zählern gerechnet. Dies dürfte für eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik der Fed sprechen.

Doch die Stunde der Wahrheit schlägt für die Börsianer erst am Freitag, wenn die offiziellen US-Arbeitsmarktzahlen veröffentlicht werden. Die Fed möchte die Geldflut erst drosseln, wenn die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gefallen ist. Zurzeit liegt sie noch bei 7,5 Prozent.

John Williams, Präsident der regionalen Fed-Niederlassung in San Francisco, heizte mit seinen Aussagen die Diskussion um die Geldflut der Fed erneut an. „Das Anleihekaufprogramm der US-Notenbank Fed könnte im Sommer reduziert werden und 2013 möglicherweise auslaufen“, sagte er in Stockholm.

Die Nervosität war am Montag spürbar hoch. Die Volatilitätsindizes VDax und VStoxx, die die Nervosität der Anleger messen, stiegen in der Spitze um jeweils knapp elf Prozent.

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Lufthansa-Aktie widersetzte sich dem Trend

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  • Steuerzahler, sie sind wohl ein Witzbold, wenn das Sparbuch ihr Benchmark ist, können ihre Ansprüche nicht allzu hoch sein

  • jawohl, und morgen sind wir einen Schritt weiter!

  • den Anlegern wird es sicher bald speiübel bei dder ach so nachhaltigen routineretterei welche in den Gau führt.

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