Schlussbericht Börse Frankfurt
Notenbanken lenkten Dax

Der Aktien-Handel stand ganz im Zeichen der Bernanke-Rede und der EZB. Der Fed-Chef enttäuschte mit seiner heiß erwarteten Rede nur kurz die Märkte. Allerdings ließ der Notenbanker viele Fragen offen.
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DüsseldorfEs waren wieder einmal die Notenbanken, die den Markt bewegten. Einerseits Ben Bernanke mit seiner Rede, andererseits Spekulationen um EZB-Anleihekäufe. Der Dax schloss nach einigen Rücksetzern mit einem Plus von 1,1 Prozent bei 6.970 Punkten.

Die Investoren am Aktienmarkt warteten gespannt auf die Rede des Fed-Chefs Ben Bernanke auf der Notenbankerversammlung in den USA. In seiner Rede erklärte Bernanke, dass er weitere Konjunkturspritzen zur Stützung der lahmenden Wirtschaft bereithalte. Zudem beklagte er in Jackson Hole, dass das Wachstum nicht zum wirksamen Abbau der hohen Arbeitslosigkeit ausreiche. Die Fed werde daher "bei Bedarf" zusätzliche Konjunkturstützen liefern. Bernanke signalisierte allerdings nicht, ob diese Hilfe unmittelbar bevorsteht. Das sorgte für eine kurze Enttäuschung.

Kurz nach der Rede Bernankes knickte der Dax kurz ein, erholte sich aber wieder schnell - ebenso die US-Börsen. „Der Markt hat darauf gesetzt, dass Bernanke die Erwartung an QE3 nicht enttäuscht und das hat er auch nicht getan“, sagte John Canally von LPL Financial. Experten rätseln derzeit, ob die Notenbank die Wirtschaft bereits auf der nächsten Zinssitzung am 13. September stützt oder noch länger abwartet.

Davon ist trotz zuletzt wieder konsumfreudiger Verbraucher derzeit nicht auszugehen. Die US-Konjunktur lahmt trotz milliardenschwerer Wirtschaftsprogramme und zweier Runden von Staatsanleihenkäufen durch die Fed noch immer. Dennoch hatte die Notenbank zuletzt ein Konjunkturbild in etwas helleren Farben gezeichnet. Die US-Wirtschaftsleistung habe im Juli und Anfang August graduell zugenommen, hieß es in dem Konjunkturbericht der Federal Reserve.

EZB-Spekulationen trieben Dax

Zudem sorgten im Mittagshandel neue Spekulationen auf ein Anleihenkaufprogramm der EZB für Kursgewinne beim Dax. Vor allem die europäischen Bankwerte wurden dadurch beflügelt, die wiederum den Gesamtmarkt anschoben. Der europäische Bankenindex zog um 1,7 Prozent an. Hierzulande führten die Aktien der Deutschen Bank mit einem Plus von 4,8 Prozent die Dax-Gewinnerliste an. Commerzbank-Aktien kletterten um 2,2 Prozent.

Das französische Direktoriumsmitglied Benoit Coeure hat trotz der von der Bundesbank geäußerten Bedenken den Kurs von EZB-Chef Mario Draghi bekräftigt, die EZB werde alles zur Rettung des Euro tun. „Das gibt den Spekulationen über das Anleihenkaufprogramm neue Nahrung“, sagte ein Händler. „Es wird darauf gesetzt, dass Draghi nächste Woche liefert.“ Am kommenden Donnerstag wird die EZB über ihre weitere geldpolitische Strategie informieren.

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  • Kosto hat gesagt: "Aktien kaufen, liegenlassen und Schlaftablette
    nehmen. " Bei Commerzbank trifft das 100%tig zu.(1,26E super
    Einstieg, wann denn sonst?)
    Aber bitte nicht bei 300% Gewinnmitnahme machen!
    MfG
    Walter Schmid

  • Fondsanleger und damit die breite Masse in ihren Wohnzimmern sind jene, die seit dem computergestützten Aktienhandel weit hinter den direkten Akteuren, den Wertpapierhändlern an der Börse niedrigere Gewinne oder höhere Verluste einstreichen müssen, da sie zuletzt gereiht werden! Ich würde hier nicht so weise daherschlemmen, einfach peinlich diese Offenbarung. Aber irgendwo müssen ja die Anleger sein, die den Carmignacs die Plus 10% bereitwillig zahlen. Zahlen. Zahlen und dann eine Rendite mit Währung angeben (600 EUR) ist auch absolut unprofessionell!

  • Kalaui, kommen Sie mal hierhin in die Provinzhauptstadt
    Dann wissen Sie was Kommunismus im Pressewald aus Hinterzimmern ist. Gleichfalls schön wie in der EUdsr: Erst das Geld dann die Kontrolle

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