Schlussbericht Börse Frankfurt
US-Geldpolitik hält Aktienmärkte im Griff

Der Dax schließt den zweiten Tag in Folge im Minus. Für Verunsicherung unter den Anleger sorgten neue Spekulationen um ein baldiges Ende der ultralockeren US-Geldpolitik. Der Euro zählte dagegen zu den wenigen Gewinnern.
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FrankfurtDer Kompromiss im US-Haushaltsstreit hat unter Anlegern neue Spekulationen über eine baldige Drosselung der Fed-Konjunkturhilfen entfacht. Diese überschatteten denn auch am Mittwoch die Freude von Börsianern über den Deal. Der Dax ging 0,4 Prozent schwächer bei 9077 Zählern aus dem Handel. Der Euro Stoxx 50 verlor 0,5 Prozent auf 2947 Punkte.

Die US-Verhandlungsführer von Demokraten und Republikanern haben sich auf einen zwei Jahre laufenden Kompromiss geeinigt. Bei Anlegern rief das zwiespältige Gefühle hervor: Sie waren zum einen froh, dass damit ein ab Januar drohender neuer Haushaltsstreit wohl vermieden wird. Aber sie sahen es auch als weiteres Signal dafür, dass die US-Notenbank Fed sehr bald ihre milliardenschweren Konjunkturhilfen zurückfahren könnte.
„Es sieht definitiv so aus, als könnte sich für die Fed in der nächsten Woche die Chance zum Handeln eröffnen, ohne dass sie mit einer heftigen Marktreaktion rechnen muss", sagte Marktstratege Michael Hewson von CMC. „Die Frage ist nur, ob sie davon Gebrauch machen wird." Die Fed informiert kommenden Mittwoch über ihren weiteren geldpolitischen Kurs. Börsianer erwarten, dass sich Anleger davor nicht mehr stark am Aktienmarkt engagieren werden. Seit Monaten dominieren die Spekulationen darüber, wann und in welchem Umfang die Fed ihr Anleihenkaufprogramm wohl drosselt, die Bewegungen am Markt.

Auch Investoren am Devisenmarkt reagierten verhalten auf die Fortschritte bei den Haushaltsverhandlungen. Der Euro stieg bis auf 1,3798 Dollar auf den höchsten Stand seit Ende Oktober. Händler sagten, viele europäische Investoren kauften zum Jahresende die Gemeinschaftswährung zurück. Im Jahresverlauf hat der Euro knapp fünf Prozent zum Dollar zugelegt.

Am Aktienmarkt lief das Geschäft zwei Wochen vor Weihnachten relativ ruhig. „Die meisten großen Investoren haben ihre Bücher schon geschlossen, nur noch einige kaufen und wollen offenbar von der guten Performance profitieren", sagte ein Händler.

Heidelberg-Cement profitierten von einer Kurszielerhöhung der Deutschen Bank auf 68 Euro. Die Titel gewannen 0,6 Prozent auf 54,42 Euro. Auch Daimler und Continental hielten sich mit jeweils 0,3 Prozent im Plus. Beide Titel haben im Jahresverlauf deutlich stärker zugelegt als der Dax - der Autobauer hat mehr als 40 Prozent an Wert gewonnen, der Zulieferer 75 Prozent. Der Wertgewinn des Leitindex liegt bei rund 20 Prozent. Größter Dax-Verlierer waren mit einem Abschlag von 1,7 Prozent die Aktien von K+S.

Im MDax erfreute EADS seine Anleger mit der Ankündigung einer aktionärsfreundlichen Dividendenpolitik. Die Gewinnbeteiligung solle mit einer Ausschüttungsquote von 30 bis 40 Prozent substanziell wachsen, hieß es von dem Raumfahrt- und Rüstungskonzern. Die Titel legten an der Euronext und auf Xetra jeweils 7,5 Prozent zu.
Deutlich schlechter als der hiesige Aktienmarkt schnitten die Börsen in Madrid und Mailand ab, 1,0 beiehungsweise 1,4 Prozent schwächer schlossen. In Rom hat Premierminister Enrico Letta ein Mißtrauensvotum im Unterhaus für sich entschieden. In London fielen die Titel der Royal Bank of Scotland um knapp drei Prozent. Händler verwiesen auf den Wechsel von Finanzchef Nathan Bostock zum spanischen Rivalen Santander.


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  • Ich verstehe nicht, warum es Leute gibt die kaufen.
    Da kommt eine Korrektur.
    Die sieht aus wie eine Korrektur, die riecht wie eine Korrektur, die knallt wie eine Korrektur.
    Da hält man seinen Mund und geht einfach mit.
    Aber...nein, es gibt immer noch Leute die kaufen.
    Ist mit total unverständlich.

  • Auch heute wieder wie üblich beste Kurse NACH 9 Uhr,äähhh,
    one moment please....discon...8:40 Uhr besser ????xkrzzz

    Auch heute wieder beste Kurse VOR Handelsstart.
    Die Handelsmaschinen sind auf strongbuy gestellt denn die Puten (das Derivat mit dem meisten Umsatz) muss noch ausgeknockt werden.
    Geld sucht Geld und das Casino bleibt geöffnet.

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