Schlussbericht Börse Frankfurt
US-Notenbank bremst Dax erneut aus

Die Angst vor einem baldigen Billiggeld-Entzug sorgte heute für Verunsicherung unter Europas Anlegern. Der Dax bleibt dennoch weiter in Reichweite zum Allzeithoch. Großer Gewinner war, dank EZB-Chef Draghi, der Euro.
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FrankfurtSpekulationen um die Straffung der US-Geldpolitik haben die internationalen Börsen am Donnerstag erneut in Unruhe versetzt. Auslöser der Diskussionen war die Veröffentlichung der Protokolle der jüngsten Fed-Sitzung. Darin hatten sich die Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC), der die US-Geldpolitik bestimmt, dafür ausgesprochen, auf „einer der nächsten Sitzungen" mit der Drosselung der Wertpapierkäufe im Volumen von derzeit 85 Milliarden Dollar monatlich zu beginnen.

Investoren gingen nun davon aus, dass das sogenannte „Tapering" eher früher als später beginnen werde, sagte Mohammed Kazmi, Anlagestratege bei der Royal Bank of Scotland (RBS). „Vor Veröffentlichung der Fed-Protokolle waren sie von März ausgegangen. Jetzt rückt der Dezember ins Blickfeld." Vor allem die am Nachmittag veröffentlichten positiven US-Arbeitsmarktdaten nährten die Spekulationen über eine vorzeitige Drosselung. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel überraschend stark um 21.000 gegenüber der Vorwoche auf 323.000 Anträge.

Dax und Euro Stoxx 50 gingen jeweils kaum verändert bei 9196 Punkten und 3047 Punkten aus dem Handel. Der T-Bond-Future, der auf zehnjährigen US-Anleihen basiert, stabilisierte sich nach seinem gut einprozentigen Vortagesminus bei 130-30/32 Zählern. Der Dollar erhielt von der Aussicht auf eine baldige Straffung der US-Geldpolitik dagegen Auftrieb. Er kletterte auf bis zu 100,93 Yen, den höchsten Stand seit Mitte Juli.

Der Euro legte am Donnerstag ebenfalls zu. Auftrieb erhielt er dabei von Aussagen des EZB-Chefs Mario Drahgi. Dieser hatte Spekulationen gedämpft, der Leitzins für Einlagen der Geschäftsbanken bei der Europäische Zentralbank (EZB) könnte auf minus 0,1 Prozent von derzeit null Prozent gesenkt werden. Die Gemeinschaftswährung verteuerte sich daraufhin auf 1,3475 Dollar von 1,3440 Dollar zum New Yorker Vortagesschluss. Im Gegenzug rutschte der Bund-Future tiefer ins Minus und verlor zeitweise 87 Ticks auf 140,57 Punkte.

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  • Ab morgen geht's Richtung 9.000!

  • Assilanz wird bald ein Schnäppchen sein (bei 2-stelligen Kursen).

  • Nachtrag:
    Der einzige Grund warum Bitcoins existieren, ist der Vertrauensverlust in die Notenbanken.

    sollten die das irgendwann wieder reparieren können, geht der Bitcoin Kurs gegen 0.

    Sollte es nicht klappen, reichen möglicherweise 2-3 Bitcoins für die komplette Altersversorgung...

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