Schlussbericht Börse Frankfurt: War's das mit den 8.000 Punkten ?

Schlussbericht Börse FrankfurtWar's das mit den 8.000 Punkten ?

Viele Experten sahen den Dax bereits auf einem guten Weg in Richtung 8.000 Punkte. Doch neue Sorgen um die Euro-Krisenländer brachten den Index zum Fall. Der Dax rutsche heute um knapp 200 Punkte ab.
  • 48

Düsseldorf/FrankfurtSorgen um die Stabilität Spaniens und Italiens sowie mit Enttäuschung aufgenommene Zahlen der Commerzbank haben den europäischen Finanzmärkten am Montag zugesetzt. Der Euro entfernte sich von seinen zuletzt erreichten Höchstständen, die Renditen der Peripherie-Länder zogen an. Die Titel der Commerzbank waren mit einem Minus von knapp sechs Prozent die größten Verlierer im Dax.

Der deutsche Leitindex ging am Ende mit einem satten Verlust von 2,49 Prozent auf 7.638 Punkte aus dem Handel. Der Euro fiel unter die Marke von 1,36 Dollar.

Dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy wird vorgeworfen, jahrelang Zahlungen aus Schmiergeldkassen erhalten zu haben. Der Chef der oppositionellen Sozialisten, Alfredo Perez Rubalcaba, forderte Rajoy zum Rücktritt auf. Der Leitindex in Madrid markierte mit einem Abschlag von 2,1 Prozent ein Fünf-Wochen-Tief.

In Italien wird die Affäre um die Traditionsbank Monte Paschi zunehmend zu einem Spielball der Innenpolitik. Anleger fürchten, dass die Affäre dem vom ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi geführten Mitte-Rechts-Bündnis Auftrieb gibt. Ende des Monats soll gewählt werden.

Angeführt von deutlichen Kursverlusten bei den Finanzwerten fiel der italienische Leitindex um 2,7 Prozent auf den tiefsten Stand seit knapp vier Wochen. UniCredit, Banco Popolare und Monte Paschi verloren zwischen 4,7 und 3,8 Prozent. Der EuroStoxx50 gab um knapp drei Prozent nach.

Die Gemeinschaftswährung fiel zeitweise auf 1,3547 Dollar zurück, nachdem sie am Freitag noch bei 1,3711 Dollar notiert hatte. Die Renditen der zehnjährigen spanischen und italienischen Renditen zogen auf 5,434 und 4,513 Prozent an. Zu Wochenschluss hatten sie jeweils bei 5,215 und 4,330 Prozent gelegen.

Zusätzlich belastet wurde die Stimmung von den weiter steigenden Arbeitslosenzahlen in Spanien: 4,98 Millionen waren dort im Januar ohne Job - im Vergleich zum Dezember sind das gut 132.000 Menschen mehr. Die Probleme vieler Peripherie-Ländern seien zuletzt ignoriert worden, sagte ein Händler. "Aber es war absehbar, dass das nicht lange gut gehen würde."


Am deutschen Aktienmarkt gaben die Aktien der Commerzbank um 5,9 Prozent auf 1,51 Euro nach. Sonderabschreibungen belasteten das Geldhaus mit fast einer Milliarde Euro, weshalb 2012 unter dem Strich nur ein Gewinn von sechs Millionen Euro übrig blieb. Ein Jahr zuvor waren es noch 638 Millionen gewesen. Im vierten Quartal allein verbuchte die Bank 720 Millionen Euro Verlust. Händlern zufolge hofften einige Anleger, dass die Commerzbank ähnlich wie die Deutsche Bank ihre Bilanz nun um die meisten Problemfelder bereinigt habe. Angesichts der schlechten Gesamtstimmung am Markt helfe das der Commerzbank-Aktie aber nicht. Die Titel der Deutschen Bank verloren 3,36 Prozent.

Auf der Verliererseite standen auch die Titel der Deutschen Post, die nach einer Herunterstufung durch die HSBC 2,8 Prozent nachgaben. Im MDax waren Aurubis mit einem Abschlag von 3,8 Prozent die größten Verlierer. Die Kupferhütte konnte ihren Gewinn im ersten Geschäftsquartal wegen Sondereffekten zwar steigern, nach Rechungsauslegung IFRS sank der Ertrag vor Steuern aber auf 13 Millionen von 213 Millionen Euro.

International mussten Vodafone Kursabschläge hinnehmen. Gewinnmitnahmen machten den Aktien des britischen Mobilfunkriesens nach einer Herabstufung der Citigroup zu schaffen. Die Analysten hatten die Titel auf "Neutral" von "Buy" gesetzt, sie gaben bis zu 1,8 Prozent nach.

Kommentare zu " Schlussbericht Börse Frankfurt: War's das mit den 8.000 Punkten ?"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 7:30 bis 21 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Unterschied zwischen apple und dax?
    Eben ard gesehen?
    gibt keinen Unterschied: Beides basiert auf Abzocke und Ausbeutung kleiner Leute

  • @ ArmAb

    Und im Original heißt es:
    "Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen."

  • Die Deutsche Wirtschaftsnachrichten sammelt ausschließlich Hiobsbotschaften. Da findet sich dann irgendwann immer irgendwas, womit man Recht behalten hat.
    Davon abgesehen, war die EU schon bei ihrer Geburt 1990 tödlich bedroht, nämlich von mir, eine Mißgeburt, aufgepumpt mit warmer Luft.
    Wer genau sich von der EU abwendet hat, sagt Schulz geflissentlich nicht, damit er den Untergang irgend jemandem in die Schuhe schieben kann.

    Die EU war eine reine Kapitalidee, ohne DAX gäb's keine europäische Integration. Und diese Kapital-Bombe ist 2007 geplatzt. Die Geldruckerei hat lediglich die Druckwelle optimiert, die sich nun ausbreitet.

    Ist wie beim Gewitter. Nach dem Blitzschlag dauert es eine Weile, je länger, desto krachender der Donner und verheerender das Unwetter. Noch ist Ruhe, Friedhofruhe, verdächtig.






Serviceangebote