Schlussbericht Börse Tokio
Nikkei fällt unter 15 000-Punkte-Marke

Nach der Leitzinsentscheidung der japanischen Notenbank ist die erhoffte Kurserholung in Tokio ausgeblieben.

HB TOKIO. Die Aktienbörse in Tokio hat am Freitag schwach geschlossen. Händler verwiesen insbesondere auf den hohen Ölpreis und die Verluste in New York. Die Zinserhöhung der Bank of Japan sei unterdessen erwartet worden. Der Nikkei-225-Index verlor 1,67 Prozent auf 14 845,24 Punkte. Der breiter gefasste Topix gab 1,89 Prozent auf 1 521,71 Zähler ab.

Am Devisenmarkt notierte der Dollar um 15.00 Uhr fester mit 115,84-87 nach 115,38-40 Yen am Vortag. Der Euro notierte schwächer mit 1,2691-94 nach 1,2713-16 Dollar am Vortag.

Ein Chefderivatehändler einer US-Großbank sah hinter den Kursverlusten eher externe Faktoren als eine Reaktion auf das Ende der Nullzinspolitik. „Wenn Du Dich heute in Asien umschaust, fallen überall die Kurse. Die große Sorge ist, was im Nahen Osten passiert.“ Zudem stehe Japan wegen des „Tag des Meeres“ vor einem langen Wochenende. Niemand wisse, was am Wochenende im Libanon passiere und wie die USA am Montag darauf reagierten.

Erwartungsgemäß beendete die japanische Notenbank ihre seit März 2001 bestehende Nullzinspolitik. Der neunköpfige Rat votierte einstimmig für eine Erhöhung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf 0,25%. Mit 6 zu 3 Stimmen hob das Gremium den Lombardsatz auf 0,40% von 0,10%. Obwohl das Ende der Nullzinspolitik als Zeichen für die überwundene Deflation für die Banken positiv ist, dominierten in der Branche die Minuszeichen auf dem Kurszettel.

Die Anleger verzichteten wegen der weltpolitischen Risiken vor dem langen Wochenende auf den Einstieg, urteilte ein Marktanalyst von Tokyo Research Center. Mizuho Financial verloren 2,2% und Mitsubishi UFJ büßten 2,5% ein.

Verkehrswerte zeigten sich von dem auf Rekordhoch tendierenden Ölpreis stark belastet. Japan Airlines gingen 3,8% schwächer aus dem Handel, All Nippon Airways büßten 1,8% ein. Trotz des Rekordpreises schlossen Nippon Oil 1,4% schwächer. Analysten von Mizuho Investors verwiesen auf die möglicherweise sinkende Kauflust der Verbraucher.

Elektronikhersteller standen nicht zuletzt wegen schwacher Vorgaben von der Nasdaq gleichfalls unter Abgabedruck. Nintendo sanken um 2,9%, nachdem sie im Wochenverlauf mit 21.090 JPY ein Jahreshoch erreicht hatten. “Angesichts der schwachen US-Märkte fühlen sich einige Anleger vor dem dreitätigen Wochenende mit einer Gewinnmitnahme wohler“, sagt ein Händler einer Großbank. Sony gaben zugleich um 2,8% nach, während Toshiba um weitere 4,4% einbrachen.

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